Tag 10 des Corona-Shutdown – Ich verliere die Nerven

Wie an den vergangenen Tagen auch war ich heute Vormittag wieder im Garten. Das Wetter ist nach wie vor traumhaft!

 

Aufgenommen am 24.03.2020, aber heute 25.03.2020 sieht es genau so aus.

 

Heute kam eine demente Frau aus dem Seidencarré in den Garten, die die Anweisung, auf Kontakt zu verzichten nicht begriff. Also war ich ständig auf der Flucht vor ihr. Irgendwann wollte ich einfach zurück ins Haus verschwinden.

Jetzt kommt’s: die schwere Tür war ins Schloss gefallen. Und ich konnte sie nicht öffnen! Ich versuchte es immer wieder. Von Mal zu Mal wurde ich immer wütender. Wütend dass ich das nicht schaffte.

Irgendwann rief ich den Namen der Dame, die vorne am Empfang saß, in der Hoffnung dass sie käme und die Tür öffnete. Sie kam, öffnete die Tür und stellte sie fest, sodass sie nicht mehr ins Schloss fallen konnte. Eigentlich alles gut.

Aber ich war ja auf 180 und kläffte nur: „Das geht doch nicht, dass man nicht mehr rein kommt!“

Sie sagte nur: „Ach, Sie kommen schon rein.“

Das brachte mein Faß zum überlaufen!

Wutentbrannt rollte ich nach oben, wollte dort dem Wohnbereichsleiter sagen was los war. Aber er war gerade nicht da.

Total wütend wischte ich über den Tresen und alles landete mit einem Knall auf dem Boden. Eine Glasschüssel ging zu Bruch!

Dann fuhr ich zu meinem Zimmer. Die Wuttränen rollten mir übers Gesicht.

Jetzt bin ich ruhiger, nachdem ich geschrieben habe. Ich habe mich total maßlos verhalten. Wut macht blind!

Was der WB-Leiter mit dem Arzt im Anschluss beschloss gehört nicht ins Internet. Ich kann nur sagen, sie kümmerten sich um mich, zu meinem Besten.

 

Foto von seelenfarben.de

10 Kommentare zu „Tag 10 des Corona-Shutdown – Ich verliere die Nerven

  1. es ist eine Zeit, wo wir alle leicht ausrasten. das ist unvermeidlich, und es ist eine große Gefahr für die Menschen, weil sie ihre Beziehungen zertrümmern, die sie jetzt gerade besonders brauchen. Ich fürchte die seelischen Folgen zB in Familien mit zerrütteten Beziehungen weit mehr als die Krankheit sellbst. Gut, dass vor Ort Helfer sind, die deine Situation verstehen. Liebe Grüße!

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  2. Ich weiß, es hilft wenig, aber Du stehst absolut nicht allein da mit der Mischung aus Hilflosigkeit, Budenkoller, Sorge, Frust.
    Deine spezielle Situation potentiert das sicher noch mehr als bei denen, die „draußen“ sind und doch irgendwie in Wohnungen und Häusern festhängen.
    Es ist alles so vollkommen unwirklich.

    Toi toi toi
    Wir lesen uns.
    Liebe Grüße Lutz

    Gefällt 1 Person

  3. Ich glaube, da hat sich bei dir einfach gerade die generelle Anspannung angesichts dieser Ausnahmesituation (und zusätzlich belastenden Isolation) entladen.

    Wir haben derzeit wohl alle ein Gefühl von Macht- und Hilflosigkeit. Nachvollziehbar, dass das bei dir noch gesteigert ist. Die zugefallene Tür war dann wohl nur der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte – bzw. ein Umstand, der die gefühlte Macht- und Hilflosigkeit plötzlich im Wortsinn „greifbar“ gemacht hat.

    Ich kann gut verstehen, dass die aktuelle Situation mehr als schwierig für dich ist. Das ist sie schon für Gesunde. Das latente Gefühl von Bedrohung ist schwer wegzustecken, selbst wenn es einem eigentlich doch gar nicht schlecht geht, man nicht krank ist und man sich in der aktuellen Lage (mit Vorräten, verändertem Tagesablauf, Abstandhalten etc.) rein praktisch doch ganz gut eingerichtet hat. Das mulmige Gefühl bleibt.

    Es fühlt sich an, als wäre die Welt aus den Fugen geraten, auf nicht absehbare Zeit, während gleichzeitig vieles einfach weiterläuft, als wäre nichts geschehen, die Sonne scheint, der Frühling kommt etc.. Das ist ein surreales Gefühl, mit dem wir gerade alle zu kämpfen haben. Bei dir hat es sich eben auf diese Art und Weise Bahn gebrochen. Mach dir deshalb keinen Kopf. Ich finde, nach 10 Tagen Isolation und Ungewissheit kann man schonmal ausrasten (auch wenn der konkrete Anlass im Grunde ein nichtiger war, der war eben nur Auslöser, nicht Ursache).

    Gefällt 2 Personen

  4. Oh manno, Katrin, deine Nerven liegen wirklich blank😱
    Ist es ein Wunder? Nein, außerdem befindest du dich in guter Gesellschaft.
    Lass uns noch ein bisschen singen 🎶 we shall overcome 🎶
    Es wird auch wieder besser, sei lieb gegrüßt und nimm von meiner positiven Energie 💕🍀
    Sk

    Gefällt 1 Person

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