Störfaktoren

Wir sind lästig.

..ooO( Muss ich ihr nun meinen Platz anbieten? )
..ooO( Ich habe den ganzen Tag gearbeitet. Sie tun den ganzen Tag nix. )

Immer brauchen wir Hilfe.

..ooO( Echt jetzt? Schon WIEDER??? )

Manchmal können wir uns nicht mal alleine umsetzen.

..ooO( Also wenn sie das nicht alleine können, ICH kann, nein ich DARF ihnen da nicht helfen. )

Wozu sind wir überhaupt noch da?

..ooO( Schaffen Arbeitsplätze, doch die schwere Arbeit ist unterbezahlt und nicht genug wertgeschätzt. )

In der Leistungsgesellschaft stören wir doch nur.

Bild von raphaelsilva auf Pixabay

13 Kommentare zu „Störfaktoren

  1. Ich bin die letzen Tage ein paar Mal in diesen Artikel „rein“, hab ihn gelesen, wollte kommentieren, habs gelassen, bin jetzt wieder rein und versuche, etwas zu schreiben. Noch immer schwanke ich zwischen „halt die Klappe“ und „schreib“… Vielleicht lösche ich es ja auch wieder.

    Liebe Katrin, ich kann mich sicher nicht in Eure Situation hineinversetzen. Es wäre anmaßend, dies zu behaupten. Aber ich sehe um mich herum Menschen verschiedenster „Couleur“, und ich bin in den letzten Jahren sehr vorsichtig geworden, wenn ich irgendetwas pauschalisiere. Ja, auch ich komme nach Hause und sage (nicht immer nur in Gedanken) „alles A…öcher“. Das ist emotional auch erlaubt. Aber es sind zum Glück nicht alle Menschen gegen Dich. Es ist leider so, dass die, die einem das Leben schwer machen, die einem den EIndruck vermitteln, es gebe nur noch Ellenbogen und Wirtschaftlichkeit, nur noch „M3, Myself & I“, dss eben diese Kreaturen auch die grösste Klappe haben, die grösste Durchsetzungskraft, den miesesten Charakter und und und.

    Es tröstet Dich vielleicht nicht, wenn ich Dir sage, dass Menschen, die ich achte, mit denen ich kommuniziere, die ich zu meinen Freunden zähle, samt und sonders nicht über Menschen mit Handicap als „Belastung“ sprechen, die im Gegenteil es gut finden, dass sie Teil unserer Gesellschaft sind.

    Wenn ein Bus mal länger warten muss, bis jemand eingestiegen ist, weil dieser Mensch schlecht zu Fuss ist, wenn jemand nach einer Information fragt, weil er die Lautsprecherdurchsage nicht hören kann… es sind Chancen zu Kommunikation, Möglichkeiten des Miteinanders.

    Und es ist wie mit vielem: Das Gute ist leider viel leiser als das Dumme

    Ich wünsche Dir, ich wünsche uns allen, dass wir das Lächeln inmitten der verstockten, tumben Masse sehen, spüren und Energie daraus ziehen können.

    Ich lösche den Post jetzt doch nicht, schicke ihn raus und sende Dir herzliche Grüsse
    Auch Du bist wertvoll, vergiss es nicht
    Jörg

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  2. Im Marokko und anderen muslimischen Ländern sah ich viele Bettler vor den Moscheen sitzen. Zumeist alte Männer und Frauen. Sie bettelten alle Besucher der Moscheen an, Einheimische oder muslimische Touristen. Gab ihnen jemand etwas Geld, steckten sie es ein, versanken aber kurz darauf in ein Gebet. Sie gaben demjenigen, der ihnen Irdisches geschenkt hatte, ein Geschenk für das jenseitige Leben mit. Keiner der Alten war dort ein Störfaktor, denn sie hatten Zeit für das, was in Wahrheit und am Ende zählt.

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  3. Pflege- und Hilfsbedürftige werden immer noch mehrheitlich als ein Störfaktor namens „zu teuer“ oder „im Weg“ betrachtet! Das lässt sich nicht Schönreden. Wir werden wohl auch in nächster Zeit noch eine Kosten/Nutzenrechnung bleiben. Aber wir sind immer noch für vieles gut und wichtig! Das muss nur jeder für sich erkennen. Um auf den Weg in eine inklusive Gesellschaft hinzuweisen übernehme ich zB gern den Part ein Störfaktor und im Weg zu sein. Das ist in vielerlei Hinsicht gut und nützlich! Woher soll das Bewusstsein in der Gesellschaft kommen, wenn niemand Systeme stört die ausgrenzen? Zumal jeder damit rechnen muss einmal selbst hilfebedürftig zu werden. Jeder einzelne! Nun, ich bekomme trotzallem immer mal wieder den Koller der Verzweiflung über meine Einschränkungen. So what?!! Besser als Dauerresignation ist es allemal. Zeigen wir uns einfach wie wir sind.

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  4. Nee, nee, Katrin. Mag sein, dass es Leute gibt, die so fühlen. Aber die meisten tun das nicht. Fast jeder weiß: es ist nicht leicht, für alles Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Helfen ist leichter als sich helfen lassen. Als du noch bei normalen Kräften warst, hast du sicher nicht so gedacht, wenn du einen Behinderten oder Alten sahst. Du tust es ja nicht mal jetzt, wo du selbst betroffen bist, sondern hilfst gern, wo immer es dir möglich ist. So auch wir anderen „Normalen“, so weit es uns eben möglich ist. Liebe Grüße!

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    1. „“Mag sein, dass es Leute gibt, die so fühlen. Aber die meisten tun das nicht. Mag sein, dass es Leute gibt, die so fühlen. Aber die meisten tun das nicht. „“

      Wirklich, Gerda? Und woher weißt du, was „die meisten“ Behinderten fühlen? Hast du alle befragt? Ich für merinen Teil fühler mich von Katrins Text voll und ganz angesprochen. Er hibt sehr gut wieder, was ich täglich empfinde, wenn ich allein „draußen“ unterwegs bin.

      Gefällt 2 Personen

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