Duzen oder Siezen

Dieses Thema taucht immer wieder einmal auf im Laufe des Lebens.

Ich erinnere mich, dass vor 6½ Jahren, als ich ins Gerhard Tersteegen Haus einzog, es seltsam fand, wenn jemand vom Pflegepersonal einen Bewohner duzte. Ich empfand das als herabwürdigend.

Mittlerweile musste ich feststellen, dass demente Bewohner oft ganz in ihrer Vergangenheit leben. Sie reagieren dann oft nur noch auf ihren Vornamen. Es macht also Sinn, hier zu duzen. Doch das wusste ich vor 6½ Jahren nicht.

Wie mache ich es jetzt? Ich duze (oder auch nicht), wenn es mir angeboten wird. Ich biete das Du Jüngeren an, wenn die Sympathie stimmt. Ich duze und nutze den Vornamen, wenn ich demente Bewohner erreichen will (Ich werte sie jedoch nicht herab!).

Ich finde es sehr schön, dass die deutsche Sprache Du und Sie hat. Es mag verschiedene Regeln geben, wann was wo eingesetzt wird. Bei mir war das schon früher so, dass die Sympathie, die ich für einen bestimmten Menschen empfinde, mich auch schnell zum Du greifen lässt. Ist jemand wesentlichälter als ich, kommt mir automatisch das Sie über die Lippen.

Also, liebe Hilda, du bis mir erstens sehr sympatisch und zweitens reagierst du besser auf Du.😉

Das also als kleine/r Erklärung/Nachtrag zum Beitrag von gestern.

 

14 Kommentare zu „Duzen oder Siezen

  1. Ich lebe in England, in der englischen Sprache gibt es keinen Unterschied zwischen ‚Du‘ und ‚Sie‘, es ist ‚you‘. Ich fand es von Anfang an schoen, dass man sich schnell mit dem Vornamen anredete (im Arbeitsbereich, mit Kunden, etc), ich hab eine groessere Affinitaet zu meinem Vornamen, der bewusst gewaehlt worden ist, bei meinem Familiennamen gab es keine Wahl.
    Wenn man ins Krankenhaus kommt, wird man vom Personal grundsaetzlich gefragt, wie man angesprochen werden moechte: mit dem Vornamen oder als Mrs oder Mr xxxx, das gilt auch fuer Pflegeeinrichtungen. Das finde ich respektvoll und angemessen, die meisten Patienten entscheiden sich fuer die Ansprache mit dem Vornamen.
    Ich arbeite global, da wird die Kommunikation und die Ansprache schnell zum Minenfeld.

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  2. Das ist heutzutage nicht einfach. Ich habe schon festgestellt, dass Teile der Jugend einfach jeden duzen. Ich bin jetzt dazu übergegangen, jüngere Menschen mit dem Vornamen und trotzdem mit „Sie“ anzusprechen, also eine Zwischenlösung 🙂 Bei Älteren halte ich es wie du, da wird das „Du“ noch angeboten, wenn sie mir sympathisch sind.

    Gefällt 1 Person

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