Ich verliere sie… jeden Tag ein wenig mehr…

Das sagte mir ein Bewohner letztens dessen Frau an Alzheimer-Demenz erkrankt ist. Sie wohnt schon einige Jahre im Gerhard Tersteegen Haus. Vor 2 Jahren zog er dann auch hier ein.

Er hatte mittlerweile mehrere Infarkte, Herz und Hirn betreffend, erlitten. Mittlerweile läuft er wieder am Rollator. Geistig ist er recht fit. Er ist halt mit Mitte 80 nicht mehr der Jüngste.

Jetzt leben also beide im GTH, allerdings in getrennten Räumen.

Viele Jahrzehnte sind sie miteinander verheiratet. Die ersten 40 (oder 50?) Jahre waren glücklich. Dann ereilte sie die Alzheimer-Demenz. Schleichend machte die Demenz sich bemerkbar. Die ersten 10 Jahre pflegte der Ehemann seine Frau zu Hause. Doch dann entschloss er sich schweren Herzens, sie in ein Heim ziehen zu lassen. Er war mit der Pflege überfordert.

Doch auch jetzt hier im GTH besucht er seine Frau täglich. Oft holt er sie zu sich auf sein Zimmer, wenn er merkt oder meint, dass sie nicht glücklich sei, weil die Nachbarin anstrengend sei. Er sorgt und kümmert sich. Denn sie hatten viele glückliche Jahre zusammen. Daran denkt er immer noch zurück.

Während er sich an die schönen Zeiten erinnert, vergisst sie täglich mehr. Manchmal vergisst sie seinen Namen.

„Ich verliere sie… jeden Tag ein wenig mehr… “ , sagt er leise und tut mir unendlich Leid.

7 Kommentare zu „Ich verliere sie… jeden Tag ein wenig mehr…

  1. Meine Schwiegermutter, die bei uns lebt, hatte mit ihrer Demenz viele Jahre trotzdem noch ein auch erfreuliches und gutes Leben. Jetzt hat uns das Leben ein Schnippchen geschlagen und einen anderen Weg noch gewählt als wir gedacht haben, wie ihre Demenz enden könnte/würde. Aus diesem Grund rate ich auch jeden, sich nicht zu viele Sorgen zu machen, was kommen könnte, sondern das „Jetzt“ so zu genießen, wie es möglich ist. Es kommt nämlich meistens anders als man denkt. Mit ewiger Sorge, was passieren könnte, macht an sich nur das Leben schwer. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass man sich gar keine Gedanken machen soll. Auf das Leben vertrauen und dankbar jeden Tag begehen, ist aber ein guter Rat, den ich jedem ans Herz legen möchte. Und du Katrin, bist ein gutes Beispiel dafür. Ich glaube, du machst das genau so.

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  2. Das muss so ein ungeheuerlicher Schmerz sein, einen über viele Jahrzehnte innig geliebten Menschen immer mehr zu verlieren… Meine Gastgeberin in Berlin war fast fünfzig Jahre lang mit einem schwerbehinderten Mann verheiratet, die letzten drei Jahre hat sie ihn zuhause umsorgt und gepflegt, und unter seinem Tod leidet sie heute noch. Es gibt gebrochene Herzen, solche Menschen verlieren dann jeglichen Lebensmut…

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