Dement – aber noch da

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Der Alptraum: am Ende unseres Lebens auf einer Pflegestation für Demenzkranke zu landen. Was wirklich in der Abgeschiedenheit solch einer Einrichtung geschieht, wissen wir oft nicht.

Für eine Woche im Herbst 2018 begibt sich Autorin Cosima Jagow-Duda in eine geschützte Demenzstation, um es herauszufinden. Sie will nicht nur mit der Kamera beobachten, sondern das Personal begleiten und den Menschen begegnen.

Schnell wird ihr klar: Menschen mit einer Demenz haben meist nur die Orientierung und ihr Gedächtnis verloren. Fühlen können sie nach wie vor. Je nach Tagesform sind sie offen oder verschlossen, gut oder schlecht gelaunt, sind aufmerksam oder schalten ab. Sie nehmen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer und verstellen sich nicht, denn sie erleben die Welt um sich herum ähnlich wie kleine Kinder.

Durch Zuwendung und Körperkontakt, durch alte Lieder und Melodien, durch eine klare Sprache, durch Bilder, Fotos und Farben kann man ihre Emotionen noch ansprechen, auch, wenn der Verstand schon lange müde ist.

Die Reportage zeigt überraschende Einblicke in die sonst gut abgeschirmte Black-Box Demenzstation.

Bild: rbb Presse & Information

3 Kommentare zu „Dement – aber noch da

  1. Ein schönes Haus beziehungsweise eine gut geführte beschützte Station. Gefällt mir, der ruhige, respektvolle Umgang dort.
    Leider geht dieser in den oft stressigen Diensten, Notbesetzungen, Kollegen von der Zeitarbeit und dem vielen Druck manchmal verloren.

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  2. Die Demenzkranken,die ich kannte, waren sehr verschieden, wie Menschen eben sind, wenn sie ihre Gefühle nicht mehr rational steuern können. An zwei alte Frauen erinnere ich mich mit großer Freude. die eine, Großmutter meines Mannes, besuchte ich mit meinem einjährigen Sohn kurz vor ihrem Ableben. Eine Stimme wie ein Vögelchen, nur Güte im Bick.- Die andere war die Mutter einer Bekannten.. Auch sie wirkte auf mich fast wie eine Heilige, jedenfalls sehr ehrwürdige Frau, obgleich sie gar nichts mehr von ihrem Umfeld begriff.
    Beide Frauen wurden von ihren Töchtern sehr gut zu Hause versorgt.

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  3. Ich habe auch ehrenamtlich Demenzkranke betreut. Auf der geschlossenen Station hatten sie ein Bushaltestelle hin gebaut. So eine tolle Idee. Denn viele wollen natürlich nach Hause und wenn sie dann meinen, der Bus käme gleich, sind sie beruhigter. Was die Gefühle angeht, die bleiben natürlich, bis zu letzt. Leider haben manche dann noch lichte Augenblicke, in denen ihnen klar ist, was mit ihnen passiert und dann habe ich sie weinen und um den Tod betteln hören. Das ging mir sehr ans Herz.

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