Mobilitätsverzicht

Dieses Wort ist momentan in aller Munde. Gemeint ist hier in der Welt der Gesunden der Verzicht aufs Auto. In der immer stärker belasteten Umwelt fängt die junge Generation an, sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie wir diesen Planeten noch retten können.

Greta Thunberg 4.jpg
Von Anders HellbergEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Als Galionsfigur ist hier die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die Gründerin von #FFF Fridays For Future, zu nennen. Was ursprünglich damit begann, dass sich Greta Freitags vor ihre Schule setzte, um sich für möglichst umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen einzusetzen, ist mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung geworden, der sich auch Erwachsene angeschlossen haben.

Soviel zur „normalen“ Welt der Gesunden.

Doch Mobilitätsverzicht spielt auch eine Rolle in der Welt der Alten und der Welt der Kranken.

Stück für Stück geraten wir immer mehr zum Bittsteller. In selber Weise, in der wir immer mehr aufgeben müssen, geraten wir in die Rolle der Bittsteller, der Abhängigen, der auf Großzügigkeit anderer Angewiesenen. Das fühlt sich nicht gut an.

Richtig hart wird es, wenn die neu erworbenen Hilfsmittel, die einem einen kleinen Grad an Selbstbestimmung und Mobilität ermöglichten, drohen uns zu überfordern und somit bald nicht mehr genutzt werden können.

Das trifft mich momentan nicht. Gott sei Dank!

Aber ich beobachte das bei anderen Bewohnern.

 

5 Kommentare zu „Mobilitätsverzicht

  1. Das mit der Bittstellerei finde ich sehr schlimm. Ich meine hier einen ganz speziellen Punkt – die Kämpfe, die oft mit der Krankenkasse geführt werden müssen, um Hilfsmittel überhaupt genehmigt zu bekommen. Wenn beispielsweise ein Mensch, der nicht mehr genug Kraft in den Armen hat, um den Rollstuhl selbst in Bewegung zu setzen, über ein halbes Jahr mit der Krankenkasse kämpfen muss, um einen kleinen E-Motor zu bekommen (also nicht einmal ein richtiger E-Rolli), dann ist das für mich nicht akzeptabel.

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  2. Ja, liebe Katrin, den Eindruck habe ich auch, dass bei der ganzen Diskussion immer davon ausgegangen wird, dass jeder da draußen gesund und „natürlich mobil“ ist, bzw. sein kann. So mal eben mit dem Öffentlichen Nahverkehr wohin fahren. Das kann jemand, der gut zu Fuß und ansonsten gesund ist. Und was ist mit all jenen, bei denen das nicht der Fall ist? Die sollen sich nach der Decke strecken? Das kann ja wohl nicht der Sinn von Inklusion, auch bei diesem Thema, sein….

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    1. Ich glaube, niemand oder zumindest kaum jemand derjenigen, die bei Fridays for Future mitmachen oder deren Ziele teilen, möchten Menschen mit Gehbehinderungen oder sonstigen Einschränkungen ihre Hilfsmittel nehmen, durch die sie am gesellschaftlichen Leben teil haben.
      Es geht vielmehr darum, den viel größeren Prozentsatz der Menschen, die zwei gesunde Füße und meistens auch ein funktionierendes Fahrrad haben, dazu zu bewegen, diese zu nutzen anstatt des Autos, wenn man morgens zur Schule, zur Arbeit oder nachmittags zum Einkaufen fährt (das ist natürlich nur ein Beispiel von vielen).
      Letztendlich würden dadurch auch die Menschen profitieren, die wirklich auf ein Auto angewiesen sind, durch leerere Innenstädte, weniger Stau und mehr verfügbare Parkplätze.

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      1. Ich bin überzeugt, dass viele Protagonisten von Fridays for Future das auch tatsächlich glauben. Das Ausklammern von Behinderung (und alten, nicht mehr so mobilen /kranken Menschen) aus den Planungen/Überlegungen bedeutet aber de facto in der Folge eine Nicht-Berücksichtigung zu ihrem Nachteil. Nehmen wir mal das Thema Diesel-Autos. Viele Behinderte, die ein speziell angepasstes Auto brauchen, haben in der Vergangenheit auf einen Diesel gesetzt, weil er einfach langlebiger und weniger anfällig für Störungen/Reparaturen ist. Gerade diese Menschen können sich oft kein neues Fahrzeug leisten, denn solche angepassten Autos kosten deutlich mehr, und Behinderte stehen in der Regel sowieso schon finanziell auf schwächeren Füssen als gesunde Menschen. Das Dieselfahrverbot trifft also diese Gruppe besonders hart. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendeine Umweltgruppe sich dieser Frage angenommen hätte. Lediglich der VDK hat sich des Themas angenommen – ohne bisher eine Lösung, etwa in Form einer Sondergenehmigung oder finanzieller Unterstützung für den Kauf eines neuen, angepassten Fahrzeugs herbeiführen zu können. Anscheinend betrachtet man die besondere Belastung von Behinderten in diesem Fall als Kollateralschaden.

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