Pflegeheim ist kein Krankenhaus

Schon früh machte ich diese Feststellung. Anfangs störte mich das sehr. Doch das Pflegeheim ist das Zuhause, in dem den Bewohnern Hilfe bei der alltäglichen Versorgung gegeben wird.

Wenn ein Bewohner etwas an frei verkäuflichen Arzneimitteln benötigt, zum Beispiel Heparinsalbe bei blauen Flecken durch Sturz oder wegen einer wüsten Blutentnahme, dann muss er sich das selber kaufen. Es kann bei der Apotheke bestellt werden und wird einem dann geliefert. Aber man muss darauf warten.

Oder der Bewohner hat einen grippalen Infekt. Dann werden Nasenspray und Schleimlöser bei der Apotheke bestellt. Die liefert dann aber man muss darauf warten.

Im Krankenhaus gab es immer alle Medikamente sofort und man musste auch frei verkäufliche Medikamente nicht selbst bezahlen. Das war in der Krankenhausabrechnung mit drin.

Der monatliche Beitrag, den ich im Pflegeheim zahle, enthält das nicht. Da zahle ich für:

  • Vollstationär Pflege je nach Pflegegrad
  • Ausbildungsumlage gem. AltPflAusglVO
  • Vollstationär Unterkunft/Verpflegung
  • Dauerpflege Invest EBZ-Monat (keine Ahnung, was das ist???)

Die Pflegekasse zahlt einen gewissen Beitrag, der vom Pflegegrad des Bewohners abhängt.

Auf jeden Fall ist der Betrag, den ich monatlich an das Heim zahlen muss höher als meine Einnahmen durch die Rente. *seufz*

10 Kommentare zu „Pflegeheim ist kein Krankenhaus

  1. Der Vater einer Bekannten ist letztes Jahr ins Pflegeheim gekommen, wegen einer unheilbaren, seltene Erkrankung. Seine Frau konnte ihn nicht mehr pflegen, es ging über ihre Kraft, beide sind über 80 Jahre alt. Meine Bekannte kann es auch nicht, sie hat eine andere Seltene Erkrankung, ist schwerbehindert. Jetzt geht die Rente ihres Vaters komplett drauf für das Pflegeheim, und von der Rente der Mutter bleiben ihr so wenig, dass sie zum Amt musste, Grundsicherung beantragen. Sie hat sich fürchterlich geschämt und hilflos-entsetzt gemeint, sie und ihr Mann hätten doch ihr ganzes Leben hart gearbeitet….

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  2. es ist sehr unfaires System, in dem wir leben, was die Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen angeht. Wenn von dem, was man sich verdient hat mit der Rente , nicht mehr viel bleibt. Wenn man in jungen Jahren schon auf diese Hilfe angewiesen ist und nichts mehr bleibt. Einer meiner Cousinen geht es ähnlich wie dir, und ihre mittlerweile alte Mutter zwackt sich von ihrem bisschen Rente was ab, damit es ihrer Tochter gut geht. Ich wünsche dir alles Gute! (Auch) Katrin 🙂

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  3. Hallo liebe Katrin,
    „Invest EBZ Monat“ sind die Investitionskosten. Vereinfacht gesagt sind das die Kosten des Gebäudes. Für das Gebäude fallen Abschreibungen an, Zinsen (wenn der Inhaber ein Darlehn aufgenommen hat, um das Gebäude zu bezahlen), Reparaturen und ähnliches. Das ist sehr gut vergleichbar mit der Kaltmiete, die ein Mieter einer Wohnung zahlen muss.

    In „Unterkunft und Verpflegung“ sind dann Heizung, Strom, Wasser (die Nebenkosten, die der Mieter einer Wohnung zahlen muss) enthalten, sowie eben die Kosten der Verpflegung.

    Die Heimkosten sind ein furchtbar trauriges Thema. Bei sehr, sehr vielen Menschen reicht die Rente nicht zur Bezahlung der Heimkosten. Dabei werden die Pflegekräfte weiterhin leider zu schlecht bezahlt. Also werden die Heimkosten weiter steigen müssen…

    Für Medikamente gibt es noch einen dritten Weg. Ein Arzt, der einen Hausbesuch im Pflegeheim macht, kann ein Rezept ausstellen. Dann kostet es „nur“ die Rezeptgebühr. Allerdings sind die „einfachen“ Erkältungsmittel nicht auf Rezept zu bekommen. Hausbesuch ist auch schon wieder das nächste Drama-Thema – es gibt leider zu wenige Ärzte, die bereit sind, Hausbesuche in einem Pflegeheim zu machen. Das führt oft dazu, dass Pflegeheim-Bewohner für Kleinigkeiten ins Krankenhaus müssen; das ist auf der einen Seite sehr teuer, und auf der anderen Seite für die Betroffenen auch nicht schön. Es ist gar nicht selten, dass die Betroffenen – gerade ältere Menschen – dann starke psychische Probleme bekommen.

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  4. Richtig unangenehm wird es dann, wenn eine Bewohnerin die finanziellen Nachteile des Wohnens in einer Heimeinrichtung hat und dann aber von Pflegekräften versorgt wird, die glauben, sie seien so etwas wie Krankenpfleger für alte und pflegebedürftige Menschen und einen großen Teil ihres eigentlichen Berufes nicht mehr wahrnehmen.

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    1. Für diesen Mehrbetrag schmilzen erst mal meine Ersparnisse. Gott sei Dank war ich immer ein sehr sparsamer Mensch und habe einiges sparen können. Wenn das dann aufgebraucht ist, werden mich tatsächlich meine Eltern unterstützen. Irgendwie ist das „verkehrte Welt“. Eigentlich unterstützen doch die Kinder ihre alten Eltern, wenn die ins Heim müssen.😥

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