Streit um abgelegene Dörfer für Demenzkranke

Am 08.05.2015 veröffentlicht

Zur Betreuung und Pflege von Demenzkranken gibt es in Deutschland erste „Demenzdörfer“. In diesen Einrichtungen soll den Erkrankten in einem Maße Sicherheit und Bewegungsfreiheit ermöglicht werden, was sie in konventionellen Heimen nicht finden. „Demenzdörfer“ liegen meist abseits, dort, wo bauen preiswert ist. Die Betreiber werden hart kritisiert: Inklusion sei da nicht möglich, die Kranken würden einfach abgeschoben. Obwohl gerade die dort alles finden, was sie brauchen.
Dieser knapp 8 Minuten dauernde Film zeigt Stimmen, die für und gegen ein Demenzdorf vor den Toren der Stadt sprechen. Sehr interessant!

8 Kommentare zu „Streit um abgelegene Dörfer für Demenzkranke

  1. Ein sehr spannendes Thema. Das „Demenz-Dorf“, das in dem Video vorgestellt wird, liegt ungefähr 40 km von mir entfernt. Einige meiner Kolleginnen aus der Schule für Altenpflege wollen es sich demnächst ansehen. Leider nimmt die Einrichtung dafür 30 € Eintritt pro Person. (Natürlich bekommt man dafür eine Führung.)

    Interessant fand ich die Aussagen der beiden Ministerinnen von SPD und Grünen. Den beiden Damen schien es eher um die Durchsetzung ihrer politischen Überzeugungen zu gehen als um die Frage, was für einzelne Betroffene in ihrer jeweiligen Lebenssituation die beste Lösung ist.

    Danke für die Empfehlung des Videos. Ich habe es eben in meinem Telegram-Kanal „Altenpflegeschule“ geteilt.

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  2. Ich kann mich, glaube ich, noch an die Diskussion hier erinnern, habe damals einen langen Text hier geschrieben.
    Ich bin auch nach wie vor der Ansicht, dass es nicht nur eine gute Möglichkeit gibt. Jeder Mensch ist anders, hat andere Bedürfnisse, auch im Alter und bei Krankheit. Ich glaube nicht, dass es „nur“ in Demenzdörfern gute Versorgung gibt, zumal es auch schwere körperliche Pflegebedürftigkeit gibt und psychiatrische kognitive Veränderungen. Inwieweit das dann zusammen passt, muß die Zeit und die Versorgung zeigen.
    Aber ob ich mich wirklich an einem Zaun aufhängen möchte… In sogenannten „beschützen“ Bereichen (klingt so gut und Angehörigen-beruhigend) ist es ein abgeschlossener, geschlossener Bereich. Jede/r, der während seines Dienstes mit einem Kollegen, gut möglich FSJ’ler oder Praktikant, also zu zweit für 40 pflegebedürftige Menschen, teilweise schwerst pflegebedürftig, teils vielleicht gerade mit einem Menschen, der vermutlich in dieser Schicht noch versterben wird, einen dementiell veränderten Menschen irgendwo da draußen, außerhalb des Pflege/Altenheim, nahe der Straße, sucht… In Gedanken die Frage, wie schnell Polizei einschalten und Angehörige informieren, so vorhanden… Der ist vielleicht auch bereit anzuerkennen, dass wir nicht schon lange den Pflegenotstand haben, sondern auch offenen Geistes verschiedene Lösungen probieren, durchdenken sollten.
    (P. S. Falls jemand den Einwand erhebt, die Polizei sei sofort zu informieren… Es gibt Menschen, die diese Hinlauftendendenzen fast täglich in dieser Form haben… – das ändert aber nicht zwangsläufig etwas am Personalschlüssel, Krankheit, Urlaub eingerechnet.)
    Ein Thema, das gut ist, dass wir uns damit beschäftigen und dies auch von verschiedenen Seiten aus.
    Liebe Grüße!

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  3. Es gibt immer mehr Menschen, die im Alter keine Angehörigen mehr haben, und die auch keiner besuchen würde. Für sie ist es vielleicht durchaus sinnvoll, als dementer Mensch in so einem Dorf zu leben, wo sie sich wenigstens in diesem Rahmen frei bewegen können. Übrigens, typisch deutsch, eine neue Idee nicht erstmal positiv aufzunehmen, sondern direkt nach dem möglichen Haar in der Suppe zu suchen. In den Niederlanden gibt es das Konzept ja schon viel länger – und? Haben da Vereinsamung oder sogar mehr und unentdeckter Missbrauch stattgefunden, wie hier befürchtet? Meines Wissens nicht. Wir Deutschen sind Weltmeister im Kaputtkritisieren….

    Gefällt 2 Personen

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