Seelenverwandte

Es gibt sie ganz selten. Aber es gibt sie. Wenn man das Glück hat einem zu begegnen und Zeit miteinander zu verbringen, ist das ein großes Geschenk!

Da macht es auch keinen wirklichen Unterschied, wie alt man ist.

Ich habe das große Glück, bereits einige Seelenverwandte getroffen zu haben. Für mich besteht eine Seelenverwandtschaft, wenn ähnliche Ansichten und Interessen bestehen und wenn man sich quasi „blind“ versteht. Wenn die Herzen im Gleichtakt schlagen. Wenn man nicht viel erklären muss, um verstanden zu werden.

Meine neueste Seelenverwandte heißt E. und ist 92 Jahre alt. Ich begegnete ihr zum ersten mal vor 2 Jahren. Sie saß draußen im Garten des Seidencarré, dem Betreuten Wohnen, das an das Gerhard Tersteegen Haus angrenzt und dessen Garten direkt an den Garten des GTH angrenzt.

Im Seidencarré wohnen Senioren ohne Pflegegrad selbstständig in ihren eigenen kleinen Wohnungen.

Als ich E. vor 2 Jahren dort im Garten sitzen sah, war sie gerade ins Seidencarré eingezogen. (Doch das erfuhr ich erst am Montag.) Wir unterhielten uns und fanden uns gleich sympathisch.

Dann waren wir uns immer mal wieder über den Weg gelaufen / gerollt 😉 . In letzter Zeit hatte ich sie länger nicht mehr gesehen. Doch ich hielt immer nach ihr Ausschau. Meine Gedanken waren oft bei ihr. ..oO(Hoffentlich ist sie nicht mittlerweile gestorben!😳 )

Doch dann trafen wir uns letzten Samstag wieder! Ich saß mit meinen Eltern in dem neuen Café des Seidencarré. Wir tranken Kaffee und unterhielten uns. Da sah ich eine Seniorin ins Café kommen, die dort etwas kaufte. Es war E.! Begeistert wandte ich mich ihr zu, nahm ihre Hand, streichelte sie und sagte: „Frau U.! Ist das schön, dass ich Sie hier treffe!“ Ich freute mich wirklich sehr!

„Frau S.? Sind Sie es?“, sie umschloss meine Hände, als wolle sie mich nie wieder los lassen, „Frau S. … ach, das ist ein Geschenk, dass wir uns hier treffen. …“

Ihre Stimme war ganz leise geworden, leise und brüchig. Aber ich hörte die Freude, die darin schwang.

„Ein Geschenk!“, sagte sie immer wieder.

Als sie ihren Einkauf getätigt hatte, sagte sie: „Wir sollten uns treffen und miteinander unterhalten! Lassen sie uns einen Termin machen!“

„Gerne“, antwortete ich.

„Montag?“, fragte sie.

Das nenne ich „Nägel mit Köpfen machen“!

Also trafen wir uns am Montag Nachmittag!

Seitdem darf ich E. zu ihr sagen.😊

 

4 Kommentare zu „Seelenverwandte

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