Essen wegwerfen

Beim Essen unten im Speisesaal kommt es mir manchmal so vor, als sei ich die einzige, die sich vom Buffet nur so viel auf ihren Teller lädt, wie sie auch essen kann. Dann esse ich meinen Teller auch leer. Sollte ich mehr mögen, kann ich ohne Probleme noch mehr bekommen.

Natürlich kann es sein, dass einem etwas nicht geschmeckt hat und man es deshalb nicht aufisst. Aber dass man generell Speisen zurücklässt, liegt eher daran, dass man von vornherein zu viel auf den Teller lädt.

Auch mittags kann immer noch einen Nachschlag bekommen. Die Damen und Herren der Hauswirtschaft gehen immer noch einmal durch die Reihen, fragen ob es geschmeckt hat und ob jemand noch einen Nachschlag haben will. Selten ist wirklich nichts mehr in der Küche übrig. Nur bei Fleisch gibt es keinen Nachschlag. Ein Schnitzel oder eine Roulade oder eine Frikadelle oder eine Currywurst usw. muss reichen.

Erst habe ich immer gedacht, die Senioren kommen aus einer Zeit, in der sie Not und Mangel erlebt haben. Sie sollten Nahrungsmittel wertschätzen und nichts Essbares wegwerfen.

Aber egal ob die Bewohner alt oder mittelalt oder jung sind, sie werfen meiner Meinung nach viel zu viel weg! Mir tut es weh, das zu sehen!

Es ist wie das Phänomen, was Leute beschreiben, die „all inclusive“ oder „all you can eat“ mitgemacht haben. „Wir haben schließlich dafür bezahlt!“ „Und nicht wenig!“ „Ist schließlich teuer genug hier!“

Und deshalb darf man Essen wegwerfen? Ich verstehe das nicht…

 

Weniger Essen wegwerfen

 

 

23 Kommentare zu „Essen wegwerfen

  1. Ich war gerade in England im Urlaub und sah beim Frühstücken, dass die Leute am Nachbartisch beide einen halbvollen Teller stehen gelassen hatten. Erst dachte ich, sie waren nochmal kurz am Buffett, um sich Tee o.ä. zu holen, aber es kam niemand mehr. Da konnte ich echt nur den Kopf schütteln. Ein paar Tage später war ich aber in einem chinesischen All-you-can-eat-Buffett-Restaurant (was für ein Wort!) und dort gab es die Regel, dass jeder Gast, der sein Essen nicht aufisst, ein paar Pounds zusätzlich zahlen muss. Die Regelung fand ich super, denn gerade an solchen Buffetts sind ja die Augen oft größer als der Magen. Da muss man dann eben ein bisschen aufpassen, wie viel man sich auf den Teller häuft – oder zahlen…

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  2. Ich kenne gerade ältere Menschen die aufgrund ihrer Kriegserfahrungen besonders sensibel im Umgang mit Lebensmitteln sind und achtloses Wegwerfen von Lebensmitteln gar nicht mögen. Da wird dann sogar ein Rest Kaffee aufgehoben und später kalt oder erwärmt getrunken.. Auf jeden Fall gehen viele von uns zu achtlos und zu respektlos damit um. Da fehlt sie wieder: die Achtsamkeit im Alltag!

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  3. Ich hab mal gelesen, in Japan verlangen Restaurants jetzt mehr Geld, wenn Speisen auf dem Tisch bleiben. Sie müssen sie dann entsorgen, und das kostet. Mir gefällt die Idee.
    Hier in Griechenland war es in den fetten Jahren üblich, riesige Mengen zu bestellen und das meiste stehen zu lassen. Die Bestellung und Bezahlung übernahm eine Person, und die wollte sich nicht lumpen lassen. Heute hat sich das geändert, denn man zählt jetzt sein Geld.

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  4. So etwas macht mich zornig… es ist dies Gier und Verschwendung von Ressourcen. Einerseits sollte man gerade von älteren Menschen, die teils echten Hunger kennengelernt haben, mehr Achtsamkeit in diesen Dingen erwarten können. Dem gegenüber steht der dumme Satz, essen und trinken sei die Erotik des Alters …was nichts anderes meint, als sich bei zunehmend eingeschränkten Bewegungsradius auf das nächstliegendste zu konzentrieren, das fressen und dem Futterneid. Menschen, die so tun, sind nicht sehr weit gekommen, trotz hoher Anzahl von Jahren.

    Traurig.

    Lieben Gruß Dir.

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  5. Das bei All inclusive, oder All You Can Eat immer mehr auf die Teller geladen wird als gegessen werden kann, ist mir auch schon oft aufgefallen, aber ich dachte das die alten Menschen die Kriege erlebt haben nicht so verschwenderisch sind. Meine Mutter konnte noch nie etwas weg schmeißen und hat regelmäßig unsere Teller leer gegessen, sie sagte oft das sie sich als Kind so oft gewünscht hat sich satt essen zu können und sie bringt es bis heute nicht fertig Essen weg zu schmeißen. Sie sagt heute noch das es so viele Kinder auf der Welt gibt, die froh wären über das Stück Brot das wir achtlos weg werfen.
    Das hat mich geprägt und ich achte auch darauf das ich nur so viel koche und auch einkaufe, wie ich auch essen kann.
    Bekomme ich mal mehr von etwas, oder etwas das ich nicht mag, geht es postwendend an Menschen die es benötigen.

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  6. es ist eine schlimme Angewohnheit, Reinhard Mey hat ‚mal ein schoenes Lied ueber ‚die heisse Schlacht am kalten Bueffet‘ geschrieben, das stimmt auf viele zu – und die meisten, die den Teller bis zum Rand fuellen, koennten ganz gut einige Zeit von ihren Fettreserven leben.

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