Die Hitze fordert weitere Opfer

Auf dem Andachtspodest im Speisesaal sammeln sich immer mehr Todesanzeigen. Heute wären es mittlerweile schon 10 gewesen. Doch dazu reichte der Platz nicht mehr. Daher wurden die beiden Rahmen der schon am längsten dort stehenden durch neue ersetzt.

Frau Ga.s Name steht also nicht mehr dort.

Der Haustechniker und seine Mitarbeiter sind fleißig dabei, die Zimmer der Verstorbenen wieder zu renovieren, damit neue Bewohner einziehen können.

Heute morgen erfuhr ich, dass mein stimmgewaltiger Nachbar im Krankenhaus verstorben sei. Er wird also nicht mehr ins Gerhard Tersteegen Haus zurückkehren. Wieder ein neuer Name auf dem Andachtspodest. Dort las ich, dass er für heutige Verhältnisse gar nicht so sehr alt geworden ist. 75 Jahre alt ist heutzutage kein Alter zum Sterben mehr. Doch ich denke es war für ihn eine Erlösung. Jetzt kann er endlich seine Muddi wieder sehen.

Der verbleibende Rest der Bewohner, einschließlich mir sind erleichtert, dass die lauten Rufe erst einmal aufgehört haben.

Ich bin gespannt, wer demnächst in das Zimmer ziehen wird.

 

22 Kommentare zu „Die Hitze fordert weitere Opfer

  1. Das ist schon heftig, so viele Menschen in so kurzer Zeit, die gegangen sind. Für deinen Zimmernachbarn bin ich froh. Ich glaube auch, daß es für ihn eine Erlösung war, nachdem er ja monatelang nach seiner Muddi gerufen hat. Jetzt hat er endlich seinen Frieden gefunden. Dir wünsche ich einen netten oder eine nette neue Zimmernachbarin!!! – Ich kannte bislang nur die Geschichte von der Ente und dem Tod, aber nicht das Video. Ich finde sie immer wieder sehr berührend. Der Tod als Freund, als ständiger Begleiter unseres Lebens, der aber nichts erschreckendes hat sondern einfach da ist, für den Fall das….immer wenn ich es lese, beruhigt es mich irgendwie und das Bild des erschreckenden Todes verliert seinen Schrecken. Danke fürs Zeigen!!

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  2. Das ist wirklich traurig, aber ich denke, auch den meisten jüngeren Menschen hat die wochenlange Hitze zu schaffen gemacht. Das war zeitweise unerträglich. Tut mir leid, dass Du auch um Frau Ga. trauern musst. Und Dein Nachbar hätte sich sicher auch ein anderes Ende gewünscht, aber dass bei allen anderen und Dir die Nerven blank liegen, wenn jemand die Nächte durchschreit, das kann ich gut verstehen.

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