Es ist grausam…

Es ist so grausam, Tag und Nacht die Schreie des Nachbarn zu hören.

Die Schreie verändern sich.

Ihr merkt, ich spreche nicht mehr von Rufen. Obwohl er das auch noch tut.

Tag und Nacht.

Die Stimme ist ganz rau geworden. Sie überschlägt sich. Manchmal sind es nur noch Geräusche.

„Waaaaahhhhhhhhhhhhhhh ………….. Muuiiiii…………“

Es klingt so verzweifelt!!!!!!!!!!!!!!

„So hilf mir doch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ……………………. Muuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“

Mein Herz schmerzt! Könnte ich doch helfen!!!

„Muuiiiiiiiiiii… wo bist du?……….. wo bist du Muddi?“

Es klingt, als würde er weinen.

„WO bist du?………. Mudddddi, Muddi…………….Wo bist du?“

Ich habe einen dicken Kloß im Hals.

„Muddi! … Muddi! … Muddi! … „

Die Stimme überschlägt sich.

„Wo bist du? …………….. Wo bist du? …………….. Wo bist du? …………….. „

Warum hilft ihm denn keiner?

Warum hilft UNS denn keiner?

„Muudddiii!!!!“

Vielleicht eine Lösung? –> Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. (DGGPP)

18 Kommentare zu „Es ist grausam…

  1. Wenn es mir einmal so ergehen sollte, würde ich auf Beruhigungsmittel bestehen. Aber das könnte ich ja gar nicht mehr. Vielleicht sollte ich das mit meinen Kindern schon jetzt besprechen.
    Aber Dir hilft dieser Gedanke mit Sicherheit nicht, denn Dein Nachbar scheint keine Hilfe zu bekommen. Das ist schlimm.

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    1. Wenn jemand in sein Zimmer kommt, ruft er erst weiter. Die Pflegerin spricht ihn dann an: „G., schrei doch nicht immer so laut! Du erschreckst die anderen Bewohner.“
      „ICH SCHREI DOCH GAR NICHT!!!“, antwortet er in voller Lautstärke.
      „Doch, Das tust du!“, sagt die Schwester.
      „OH! ENTSCHULDIGUNG!!“
      Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man lachen. 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Drama fur den Einen, Folter für die Andere! Unhaltbare Zustände welche die Heim Leitung lösen müsste! Wie kann man Dir ständig solche Nachbarn zumuten! Das ist Gift für Dich mit Deiner MS, weil Du ständigen Reizen ausgesetzt bist! Sorry, aber sowas macht mich wütend, ich wäre schon längst durchgedreht!

    Ich wünsche mir für Dich, dass da ganz schnell was geändert wird!

    Herzliche Grüße Babsi

    Gefällt 4 Personen

  3. Es ist grausam, wenn man nicht helfen kann – es ist aber auch zermuerbend, wenn man dem Geraeusch den ganzen Tag ausgesetzt ist. Ich glaube, es waere fuer den Patienten besser, wenn er Beruhigungsmittel bekommen wuerde. Es hat sich noch niemand von seiner Demenz erholt, um zu sagen, wie sie den Zustand erfahren haben – aber wenn seine Schreie ein Zeichen seiner Angst sind, waere es – meiner Meinung nach – besser, wenn man ihm durch Beruhigungsmittel helfen koennte.

    Gefällt 2 Personen

  4. Da würden wohl nur starke Beruhigungsmedikamente oder ein extremer Schallschutz nützen. Und ersteres wohl gegen die Menschenrechte des Patienten und letzteres zu teuer.

    Meine Mutter hatte frühen Alzheimer und wir dachten oft wir hätten Glück im Unglück gehabt. Sie war immer ganz lieb, hatte Bewegungsdrang, aber sonst sehr ruhig. Da sahen und hörten wir anderes.

    Gefällt 2 Personen

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