Feste Anstellung oder Leiharbeit?

Am 22.05.2018 stand dieser Artikel in der Süddeutschen Zeitung online. Sind die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeheime) wirklich so katastrophal, dass Pflegekräfte den Einkommensverlust, der damit unweigerlich verbunden ist, in Kauf nehmen?

Noch ist Leiharbeit in der Pflege kein Massenphänomen. Doch in der Pflegebranche wächst die Leiharbeit rapide. Die Alten- und Krankenpfleger arbeiten freiwillig bei Leiharbeitsunternehmen, nicht weil sie sonst nichts anderes bekommen haben.

Die Arbeitsbelastung bei den Einrichtungen nimmt ständig zu. Das hängt unter anderem daran, dass zu wenig Pflegepersonal da ist. Diese Arbeitsverdichtung macht viele Pfleger krank. Noch weniger Arbeitsfähige müssen noch mehr leisten. Das ganze schaukelt sich hoch.

Lesen sie im Artikel der SZ, warum Pflegekräfte in der Leiharbeit den letzten Ausweg sehen.

9 Kommentare zu „Feste Anstellung oder Leiharbeit?

  1. Liebe Katrin, als ich (OP-Schwester) noch berufstätig war, habe ich 5 Jahre lang, bevor mein Mann in Rente ging und darum ein Wohnortwechsel von Baden Württemberg nach Niedersachsen anstand, ebenfalls freiwillig in einer Leiharbeitsfirma gearbeitet. Das war meine schönste berufliche Zeit, muss ich wirklich sagen. Mein Verdienst war viel besser, auch ich konnte mir aussuchen, ob ich Wochenende oder sonstige Bereitschaftsdienste überhaupt machen möchte. Meist blieb ich für ein ganzes Jahr in dem entsprechenden Krankenhaus, aber auch manchmal von vorne herein geplant, für 3 bzw. 6 Monate. In einem der Krankenhäuser wurde ich erst argwöhnisch beäugt, da sie noch nie mit einer Leihfirma gearbeitet hatten, aber nach sehr kurzer Zeit war ich auch dort akzeptiert. In dieser Zeit bin ich jeden Tag wirklich gerne zur Arbeit gegangen, es gab keinen Frust, weil sich vielleicht an der Struktur des Hauses (neue Leitung) etwas, negativ empfunden, geändert hatte.
    Wenn die Arbeit Spaß macht und man zufrieden ist, arbeitet es sich leichter. Das bekommen auch die Patienten mit.
    Ein Leiharbeiter im medizinisch/pflegerischen Beruf ist kein „ Trollo“, sondern durch die vielfältige Erfahrung eher als Gewinn anzusehen.
    In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende.

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  2. Die Sache mit dem Einkommensverlust kommt wahrscheinlich auf das individuelle Arbeitszeitmodell, das man fahren möchte, an. Meine Frau ist Krankenschwester und geht seit der Geburt unserer zweiten Tochter nur an den Wochenenden arbeiten. Sie ist vor geraumer Zeit auch zu einer Leiharbeitsfima gewechselt, verdient deutlich besser, ist flexibler und hat bessere Arbeitsbedingungen. Das mag aber deutlich anders aussehen, wenn man einen Fulltime-Job durch Leiharbeit ersetzt.

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  3. Meine Freundin arbeitet seit Januar als Leiharbeiterin in der Altenpflege. Sie verdient mehr als vorher in der Einrichtung am Wohnort. Hat nichts mehr mit ständigen Überstunden zu tun, da Ihr Ansprechpartner nur die Leiharbeitsfirma ist und nicht das Pflegeheim. Sie bleibt für maximal 9 Monate in einer Stelle und wechselt dann wieder in eine andere. Sie bekommt Ihr Appartement bezahlt, sodass sie ihre Wohnung daheim behalten kann. Für meine Freundin ist das die ideale Lösung. Die Pflegeleitung kann sie nicht unter Druck setzen, es ist so viel weniger stressig, ebenso schließt sie den Vertrag nur über die Stundenzahl ab, die sie arbeiten möchte.

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