Heiligabend 2017

Heiligabend nenne ich den ganzen 24. Dezember. Denn die Feierlichkeiten begannen schon im Laufe des Tages.

Vormittags besuchte mich meine Schwester zusammen mit meinem Schwager und meinem Neffen. Es war ein sehr kurzer Besuch. Wir gratulierten uns zu Weihnachten, umarmten uns, plauderten ein wenig und ich bat eine Pflegerin ein Foto von uns zu machen. Das werde ich jedoch nicht veröffentlichen.

Bei der Unterhaltung versuchte ich so viel wie ich konnte von/über meinen Neffen zu erfahren. Er hat jetzt bald sein erstes Semester in Münster an der Uni hinter sich, hat viel gelernt, viele nette Kommilitonen kennen gelernt. Außerdem hat er herausgefunden, dass er sein Studienfach wechseln will.

Von meiner Schwester erfuhr ich, was bei ihr und ihrem Mann in nächster Zukunft geplant ist.

Dann war auch schon 11:30 Uhr und es gab das frühe Mittagessen oben auf dem Wohnbereich. Ich ließ mir mein Tablett ins Zimmer bringen.

Denn um 13:00 Uhr wurde unser Wohnbereich nach unten in den umgebauten Speisesaal gebracht. WB für WB wurden die Bewohner nach unten gebracht. Dort waren lange Tafeln aufgebaut und die Sitzplätze mit Namensschildchen bestückt. Der Sozialdienst hatte das ganze komplett durchgeplant, damit alles möglichst glatt lief.

Um 14:00 Uhr begann dann der Gottesdienst. Pfr. Fricke-Hein leitete den Gottesdienst. Ein WB-Leiter las Abschnitte aus dem Lukas-Evangelium vor. Dann wurde von der Gemeinde gesungen. Weihnachtslieder. Schön!!!

Da wir Bewohner immer wieder mit eingebunden waren, war das ganze sehr kurzweilig. Schnell war der Gottesdienst vorbei!

Unsere neue Einrichtungsleitung, Frau Kira El Kaamouzi, richtete einige Worte an die Bewohner. Sie stellte die jeweiligen Führungskräfte der einzelnen Bereiche vor. Dies war von neueren Bewohnern an sie herangetragen worden, darum gebeten worden. Derweil wurde ein wenig umgebaut.

Das Hauswirtschafts-Team und das Sozialdienst-Team stellten Kaffee und andere Getränke und Plätzchenteller auf die Tische. Dann bediente das Hauswirtschafts-Team die Bewohner. Frau Faust vom Sozialdienst führte durch das Unterhaltungs-Programm. Sie hatte sich wieder viel einfallen lassen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst und auch noch ca. 1 Stunde danach die Feier von Frau Junglas am Klavier. Später kam Herr Krücker mit seiner Klarinette dazu.

Das alles war sehr laut. Dadurch waren meine Kraftreserven irgendwann einfach aufgebraucht. Aber es war auch sehr schön.

Zum Schluss verabschiedete ich meine Eltern. Dabei erfuhr ich, dass sie abends zum Essen bei meiner Schwester und Familie eingeladen waren. Mit einem Mal kippte meine Laune. Ich wurde so was von eifersüchtig und neidisch. Schon während ich das hier niederschreibe laufen mir die Tränen übers Gesicht. Super! Eifersüchtig, neidisch, in Selbstmitleid zerfließend!

Bitte entschuldigt die unscharfen Bilder!

 

33 Gedanken zu “Heiligabend 2017

  1. Das gefällt mir ist nicht ehrlich, denn es tut mit leid für dich. Und ich kann das auch verstehen, man kann einfach nicht mehr mitmachen, Treppen oder anderes stören, vielleicht ist die Wohnung auch nicht rollstuhlgerecht… Und dann fühlt man sich allein gelassen, eben kein normaler Mensch. Auch wenn der Verstand das richtig sieht, der Bauch und das Herz sagen leider immer wieder etwas anderes. Kopf hoch!
    Zu den Feierlichkeiten in eurem Haus kann ich nur sagen, ich finde das toll. Diese Mühe, die man sich macht. Ich weiß es noch von „unserem“ Heim, da waren alle da, die sowieso Dienst hatten, aber auch freiwillig die, die eigentlich frei hatten. Bestimmt hatten sie Zuhause genug zu tun, sie sind aber trotzdem da gewesen, zum Teil auch mit ihren Kindern, die sich gerne mit den Bewohnern unterhielten. In diesem Jahr fiel der Heilig Abend ja auf einen Sonntag, einen einkaufsfreien Sonntag ( mit viel Getöse) und ich empfand den Tag sehr stressfrei. Was man nicht hatte, das hatte man eben nicht. Fertig. Könnte von mir aus immer so sein!
    Liebe Katrin, ich wünsche dir wieder schöne Gedanken, noch eine besinnliche Zeit zwischen den Jahren und an Silvester übertreib es nicht…
    Liebe Grüße von Hanna

    Gefällt 6 Personen

  2. Liebe Katrin, mich haben gerade Deine letzten Zeilen tief bewegt:
    „Mit einem Mal kippte meine Laune. Ich wurde so was von eifersüchtig und neidisch. Schon während ich das hier niederschreibe laufen mir die Tränen übers Gesicht. Super! Eifersüchtig, neidisch, in Selbstmitleid zerfließend!“
    Wenn Du die gleiche Geschichte neben einer Bewohnerin erlebt hättest, hättest Du auch so gesprochen? „Ja, ja – da ist jetzt ihre Laune umgekippt, die Eifersucht und der Neid packt sie, da laufen ihnen die Tränen übers Gesicht…“ Oder hättest Du die Bewohnerin einfach fest gedrückt und ihr gesagt, daß Du verstehen kannst, wenn plötzlich ihre Weihnachtsstimmung verloren ist und daß Du mit ihr mitfühlst?
    Ich drück Dich ganz vorsichtig und schick Dir einen ganzen Sack weihnachtliches Mitgefühl.
    Liebe Grüße von Rudi

    Gefällt 3 Personen

  3. Liebe Katrin,
    gerne würde ich dich tröstend in die Arme nehmen und, ich würde mit dir weinen.
    Es ist so ein vernichtendes Gefühl so übergangen zu werden. Auch hier haben wir wieder Gemeinsamkeiten, allerdings könnte wir darauf gut verzichten.
    Ich wünsche dir, dass du den hingebungsvollen Einsatz der Heim(engel) in den Vordergrund deines Herzens lässt und den Unsensibilitäten deiner Familie nicht soviel Bedeutung beimisst. Ich bin davon überzeugt, du wirst zumindest im Herzen deiner Eltern den ganzen Abend dabei gewesen sein. Auch Familie kann oft nicht mit Krankheit umgehen oder ist teilweise sogar noch eifersüchtig auf uns, weil sich die Eltern z. B ständig um uns sorgen. Gräme dich nicht, du erwärmst sovielen Menschen die Herzen von denen bestimmt auch ganz viele über Weihnachten liebevoll an dich gedacht haben.
    Fühle dich aus der Ferne von mir umarmt
    Elke

    Gefällt 1 Person

  4. Liebe Katrin,
    was auch immer der Grund sein mag, dass Du nicht mit Deiner Familie zusammen feiern konntest, ich verstehe Deine Tränen und Deinen Unmut! Sicher hätte Deine Familie Dich bei sich haben wollen, wäre es gegangen! Und sicher ist es für beide Seiten schwer, diese Situation zu akzeptieren. Es ist schön, dass Du in Deinem Umfeld Verständnis und Fürsorge erfährst! Ach ja genau und wir von Bloghausen sind schließlich auch noch da, wie Du ja bereits geschrieben hast. 💕💕💕💕💕
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend und vielleicht weißt Du es bereits

    heute Abend kommt auf SAT. 1 Honig im Kopf mit Dieter Hallervorden.

    Ganz herzliche Grüße
    Babsi

    Gefällt 1 Person

  5. Erstmal „Danke“ für deinen Mut dich hier so offen zu zeigen.

    Manchmal wenn wir etwas erfahren, ein Gedanken uns trifft, dann gibt es wie einen Stich im Herzen und es laufen Tränen. Das ist völlig in Ordnung, das darf sein. Wir dürfen traurig sein (ich schreibe „wir“ weil auch ich Heiligabend geweint habe, ich vermisse meine Kinder dann so sehr), was wir aber bitte nicht tun sollten ist uns dafür verurteilen.

    „Super! Eifersüchtig, neidisch, in Selbstmitleid zerfließend!“ – Analysiert, Etiket drauf und streng verurteilt, da hatte der Kopf aber viel freiraum! Wärst du deiner weinenden Zimmernachbarin begegnet, du hättest nicht mit ihr geschimpft, du hättest sie tröstend, verständnisvoll in deine Arme geschlossen. Sei bitte immer mindestens so lieb zu dir selber wie du es zu anderen bist.

    Fühle dich lächelnd gedrückt

    Gefällt 1 Person

  6. Ich kann wieder laufen, im Schnee rumstapfen, machen was ich will und du nicht
    Da kommt dann doch wieder diese blöde Warum-Frage …
    Warum der Eine so und der Andere so ?
    Keine Antwort

    Es gibt keine Antwort und ich kam mir irgendwann doof vor, mich mit meinem ständigen Optimismus und meiner Positiv-Denkerei in deinem Blog rumzutreiben …
    Was weiß ich denn schon ?

    Deine Schwester könnt ich allerdings grad die Treppe runter schmeißen ohne mit der Wimper zu zucken
    Das hätte man ja wohl auch anders machen können !!!
    Dich wenigstens fragen, ansprechen, einbeziehen … nicht einfach außen vor lassen … das find ich gar nicht gut !!!

    Drücke dich ❤ ❤ ❤

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s