Früher Sozialarbeiterin bei der Deutschen Bundespost

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Frau L. ist Jahrgang 1928. Das heißt, sie kannte in den ersten Lebensjahren nur Krieg.

In ihrem Schulalter herrschte die schwere Nachkriegszeit.

Sie hatte 3 Brüder. Einer fiel im Krieg. Einer starb sehr früh an Krebs. Der Jüngste wurde immerhin 65 Jahre alt. Doch er hatte zeitlebens mit den Nachfolgen der schweren Kriegsgefangenschaft in Sibirien zu kämpfen.

Mittlerweile wird Frau L. nächstes Jahr 90 und hat alle ihre Verwandten überlebt.

Als es damals so weit war, dass sie einen Beruf ergreifen sollte, fing sie erst im Fernmeldeamt als Telefonvermittlung an.

Dann wechselte sie zum Postdienst in die Schalterhalle. Sie arbeitete 1½ Jahre am Postschalter.

Es ergab sich für sie durch einen Zufall die Chance, sich weiter zu qualifizieren. Sie wurde zur Sozialarbeiterin ausgebildet. Sie besuchte Kurse in der ganzen Bundesrepublik. Sie hat ihr Leben lang in Krefeld gearbeitet aber durch die Ausbildung zur Sozialarbeiterin lernte sie auch andere deutsche Städte kennen. Als sie die Ausbildung abgeschlossen hatte, begann ihre Arbeit beim Sozialdienst der Deutschen Bundespost.

Hier kümmerte sie sich gewissenhaft und streng (das musste sein) 33 Jahre lang um die Probleme und Sorgen der Postangestellten und ihrer Familien. Am Anfang begleitete sie Jugendgruppen zu Jugendlagern. Doch als sie 50 wurde, beschloss sie, dass sie nun zu alt sei für die anstrengende Arbeit mit dem Jungvolk. Sie gab diese Aufgabe gerne weiter und hatte nun mehr Zeit für Arbeit mit Erwachsenen, im aktiven Dienst und im Ruhestand.

Als sie selber in den Ruhestand ging, hatte sie 42 Jahre Berufsarbeit hinter sich!

8 Gedanken zu “Früher Sozialarbeiterin bei der Deutschen Bundespost

  1. Ja, ich ziehe auch den Hut vor der Kriegsgeneration. Erst jetzt, wenn man selbst alt ist, weiß man, wie viel Glück man hatte, keinen Krieg erleben zu müssen. Ich denke manchmal, wir jammern einfach zu viel auf hohen Niveau. Gefangenenlager in Sibirien, Verlust der allernächsten Verwandten (und das nicht nur einer), Kampf um eine Scheibe trockenes Brot und hier im Osten jahrelang Rationierung der simpelsten Lebensmittel mit Marken (leider weiß ich nicht wie es in Westdeutschland war), zerbombte Häuser, mit Nichts wieder anfangen, die ganze Vertreibung aus dem Osten … Nicht zu vergessen die vielen Millionen Toten, die so gar nichts dafür konnten, Leid und Kummer in den Ländern, in die die deutsche Wehrmacht eingezogen ist… Und so viel mehr! Man kann gar nicht alles aufzählen, was die Deutschen angerichtet haben…. Die Konzentrationslager hier in Deutschland, Buchenwald, Ausschwitz & Co. …
    Und wir sitzen in unseren warmen Stübchen und meckern, dass nun die Butter einen Euro mehr kostet …

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  2. Ich finde diesen Aufstieg in den Wirtschaftswunderjahren interessant. Von einem Anlernjob als Telefonistin hin zur Sozialarbeiterin. Heute sind solche Aufstiege nicht mehr möglich, weil die einfachen Arbeiten ausgelagert sind. Wer heute in einem CallCenter für die Post arbeitet, bekommt nicht die Möglichkeit sich fortzubilden und aufzusteigen. Es gab einen interessanten Beitrag dazu in der Süddeutschen, die darin eine Ursache sieht, warum sich Menschen abgehängt fühlen.

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