Neue Sitzordnung im Speisesaal sorgt für Chaos

Es gibt Sprichwörter und sogar Lieder zu diesem Thema:

  • Einen alten Baum sollte man nicht verpflanzen.
  • Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
  • You can’t teach an old dog new tricks.

Das alles will sagen, dass sich Menschen, meist ab einem gewissen fortgeschrittenen Alter, ungern an neue Situationen gewöhnen.

Warum diese Vorrede? Nun, das war so:

Das Gerhard Tersteegen Haus bekam einige neue Bewohner, die gerne unten im Speisesaal ihre Mahlzeiten einnehmen wollten.

Dazu wollten einige wenige Bewohner, die seit Jahren hier wohnen und immer oben gegessen hatten, nun unten essen.

Das hatte zur Folge, dass neue Sitzplätze geschaffen werden mussten. Plötzlich gab es nicht genug Plätze in der alten Sitzordnung, so dass alle Bewohner dort mit ihren entsprechenden Hilfsmitteln (Rollatoren, Rollis) sitzen konnten und noch die Speisewagen vom Personal durch den Saal geschoben werden konnten (vor allem mittags).

Frau Düro, die Leiterin der Hauswirtschaft, und Frau Faust vom Sozialen Dienst rückten die Tische, stellten sie anders zusammen, überlegten hin und her. Auch wir Bewohner durften anwesend sein und unsere Meinung kundtun. Es entstand eine neue Sitzordnung, die sich erst einmal beweisen sollte. Das war vor gut zwei Wochen.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass viele Bewohner mit der neuen Tischordnung unzufrieden waren. Also wurde wieder umgeräumt. Tisch 1 und 2 stehen wieder so wie zuvor. 😉

Aber es wurden tatsächlich neue Plätze geschaffen und die Servierwagen kommen durch. Ein Problem ist es, die vor 2 Wochen bestellten Mittagessen den neuen Anordnungen zuzuordnen. Aber es wird langsam ruhiger. Die Bewohner sind zum Teil noch etwas orientierungslos, wenn sie ihre neuen Plätze suchen. Aber das braucht halt nur noch etwas Zeit.

Am Ende heißt es: „You CAN teach an old dog new tricks! He just needs time.“
Man kann eben doch einem alten Hund neue Tricks beibringen! Er braucht halt nur etwas Zeit.

Ganz nach Kanzlerin Merkel: „Wir schaffen das!“

11 Gedanken zu “Neue Sitzordnung im Speisesaal sorgt für Chaos

  1. Hallo Katrin!

    Na ja, wie in der Schule halt. Der eine wollte neben dem sitzen, der andere neben dem. Nur ich nicht, weil es mir egal war. wir waren 43 Kids (das sagt man heute so!), in der Klasse. Schließlich sagte der Lehrer: „Gallinger, nach GANZ hinten!“ Da saßen immer die Versager, so wie ich einer war und auch noch immer bin. Vorne saßen die Mädchen, die alles wussten. Am liebsten hätte er mich noch weiter nach hinten verfrachtet, aber dann hätte er die Mauer durchbrechen müssen. Ja, so war das damals. Ob`s heute recht viel anders ist, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Mir passt vieles nicht, aber das, damals, war Pipifax …

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag!

    Rom

    Gefällt 1 Person

  2. Studien haben gezeigt, dass aeltere Menschen oft besser mit Wechsel umgehen koennen als juengere Menschen – weil die Aelteren in ihrem leben mehr Veraenderungen erfahren haben, weil sie aus Erfahrung wissen, dass sie diese Veraenderungen ‚ueberlebn‘ werden ….. und dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn etwas geaendert wird (ob man es mag, ist natuerlich eine andere Frage). Viel Firmen, die ihre alten Hasen (55+) vor die Tur gesetzt haben, haben diesen Schritt bereut – in einer sich staendig wechselnden Umgebung braucht man ruhende Pole, die wissen, dass man es schafft. Bei der Bundeskanzlerin bin ich mir nicht so sicher (Ausnahmen bestaetigen die Regel).
    Viele Gruesse von Andrea

    Gefällt 1 Person

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