Kapitel 19 von Tom Sawyer

Mir scheint, wenn ich nicht blogge lese ich vor. Besonders in diesen heißen Sommertagen bin ich wenig draußen. Auch die anderen Bewohner halten den Ball flach. So kam es, dass ich vorgestern weiter von Tom Sawyer vorlas.

Meine Stammzuhörerin ist und bleibt Frau M.. Sie ist auch meistens oben im kleinen Speisesaal zu finden. Oder sie rollt über die Gänge oben. Daher traf ich Frau M. vorgestern, als ich zum Stützpunkt rollte.

Ich blickte sie an und fragte: „Soll ich weiter vorlesen?“

Ihre Augen strahlten und sie nickte ganz wild und bejahend.

Ich holte meinen Kindle, bat eine Schwester, Frau M. weiter in den Saal hinein zu schieben und das TV auszuschalten. Dann ging es los.

Kapitel 19

Das 19. Kapitel ist ein sehr langes. Es handelte davon, wie Tom von seiner Tante Polly wieder willkommen geheißen wird. Aber sie fragt ihn auch, warum er sich nie bei ihr gemeldet habe. Damit hätte er ihre Qual lindern können. Wenn sie gewusst hätte, dass er nicht ertrunken sei, dann … ob er denn nie daran gedacht hätte, sie zu informieren …

Tom fühlte sich schuldig. Er hatte nie daran gedacht.

Die Tante konnte nicht fassen, wie jemand so egoistisch sein kann. Hatte er nicht wenigstens an sie gedacht???

Tom fühlte sich sehr unwohl, als er das hörte.

Dann fiel ihm plötzlich ein, wie er Tante Polly besänftigen konnte! Er erzählte ihr, er habe von ihr geträumt! Was Tom dann tat, war nicht sehr edel. Er erzählte von seinem Besuch nachts, als habe er ihn geträumt.

Die Tante hing förmlich an Toms Lippen und war sehr erstaunt, dass der Junge Dinge geträumt habe, die wahr waren und die er nie und nimmer wissen konnte.

Eigentlich war Tom ein gerissenes Schlitzohr. Aber die Tante war besänftigt.

In einem zweiten Teil des Kapitels auf dem Kindle ging es um Kinder und die Ränke, die junge Verliebte schmieden. Tom liebt Becky (Rebecca Thatcher), sieht sie aber mit einem anderen Jungen, mit Alfred Tempel zusammen. Als Rache wendet er sich Anny Lorenz zu. Und fertig ist das Drama.

„Kinder, Kinder!“, will man rufen, „Macht euch das Leben doch nicht so schwer!“

Frau M. war ganz hin und her gerissen. Sie amüsierte sich sehr über die Kinder und ihren Herzschmerz.

Die beiden Bewohnerinnen, die oft Unruhe stiften wenn ich vorlese, blieben ihrer Rolle treu und kommentierten lautstark mein Vorlesen.

 

Frau A.: „Mein Gott, was redet die aber laut!“

Na klar, ich versuchte doch „Statler und Waldorf“ zu übertönen!

Frau D.: „Das klingt, als ob sie ein Buch vorliest.“

Gut erkannt! Und „Statler und Waldorf“ waren einfach nur eifersüchtig, dass keiner ihnen vorliest.

4 Gedanken zu “Kapitel 19 von Tom Sawyer

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