Kapitel 17 und 18 von Tom Sawyer

Die Zeit der großen Hitze lag erst einmal hinter uns. Es war sogar richtig kalt geworden. Samstag war es kalt und grau. Nun hatten wir wieder das richtige Vorlesewetter. Viele der Bewohner meines Wohnbereichs hatten sich im kleinen Speisesaal des WB eingefunden. Sie hörten Radio, sprachen miteinander, lasen, schlummerten. Es war ein e müde Truppe.

Da war ich ein gern gesehener Gast, als ich mit meinem Kindle erschien und fragte, ob ich weiter von Tom Sawyer vorlesen sollte.

Jeder nahm seine Position ein. Ich stellte das Radio aus (es lief über den Fernseher). Nahm meinen Kindle und suchte das 17. Kapitel.

Frau D. und Frau A. setzten eine jede ihren lautstarken Monolog fort. Ich versuchte dagegen anzulesen. Ganz schön anstrengend!

Frau Kp. und Frau L. öffneten ihre Augen und wandten sich mir zu, um zu lauschen.

Frau M. freute sich. Das konnte ich sehen!

Frau Kh. rollte mit ihrem Rolli quer durch den Raum. Sie sah mich an.

„Möchten Sie auch erfahren, wie es mit den Lausebengel weitergeht?“, fragte ich sie.

„Nääh!“, antwortete sie laut und rollte zur anderen Seite des Raumes wieder raus.

Nachdem alle ihren Platz gefunden hatten, fing ich an:

Kapitel 17

Die 3 Freunde (die Piraten) waren immer noch im Exil. Da gab es nachts ein großes Unwetter. Strömender Regen durchnässte alles. Blitze zuckten über den Himmel, schlugen krachend in den alten Sycamore (Bergahorn) ein. Der brannte daraufhin, trotz Regenfluten. Ein krachender Donner jagte den nächsten. Es war zum Fürchten!

Als das Unwetter endlich ein Ende fand, waren die Jungen pitschnass und verängstigt. Da sie keine Vorsorge gegen Regen getroffen hatten, stellten sie fest, dass das Feuer wo sie sich immer gewärmt und wo sie gekocht hatten, gelöscht war. 😦

Doch dann stellten sie fest, dass das Feuer den Sycamore erfasst hatte und dort noch eine kleine Stelle glimmte. Sie schafften es also tatsächlich, das Feuer wieder in Gang zu bringen. So konnten sie sich wärmen und trocknen.

Als der Morgen erwachte und mit ihm die Sonne, wurden sie so müde, dass sie einschliefen.

Wieder wach, überkam sie das Heimweh erneut. Um dem entgegen zu wirken, entschied Tom, dass aus den Piraten wieder Indianer werden. Nach den Indianerspielen musste die Friedenspfeife geraucht werden, da sie doch verfeindete Stämme gespielt hatten. Das Rauchen klappte auch schon viel besser und ohne Übelkeit. Sie waren mächtig stolz!

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„Damit ist das 17. Kapitel fertig“, sagte ich, „wollt ihr noch mehr hören? Soll ich das nächste Kapitel auch noch lesen?“ Frau M. nickte ganz wild und flüsterte: „Jaaa!!!“

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Kapitel 18

Im 18. Kapitel wird von der Trauer der Familien und Freunde der drei Ausreißer berichtet. Auch Becky Thatcher vermisst Tom sehr. Am Sonntag nach der Sonntagsschule gab es einen Trauergottesdienst für die Jungen.

Toms großer, geheimer Plan war es gewesen, still und heimlich zurückzukehren und dann auf der Empore der Kirche versteckt dem eigenen Trauergottesdienst beizuwohnen.

Doch dann marschierten die drei Lausebengel auf dem Mittelgang in die Kirche herein.

Alle freuten sich sehr, dass die Totgeglaubten wohlauf wieder da waren. Es gab ein lautes Hallo, viele Umarmungen und Küsse. Da konnte man den Burschen nicht böse sein.

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„So“, sagte ich, „jetzt ist aber erst mal Schluss mit Vorlesen für heute! Jetzt haben wir die erste Hälfte des Buches geschafft, 18 Kapitel! Es gibt insgesamt nämlich 36.“

„Vielen Dank!“, sagte Frau L..