Es waren doch nur 4 Männer

Am Wochenende habe ich die Zeit genutzt und habe wieder mit Frau K. gesprochen, bzw. habe ich ihr zugehört.

„Also 6 Männer und 6 Berufe?“, fragte ich, anknüpfend an unser letztes Gespräch.

„4 und 6!“, antwortete sie.

„Wie? 4 und 6?“, ich war verwirrt.

„Nun ja… eigentlich 2+2 und 6“, steigerte sie meine Verwirrung.

Mein Gesicht muss lauter Fragezeichen dargestellt haben. ❓ ❓ ❓

Frau K. lachte laut und ungestüm. 😂 😂 😂 Dann erklärte sie mir, was sie damit meinte. Sie hat 2 Ehemänner gehabt. Die beiden Männer danach hat sie nicht mehr geheiratet. Also waren es 4 Männer gewesen. Sie hat sie alle überlebt. Der erste fiel mit 25 Jahren im Krieg. Der zweite war herzkrank und starb mit 42. Der dritte hatte einen Autounfall, den er nicht überlebte. Der letzte war sehr krank. Er musste 10 Jahre lang zur Dialyse. Dann war er so geschafft, dass er im Alter von 68 verstarb.

Am Tod eines jeden Partners litt Frau K. sehr. Das soll man nicht meinen, wenn man sie so lebensfroh erlebt. Doch dann hatte sie sich irgendwann wieder gefangen.

Das mit den vielen Berufen stimme. Sie fing an, sie aufzuzählen:

  1. Verkäuferin in der Lebensmittelbranche
  2. Fernschreiberin
  3. Straßenbahnschaffnerin
  4. Spulerin
  5. Schreibkraft des Depots der Deutschen Bundeswehr in der Fabrik Heeder
  6. Vorzimmerdame/Sekretärin bei verschiedenen Herrn Doktoren. Als Sekretärin war  sie quasi für jeden, ob Bürger, Vereinsvorsitzenden oder Behördenvertreter die erste Ansprechpartnerin.