Nichtwähler

Ich bin immer sehr dafür, dass jeder an der Wahl teilnimmt. U. sieht das genau so. Nichtwählen heißt, die extremen Parteien stärken. Denn deren Anhänger gehen auf jeden Fall zur Wahl. Daher habe ich versucht, den Bewohnern, die NICHT zur Wahl gehen wollten meinen Standpunkt zu erklären. Vielleicht ist es aber auch eine Frage des Alters, wie man das sieht.

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Heute erlebte ich einen Senior, dessen Antwort mich sehr nachdenklich stimmte.

Als ich mittags fragte: „Und? Haben Sie schon gewählt?“, antwortete er: „Ach! Hören Sie mir auf mit Wahl! Die lügen uns ja doch nur an! Die machen eh hinterher alles anders, als sie jetzt versprechen!“

„Aber wenn Sie nicht wählen, keine der extremen Parteien, dann stärken Sie doch genau diese Extremen!“, hob ich an.

„Ach! Was soll denn daran schlechter sein? Der Hitler hat uns auch viel versprochen. Und was ist daraus geworden? Eine neue Heimat wollte er uns schenken. Und was wurde dann daraus? Nichts!!! Meine Heimat ist weg!!! Mein Vaterland existiert nicht mehr. Nie wieder habe ich es gesehen!“, sagte der Schlesier. Er war erregt und verbittert, wurde immer lauter und schüttelte seine Fäuste.

Ich wurde ganz klein. Wer bin ich, dass ich meine der Kriegsgeneration etwas über das Wählen erklären zu müssen?

Schlesien

Heimatvertriebene

9 Gedanken zu “Nichtwähler

  1. Am Ende gewinnt immer eine kriegsgeile Partei, die Kasse macht mit Waffen, Krieg und Ausbeutung. Egal wen man wählt. Man stärkt nicht einfach die Rechten, wenn man nicht wählt, denn auch die anderen Parteien haben Stammwähler und die Nichtwähler haben eine Meinung, nämlich die, dass sie keine der Parteien als vertrauenswürdig einstufen. Berücksichtigt wird das nicht, aber die vorhandenen Sitze werden munter verteilt und Parteien die ganz klar keine Mehrheit der Stimmen bekommen haben bezeichnen sich als Regierungspartei. Das ist nach jeder Wahl so und solange die Bevölkerung es schluckt und die Demokratie nicht einfordert wird es auch weiter so sein.

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  2. Wenn der alte Mann Hitler gewählt hat, weil der ihm eine „neue Heimat“ versprochen hat (Volk-ohne-Raum-Propaganda) , dann ist ihm recht geschehen. Denn die „neue Heimat“ war ja die alte Heimat anderer Menschen, die daraus vertrieben und-oder umgebracht wurden. Dass die Rechnung am Ende nicht aufging, war die Rettung für viele.

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