Früher Berufsschullehrer

Vor einigen Tagen traf ich auf dem Weg mit dem Aufzug nach unten eine ältere Dame, die gerade ihren Mann besucht hatte. Wir plauderten angeregt miteinander, bis wir im Erdgeschoss angekommen waren. Dann setzten wir unser Gespräch im Eingangsbereich fort.

pixabay.com – geralt

Fasziniert lauschte ich, was sie mir über Herrn Z. erzählte. Ich witterte eine Möglichkeit, mehr über Herrn Z. zu erfahren und dann einen Beitrag in meiner Kategorie „Beruf früher“ zu veröffentlichen. Denn mit ihm selber zu sprechen und etwas zu erfahren ist leider nicht mehr möglich.

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Herr Z. leidet an vaskulärer Demenz. Ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung kann eine vaksuläre Demenz auslösen. Nach Alzheimer ist sie die zweithäufigste Form der Demenz.

Für die Ehefrau ist es schwer zu ertragen, dass er sie mittlerweile gar nicht mehr erkennt.

Dabei war er früher ein hoch intelligenter Mann.

Nach der Schule machte er zuerst einmal eine Ausbildung als Großhandelskaufmann bei der Fa. Von Aschenbach & Voss.

Nach erster Berufserfahrung begann er dann ein Studium zum Diplom-Handels-Lehrer (so die damalige Berufsbezeichnung) und Berufsschullehrer an der Fern-Uni-Hagen.

Danach unterrichtete er am Berufskolleg Kaufmannsschule der Stadt Krefeld.

10 Gedanken zu “Früher Berufsschullehrer

  1. Liebe Katrin,
    wie schön, dass Du mit der Ehefrau ins Gespräch gekommen bist. Angehörige stehen oft allein mit ihrer traurigen Situation. Partner (Ehefrauen*Männer) stehen meistens mit ihrem Kummer, Sorge, allein allem gegen über. Stoßen auf Unverständnis und fühlen sich häufig – schuldig -.
    Wegen ihrer Trauer, um ihren Verlust, macht sich niemand Gedanken. Es wird ein imaginärer Kreis der Abgrenzung gezogen, der immer weniger von Freunden, Bekannte, eigenen
    Kinder und Verwandte, betreten wird.
    Isolation, von außen, als wäre man ansteckend, oder ein Überträger der Krankheit „Demenz“.
    Hilfe für Angehörige gibt es nicht, oder es beginnt eine lange Odyssee, bis Hilfe gewährt wird. Aufklärung finden wir insoweit, als das der Krankheitsverlauf, der ziemlich unterschiedlich ist, in Filmen oder Büchern dokumentiert wurde.
    Aber wer trocknet mir meine Tränen und wär nimmt mir meine / unsere Angst?

    LG. meintoefftoeff

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  2. Schön, dass du hierüber berichtet hast. Es ist weitverbreitet zu beobachten, dass gerade Menschen, die einen akademischen Beruf ausgeübt haben, im Alter an Demenz, egal welche Art, leiden. Das Gehirn sheint so eine Art Überbelastung in den Jahren zu erfahren und hält dem Alter nicht mehr stand. Traurig immer der Beginn, denn viele Erkrankte merken am Anfang, dass sie immer mehr vergessen oder vertraute Dinge nicht mehr wiedererkennen. LG Susanne

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  3. Pingback: Jetzt auch noch ein Schlaganfall | Meine Erlebnisse im Altenheim

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