Früher Gastronomin

Frau H. war früher Gastronomin. Sie besaß nacheinander zwei Gaststätten. Eine besaß sie 11 Jahre lang, die zweite 7 Jahre lang.

25 Jahre verheiratet, eine Tochter bekommen und dann steht sie plötzlich allein da. Ihr Mann und sie trennen sich. Jetzt muss sie sehen, wie sie sich und die Tochter allein durch bekommt.

Ihr Traum war immer ein eigenes Café gewesen. Doch um so etwas anzufangen, muss man erst mal eine Menge Geld investieren. Das war leider nicht da. Sie konnte nicht investieren. Sie musste verdienen. Was also tun? In ihrem alten Beruf als Textilverkäuferin wollte sie nicht mehr arbeiten. Da ergab es sich eines Tages, dass sie eine Gaststätte übernehmen konnte. Es war ein recht großes Lokal an der Kölner Straße am Rande der Krefelder Innenstadt.

OK, kein Café sondern eine Gaststätte. Voller Eifer stürzte sich Frau H. in die neue Aufgabe. Mit ihrer freundlichen, den Menschen zugewandten Art war sie bei der Kundschaft bald sehr beliebt. Ihre langjährige Freundin M. half ihr dabei, den neuen Räumen ein eigenes Flair zu verschaffen. Die Arbeit in der Gaststätte machte Frau H. viel Freude. Sie verpasste dem Gastraum bald eine persönliche Note.

Sie musste sich in vieles erst einarbeiten: Betriebsführung, Controlling, Einkauf, Gästebetreuung, Kalkulation, Marketing, Personalwesen, Speisekarten und -pläne mussten zusammengestellt werden. Es gab genug zu tun. Als sie nach 11 Jahren die erste Gaststätte aufgeben musste, kannte sie ihr Handwerk aus dem Effeff.

Die Gaststätte die sie danach führte, war wesentlich kleiner. Sie befand sich auf dem Südwall in der Innenstadt Krefelds. Mit der Erfahrung, die sie mit ihrer ersten Gaststätte sammeln konnte, lief der kleinere Gasthof bald erfolgreich.

Dann passierte der Schicksalsschlag! Frau H. erlitt einen Schlaganfall! Ihre ganze linke Seite war gelähmt! Es passierte ihr nachts zu Hause und sie war allein. Wie gut, dass sie sich auch jetzt auf ihre Freundin M. verlassen konnte! In ihrer Not rief sie die Freundin an und die kam sofort.

M. brachte Frau H. ins Krankenhaus. Dort musste sie viele Untersuchungen über sich ergehen lassen. Doch der Schlaganfall hatte ganze Arbeit geleistet. Frau H.s linke Seite blieb gelähmt. Als sie nach einigen Wochen entlassen werden sollte, empfahl der Neurologe eine Reha. Doch Frau H. wollte unbedingt nach Hause. Zuletzt einigten sie sich auf eine ambulante Reha in dem Krankenhaus, wo sie schon war.

Anschließend kümmerte sich ihre Tochter um sie. Doch nach einem weiteren Jahr war die Tochter am Ende ihrer Kräfte. Manchmal teilt das Schicksal auch gute Karten aus. Frau H. erhielt ein Zimmer im Gerhard-Tersteegen-Haus, erst zur Kurzzeitpflege, dann als feste Bewohnerin. Sie ist sehr froh hier gelandet zu sein. Denn alleine wohnen kann sie nicht mehr. In diesem Heim kann man es wirklich gut aushalten!

Schlaganfall-Hilfe

Ambulante, neurologische Rehabilitation im Alexianer-Krankenhaus-Krefeld