Früher Kirchenmusiker

Herr N. ist sehr musikalisch. Er hat sich schon als Kind immer ans Klavier gesetzt, wenn er irgendwo eines fand. Dann versuchte er gehörte Melodien nachzuspielen. Irgendwann fragte er dann seine Eltern, ob er nicht Klavierunterricht nehmen könne.

„Ach… wir haben doch gar kein Klavier… und eines zu kaufen nur damit du bald etwas anderes möchtest… dann steht das Ding hier rum… nein… lerne du erst mal Blockflöte“, sagten die Eltern.

Also lernte Herr N. Blockflöte. Erst Sopranflöte, dann kam später die Altflöte dazu. Aber sein Herz schlug nie für die Blockflöten. Nachdem er zwei Jahre lang Flöte gelernt hatte, bekam er dann endlich Klavierunterricht. Die Eltern hatten erkannt, dass der musikalische Junge für die Musik brannte und dass das mit dem Klavier nicht nur eine flüchtige Laune war. So fing er also mit 9 Jahren mit dem Klavierunterricht an.

Als er 17 Jahre alt war, bekam er seinen ersten Unterricht an der Orgel. Das war in Krefeld an der Elisabeth Kirche. Er war begeistert vom Orgelspiel. Das war fast wie ein ganzes Orchester. Sein heimlicher Wunsch war es, einmal Dirigent eines Sinfonieorchesters zu werden.

Als es dann darum ging, einen Beruf zu wählen, erfuhr Herr N., dass man, um Dirigent zu werden, als Schulabschluss das Abitur brauchte. Herr N. hatte aber nur die mittlere Reife. Damit könne er aber das 6-semestrige Studium zum B-Kirchenmusiker beginnen. Sollte er nach erfolgreichem Studium noch wollen, könne er noch 4 Semester anhängen und den A-Abschluss machen, auch ohne Abitur.

Nach 3 Jahren Studium an der Musikschule/-akademie in Düsseldorf bekam er ein Stellenangebot von der katholischen Kirche in Krefeld-Linn. Damit stand für ihn fest, B-Kirchenmusiker wolle er erst einmal bleiben. Allerdings erlebte er einige unschöne Dinge dort und wurde recht sparsam bezahlt. Es endete darin, dass er aus der katholischen Kirche austrat.

Er machte eine Umschulung und landete in einem Bürojob. Der brachte ihm das nötige Geld. Aber die Liebe zur Musik blieb.

Wie das Schicksal so spielt, traf er einen alten Bekannten, der ihn als Organist für seine evangelische Kirche haben wollte. Nun begann die Zeit, in der er in vielen Kirchen die Orgel spielte. Es ist noch gar nicht so lange her, dass aus dem ehemaligen Katholiken ein Protestant wurde.

Alle Bilder sind von pixabay.com

14 Gedanken zu “Früher Kirchenmusiker

  1. für Herrn N. gilt mal wieder „Ende gut – alles gut“

    Katrin, danke für deine kleine Geschichte bezüglich Herr N.

    DAS ist doch wieder mal ein richtiger „Aufsteller“.

    Katrin ich wünsche dir, deinen Mitbewohnern und all den Menschen um Dich herum, die sich so um euch kümmern,
    EIN SCHÖNES OSTERFEST

    gerry aus Frankreich

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  2. Liebe Katrin, das nenne ich Talent, Musik, Melodien nach Gehör nachspielen zu können, spricht für ein solches. Mein Bruder konnte es auch und lernte nur so zum Spaß, auf der Posaune. Er konnte jedes, viele Instrumente spielen, kam aber nie auf den Gedanken, etwas Spezielles zu erlernen, oder gar zu verfolgen. Über Musik , Musik machen, Instrumente erlernen, darüber kann man schreiben. Vielleicht schreibst du einmal über dich. Was dir Musik bedeutet hat, noch bedeutet.
    LG. Monika

    Gefällt 1 Person

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