Ein typischer Tag im Alten-/Pflegeheim

Als ich letztens fragte was ihr noch wissen wollt, haben einige von euch gemeint, ich solle doch einmal erzählen wie ein typischer Tag im Altenheim aussieht. Hier ein exemplarischer Kommentar:

Hallo,

mich würde mal ein typischer Tag im Altenheim interessieren. Wird man morgens um 6 aus dem Bett geworfen? Muss man sich tagsüber abmelden, wenn man das Haus verlässt? Ab wann ist Bettruhe? Wo und wann darf man rauchen? Darf man die ganze Nacht am PC hängen? Gibt es auch Cola, oder nur das “gesunde” Quellwasser?

Gruß

Also: man ist relativ frei in seiner Zeiteinteilung. Fixe Termine/Zeiten sind die Mahlzeiten.

Wenn man nach unten zum Speisesaal kommen kann:

Das Frühstück wird vom Büfett eingenommen.

Mittags bevor die Bewohner im Speisesaal bedient werden, bekommen die einzelnen Wohnbereiche mit Bewohnern, die auf den Wohnbereichen essen ihre Speisen im sogenannten Tablettsystem. Dazu werden unten in der Küche die Tabletts fertig zusammengestellt und in große Speisentransport-Wagen für Tablettverteilung geschoben. Diese schweren Wagen muss eine Hauswirtschaftskraft auf die Wohnbereiche schieben. Dort werden dann die Tabletts verteilt.

Man kann, falls man durch einen Arzttermin verhindert ist, oder weil man einfach keinen Hunger hat, das Essen nach Absprache später einnehmen. In allen Wohnbereichen stehen Mikrowellengeräte zur Verfügung.

Das Abendessen wird um 17:30 Uhr vom Büfett eingenommen.

Wenn man mal lieber ‚draußen‘ essen möchte, in einem Lokal oder bei Freunden oder Verwandten, sagt man morgens Bescheid.

Ebenso, wenn man mal abends weg möchte, sei es ins Kino oder Theater oder auf einen Geburtstag oder eine Einladung, meldet man sich ab. Die Haupteingangstür wird abends um 19:00 Uhr (im Winter) oder 20:00 Uhr (im Sommer) abgeschlossen. So kann kein ungebetener Gast einfach herein kommen. Die Bewohner haben einen Schlüssel. Oder sie läuten nach dem Nachtdienst, der dann kommt, öffnet und einem hilft.

Die Sache mit dem Abmelden soll nicht bedeuten, dass man ‚bewacht‘ wird. Es dient letztlich einzig und allein der Sicherheit des Bewohners.

Wann beginnt der Tag?

Die Pfleger arbeiten in drei Schichten:

Frühdienst: 6:30 bis 14:00 Uhr

Spätdienst: 13:30 bis 21:00 Uhr

Nachtdienst: 20:30 bis 7:00 Uhr

In den Zeiten, wo sich die Dienste überlappen, ist die sogenannte Übergabe. Da erzählt der sich verabschiedende Dienst dem nachfolgenden was los war und worauf geachtet werden muss.

Das heißt, dass morgens ab 7:00 – 7:15 Uhr das Pflegepersonal beginnt, die Bewohner zu wecken und eventuell bei der Morgentoilette hilft. Wenn ein Bewohner noch nicht aufstehen will, kann er/sie das sagen und noch etwas liegen bleiben.

Dann sollte der/die Bewohner/in frühstücken. Da kann man auch seine Wünsche anmelden. Zwei Mal die Woche, mittwochs und sonntags gibt es ein Frühstücksei, wenn man will. Es gibt aus hygienischen Gründen allerdings nur hartgekochte Eier.

Wann endet der Tag?

Das kann jeder Bewohner für sich entscheiden. Es hängt auch davon ab, wie viel Hilfe er/sie bei der Abendtoilette und dem Zubettgehen benötigt. Wird viel Hilfe benötigt, sollte man das den Spätdienst machen lassen. Das sind immerhin 2 Kräfte für 30 Bewohner. Der Nachtdienst ist auf den WBs 1, 2 und 3 alleine für 45 Bewohner verteilt auf 2 Etagen zuständig.

Auf WB4 befindet sich auch der Wachkomabereich. Dort gibt es Bewohner, die unter anderem auch beatmet werden müssen. Hier sind 2 Nachtdienstkräfte allein für WB4 zuständig.

Alkohol und andere Getränke

Morgens gibt es Kaffee, Tee, Milch, Kakao oder/und Fruchtsäfte.

Mittags gibt es Saft oder/und Mineralwasser (still, medium, normal).

Abends stehen standardmäßig Fencheltee und Mineralwasser auf den Tischen. Auf Nachfrage gibt es auch anderen Tee, Fruchtsaft oder Milch.

Samstagabends gibt es Bier zum Abendbrot. Wahlweise Pils, Alt oder Malzbier mit oder ohne Alkohol. Möchte man Wein trinken oder auch an anderen Tagen Bier, kann der Bewohner seinen Wunsch bei der Wohnbereichsküche bekannt geben. Dann wird einem das aufs Zimmer gebracht. Da jedes Bewohnerzimmer mit einem kleinen Kühlschrank ausgestattet ist, kann man Getränke auch auf dem Zimmer frisch und kühl halten. Weiterhin stehen jederzeit unterschiedliche Erfrischungsgetränke (Limonade, Cola), Säfte und Tees zur Verfügung.

Diese Getränke sind für die Bewohner alle ohne Zusatzkosten erhältlich.

An hohen Feiertagen gibt es zum Mittagessen zusätzlich Wein (weiß, rosé oder rot).

Rauchen

Rauchen ist nur draußen auf den Balkonen der einzelnen Wohnbereiche oder vor der Eingangstür des Gerhard-Tersteegen-Hauses erlaubt. Das gilt für Bewohner genauso wie für die Angestellten und für Besucher. Rauchwaren müssen selber besorgt und bezahlt werden.

Bettruhe

Das ist jedem selber überlassen. Wer möchte, kann ruhig die ganze Nacht lesen, fernsehen oder im Internet surfen. Die meisten Zimmer sind Einzelzimmer, sodass man dadurch niemanden stört.

Veranstaltungsangebote

Es finden verschiedene Veranstaltungen im GTH statt. Monatlich gibt es einen Veranstaltungsplan. Darüber hatte ich bereits am 05.07.2016 gebloggt. Dadurch kommt kaum Langeweile auf.

Gerhard-Tersgteegen-Haus

Monatlicher Veranstaltungsplan