Früher Kunststopferin

Endlich kann ich wieder einen neuen Beruf vorstellen. Frau B. war früher Kunststopferin. Natürlich hat der Beruf heute einen anderen Namen. Heute spricht man von Produktprüfer/in – Textil. Aber es ist der selbe Beruf: Im berufenet.arbeitsagentur.de steht:

Produktprüfer/innen – Textil kontrollieren in allen textilen Produktionsbereichen hochwertige Textilgewebe auf Fehler. Sie erkennen und beheben diese und erkunden und beseitigen die Fehlerursache.

Es ist nach wie vor ein Ausbildungsberuf. Aber heute findet die Ausbildung in der Industrie statt. Sie dauert zwei Jahre.

Frau B. lernte bei ihrer Mutter. Die war anerkannte Kunststopferin und arbeitete von zu Hause aus. Zu der Zeit sah man es eigentlich ungern, wenn Frauen nach der Hochzeit Geld verdienen mussten. Doch Frau B.s Vater war im Krieg gefallen. So musste die Mutter sehen, dass sie genug Geld verdiente, um sich und die Tochter zu unterhalten. Da war es dann auch willkommen, dass Frau B. mit half. Frau B.s Mann starb ebenfalls früh, sodass auch sie später noch als Kunststopferin arbeitete.

Die Wohnung von Frau B. und ihrer Mutter war mitten in der Krefelder Innenstadt, am Karlsplatz. Viele renommierte Krefelder Firmen und Geschäfte brachten ihre fehlerhaften Stoffe zu ihnen, um sie kunststopfen zu lassen. Aber auch Einzelpersonen ließen wertvolle Textilien kunststopfen. Bald war die Kunst der beiden bekannt, denn sie machten sehr gute Arbeit!

Kunststopfen – Ein aussterbendes Handwerk

6 Gedanken zu “Früher Kunststopferin

  1. Da es sich bei dieser Fachfrau um meine Mutter handelt, kann ich vielleicht noch etwas ergänzen.
    Meine Mutter konnte so auch kleinere Löcher im Stoff wieder zuweben. Dazu müsste sie erst am Rand des Stoffs Fäden in allen vorkommenden Farben ausziehen. Dann musste sie das Webmuster des Stoffs erkennen und mit der Nadel exakt nacharbeiten. Das konnte sie wirklich perfekt. Sie arbeitete dazu oft mit der Lupe.
    Sie und ihre Mutter haben damit (nach dem Tod des Vaters)wirklich die Familie ernährt und die beiden jüngeren Brüder konnten so studieren.
    Später hat dann mein Vater auch gut verdient und meine Mutter hat das Kunststopfen nur noch für besondere Leute eher hobbymässig ausgeführt. Es wurde für ihre Augen auch zu anstrengend.
    Danke für den interessanten Beitrag
    U. Hannen

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