Selbstbestimmung, Freiheit

Ich muss gerecht sein: ich habe hier ziemlich viele Freiheiten.

Ich kann mitbestimmen, was ich zu essen bekomme. Ich muss nicht selber kochen (das würde extrem viel Kraft kosten, die ich gar nicht habe).

Dazu bekomme ich viel Hilfe, wenn ich sie brauche. Ich habe viel darüber nachgedacht. Dann sagte U. heute, sie wolle nicht, dass ich das Heim verlasse. Das tat so gut!

Das GTH ist mittlerweile mein Zuhause geworden.

Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld

Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld

Ich bin kein einfacher Mensch. Ich würde immer ein Haar in der Suppe finden und mich kolossal darüber aufregen. In meinem jetzigen körperlichen Zustand möchte ich nicht irgendwo allein in (m)einer Wohnung hocken und die Minuten zählen bis der Pflegedienst endlich kommt. Hier kann ich jeder Zeit Gesellschaft haben, wenn ich das will.

Ich bin, wie ich bin.
Ich bin nicht einfach.
Ich suche Frieden, die „Heile Welt“
und bin doch oft recht explosiv und aggressiv.

Liebe Davinia, ich weiß, du meinst es gut, aber die Sache mit der Assistenz ist nichts für mich. Ich werde mich hier durchbeißen. Die „Heile Welt“ gibt es nirgends. Auch nicht in eigener Wohnung und mit Assistenz.

Assistenz <– super Link von Davinia!

29 Gedanken zu “Selbstbestimmung, Freiheit

  1. das is ja auch nu wirklich nich einfach, was du dir da „ausgesucht“ hast…

    von ambulanter Pflege würde ich auf jeden Fall abraten
    für mich war das super, aber der Fall lag ja ganz anders… wenn man wirklich wenig selbst machen kann… ich schätze, da hättest du ständig Nerven-Probe
    an einem Tag kommen zwei, dann kommt mal gar keiner, oder irgendwann halt… oder es ist kein Material da… oder die schicken dir jemand, der dir unverblümt sagt, dass er hofft, dass das, wofür er da ist, hoffentlich jetzt nicht passiert… da kriegst graue Haare bei wennde noch keine hast…

    Gefällt 2 Personen

  2. Katrin, der Vorschlag von Davinia ist gar nicht so schlecht. Probieren könntest Du`s ja mal. Und wenn Du damit nicht zufrieden bist, kannst Du doch wieder zurück, oder? Jaaa, ich weiß, ich bin nicht Du! Manchmal ist es wirklich zum Verzweifeln. Ich mag Dich aber trotzdem.

    Schönen Tag noch!

    Rom

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  3. Ich muss schon ergänzen, dass Assistenz nicht mit einem Pflegedienst zu vergleichen ist Es ist nicht ein schneller Besuch hier und da. Man kann bis zu 24h am Tag unterstützung haben. Und zwar 1 zu 1. Du wärst also nicht alleine – es sei denn du willst/ brauchst es so. Der wichtige Unterschied ist, dass DU entscheidest wie/wann/wo dir geholfen wird. Wenn DU um Mitternacht duschen willst, dann steht um Mitternacht eben duschen an (deine Assistenzperson würde dir sicherlich nicht danken, aber trotzdem). Wenn DU etwas unternehmen willst, dann begleiten dich deine Assistenten. Ich gehe mit meinen z.B. regelmäßig schwimmen. Das kann ich absolut nicht ohne Hilfe. Ich bin auch schon mit meiner Assistenz ins Ausland gereist. (Das System ist nicht perfekt, aber es ist definitiv eine tolle Alternative zum Heim und zum ambulanten Pflegedienst.)
    Das ist das wichtige. Die SELBSTBESTIMMUNG und die dadurch errungene Freiheit.

    Allerdings liegt das an dir. Wenn du glücklich bist wo und wie du lebst, dann ist das das was zählt. 🙂

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  4. Es ist schön, dass Du die Frage so offen und ehrlich angehst!
    Das ist der einzig richtige Weg.
    Klar gibt es viele Möglichkeit in der Pflege zuhause, bis hin zu Assistenten,
    klar gibt es große Vorteile, zuhause in einer eigenen Wohnung sein zu können …
    Aber die Wirklichkeit ist so, dass Du Dir das alles erkämpfen musst. Nur wenn Du wirklich überzeugt bist, dass es Dir in einem eigenen Zuhause wesentlich besser gehen wird, dann wäre das eine ernsthaft zu erwägende Alternative.

    Aber Du hast ja schon richtig erkannt, das GTH ist Dein Zuhause geworden. Du hast viele Vorteile aufgeführt, bis dahin, dass Du nicht selbst kochen musst, was für Dich sehr anstrengend wäre. Du hast viel mehr Möglichkeiten, Gesellschaft zu haben, aber auch Deine Zeit für Dich allein.

    Probleme, wie der viel zu laute Fernseher, wird es immer wieder geben. Aber ich schätze die Leute im GTH so ein, dass es mit ihnen zusammen bestimmt immer wieder eine gute Lösung gibt. Vollkommen wird das Leben nirgendwo sein. Deshalb muss man immer abwägen, wo sich die Unvollkommenheit mit den Vorteilen in einem guten Verhältnis für die jeweils individuellen Bedürfnisse befinden.

    Dass Du inzwischen zum GTH gehörst, kann ich immer wieder aus Deinen engagierten Beiträgen lesen. Du bringst Dich konstruktiv ein und hast eine sehr soziale einfühlende Ader. Das gefällt mir sehr! Und ich lese deshalb immer wieder gerne Deine Beiträge!

    Dir noch einen schönen Tag!
    Lieben Gruß, Michael

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  5. Liebe Katrin,
    du bist eine starke Frau. Das zeigt schon, wie du deine eigenen Gedanken und Gefühle reflektierst und dich nicht scheust, zuzulassen, dass ein Gedanke von gestern vielleicht zu impulsiv war und dem spontanen Ärger entsprang. Deine Situation ist nicht immer leicht, aber du schaffst es doch immer wieder, etwas Gutes in allem zu sehen. Da darf man sich auch einmal über das „Haar in der Suppe“ aufregen. Wir sind alle Menschen mit Gefühlen und manchmal sind diese Gefühle eben auch ein wenig aggressiv, das macht ja nichts!
    Ich bewundere dich sehr!
    Regina ❤

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  6. Liebe Katrin,

    auch ich habe gestern sehr impulsiv meinen Komment verfasst, weil ich auf Lärm ebenso reagiere wie Du. Deswegen rudern ich jetzt nicht vollends zurück denn, ich bin schon der Meinung, dass man es sicher steuern könnte, für Dich einen Zimmernachbar zu finden, der Dir eben nicht die wichtige Nachtruhe raubt! Schließlich ist Schlafentzug sogar eine Foltermethode, da ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass Du überreagierst!
    Also, das Optimum zu finden dürfte, auch im eigenen häuslichen Bereich, äußerst schwierig sein! Denn auch da gibt es natürlich mitunter Nachbarn, die man zum Mond schießen könnte! Im GTH gibt es dann Menschen, die damit umgehen können, wenn Du mal einen Ausraster hast. Ich habe mich nur über diese Sache mit der Psychiatrie furchtbar aufgeregt.

    So, jetzt aber Schluss, die Hauptsache ist, es geht Dir wieder gut und Dein Personal nimmts Dir nicht krumm!
    Aber Du hast schon soviel gutes über die Damen berichtet, da kann bestimmt nichts schief gehen!

    ❤Grüße Babsi

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  7. Ich kann mich Davina nur anschließen. Das System mit der Assistenz funktioniert ja nicht nur, wenn Du alleine in einer Wohnung lebst. Du kannst Dich auch mit anderen zusammentun und eine WG nach Deinem Geschmack und mit Menschen in Deinem Alter gründen oder in eine WG mit freiem Zimmer einziehen, falls Dir das Wohnen alleine nicht zusagt.
    Raul Krauthausen wäre möglicherweise der richtige Ansprechnpartner, was Tipps und Infos zu dem Thema angeht.

    Ich fand es immer beeindruckend zu lesen, wie Du im Altenheim zurechtkommst. Aber ich habe auch nie verstanden, wie Du Dir das in Deinem Alter antun kannst. Wir sind im selben Alter, Du bist ja noch total jung im Vergleich zu den Menschen um Dich rum. Auch wenn Deine Einrichtung nach Deinen Schilderungen zu den gut geführten zu gehören scheint, in 30 Jahren ist auch noch Zeit dafür.

    Natürlich ist es Deine Sache, und wenn für Dich diese totale Rundumbetreuung und Absicherung wichtiger ist, als ein selbstbestimmtes Leben mit Menschen, die nicht überwiegend dement sind, dann ist das Dein gutes Recht. Es sind halt Jahrzehnte, die Du so zu leben planst, obwohl es ganz andere Möglichkeiten gäbe.

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  8. Hallo 🙂

    Gut das du ein bischen Frieden schließen konntest mit der Situation.
    Ich kommentiere selten aber lese dich immer 🙂
    Was ich sagen wollte… ich lebe ganz normal in einer kleinen Wohnung, bin gesund und hab das selbe Problem. Über mir wohnt eine indische Familie, zu 5. in einer 2 Zimmer Wohnung… das ist oft so furchtbar laut! Und da kann ich mich beschweren wie ich will, das ist denen egal. Als ich mal spät Abends im Schlafanzug ausgerastet bin war einige Wochen ruhiger, aber dann war alles wie vorher.

    wenn dir das dann im eigenen Zuhause passieren würde würdest du dir in den Popo beissen 🙂

    Perfekt ist es nirgends, versuch es dir trotzdem schön zu machen.

    Liebe Grüße an dich!

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  9. Liebe Katrin, ich finde, Du hast das recht, Dich aufzuregen, aber klüger wäre es, eine funktionierende Lösung für Euch beide zu finden. Vielleicht lässt es sich mit der Leitung besprechen, dass er Kopfhörer trägt oder näher vor dem Fernseher sitzt. Letztendlich hast Du auch ein Recht auf Lebensqualität. Vielleicht kannst du auch das Zimmer wechseln, obwohl ich weiss, dass Du Dein Zimmer sehr magst. Und ich freue mich, dass Du Dich dort Zuhause fühlst, auch da gibt es regelmässig mal Ärger;-)

    Gefällt 2 Personen

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