Wie wollen wir sterben?

Den Tod möchte man am liebsten weit von sich schieben. Leiden, Sterben, das müssen immer nur andere momentan. ICH habe da ja noch Zeit…

Ich bin froh, dass man sich hier bei uns im Heim schon ganz am Anfang unseres Aufenthaltes hier mit einer der Damen des Sozialdienstes(Psychologin oder Sozialpädagogin)zusammensetzt und darüber spricht, wie man sich sein Ende wünscht. Sie fragen auch, ob eine Patientenverfügung existiert. Wenn nicht, sind sie einem behilflich dabei, eine zu erstellen. Weitere Einzelheiten, die hier dazu gehören, werden abgeklopft. Ich finde das sehr gut. Immerhin spricht man mit Menschen mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet, die einem persönlich nicht so nahe stehen, wie Mitglieder der eigenen Familie.

Danke, liebe Notaufnahmeschwester, dass du dieses wichtige Thema in deinem Blog aufgreifst!

6 Kommentare zu „Wie wollen wir sterben?

  1. Ein so, so sehr guter Text, den ich mir abgespeichert habe – eigentlich möchte ich ihn in die Welt hinaus schreien!
    Es ist so wichtig, zu leben, wirklich zu leben, aber dazu gehört auch immer die Endlichkeit. Sie sollte das „aus dem Vollen schöpfen“ indizieren! Ich habe, obwohl es zu meinem Beruf gehörte, im November eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospiz/Sterbehelferin abgeschlossen, obwohl ich es kräftemäßig eigentlich gar nicht mehr konnte. Aber, für mich ist es wichtig, dass dieser Teil des Lebens eben auch wirklich zum Leben gehört.
    Ich las vor einiger Zeit den eindrucksvollen Satz einer Hebamme, dass niemand uns ein leichtes Leben oder leichtes Sterben verspricht. So, wie es leichte, schnelle Geburten gibt, gibt es „einfache“ Leben, ohne große Krisen und schwere Belastungen, aber auch schwere Lebenszustände, Gewalt, Armut, Krisen. Und so ist auch das sterben nicht immer gleich, niemand verspricht es uns, das es einfach wird, aber es liegt in unserer Hand, zu entscheiden, was wir entscheiden können. Wir wollen Autonomie leben, verstecken uns aber vor dem so sicheren Tod, finden Patientenverfügungen ja ach so gut, wollen uns aber selbst lieber „noch nicht“ damit auseinander setzen.
    Mir selbst gibt meine beim Notar ausgearbeitete Verfügung Sicherheit – beim Leben, so schwer es auch manchmal ist und fällt. So schön ist es auch!

      1. Ja, das finde ich traurig.
        Trauriger, als die Tatsache, dass jemand gestorben ist. Weil solche Menschen nicht wahr haben wollen, dass der Tod eben zum Leben dazu gehört. Da bin ich ganz Deiner Meinung.

  2. Das finde ich sehr wichtig.
    Gut, dass Du das ansprichst. Wir alle müssen, glaube ich, lernen, unverkrampfter und ohne Angst über den Tod und insbesondere über unser eigenes Sterben zu reden. Ich finde es sehr vorbildlich, dass das in Eurem Heim so bewusst gehandhabt wird!

    Lieben Gruß, Michael

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