Meine Laune im Novemberkleid

Wenn man aus dem Fenster schaut, ist es nebelig und grau. Ab und an regnet es. Es ist also kein Wetter, das die Laune hebt. Dementsprechend ist es mit meiner Laune auch nicht zum besten.

pixabay,com - von Bernswaelz

pixabay.com – von Bernswaelz

Ich sehe an anderen nur das, was mir selbst unmöglich ist. Dann bin ich schnell zerfressen von Neid. Das wiederum hat zur Folge, dass ich mich schlecht fühle. Wie kann ich selbst meinen Lieben nicht gönnen, dass sie Dinge erleben oder tun, die ich liebend gern selber tun würde?

Warum tue ich das? Damit ist niemandem gedient. Mir nicht, denn ich bin unglücklich. Den anderen nicht, denn ich bin unausstehlich.

Es führt dahin, dass ich nichts von den tollen Erlebnissen der anderen hören will.

Doch schließt mich das nicht noch mehr aus vom ’normalen Leben‘?

Winterdepression – Wiki

23 Gedanken zu “Meine Laune im Novemberkleid

  1. was ist ein normales Leben?
    Klar – ich versteh schon, was du meinst – mit gesundem Körper und Job und Wohnung und Auto fahren…
    Aber ich hatte noch nie in diesem Leben das Gefühl, ein normales Leben zu haben
    und ich weiß auch nicht, ob irgend jemand das hat…
    bzw. – wenn ich mir das versuch vorzustellen, dann scheint mir das aber richtig grau…
    Wir müssen alle unser eigenes Leben finden – was verdammt nicht leicht ist – aber ohne das – was ist es wert – „einfach so leben“ – das kann leicht werden, das Leben verschlafen….
    Ich kann nur sagen. Mein weg führt mich immer wieder nach Innen
    Gott und Meditation – so ungefähr das…
    und immer wieder kapitulieren – surrender to live – es is eh stärker, da kommst du nicht gegen an, gegen das Leben
    versuchen, das Vertrauen wieder zu finden
    darein, dass alles irgendwie seinen Sinn hat, auch wenn wir den nicht sehen können…
    darein, dass Gott dich liebt und dich genau so haben will, wie du bist – warum auch immer…
    und durch gehen, nicht davor wegrennen, das hab ich auch fest gestellt für mich
    durch die Tiefen – rein in’s Grau-en – irgendwann kommst du an ganz unten auf dem Grund ( 😉 – und dann geht’s wieder aufwärts – in der Regel auf völlig unerwartete Art und Weise….

    Du bist Sch… drauf?
    Ja – dann ist das jetzt so.
    Und du hast schließlich auch allen Grund dazu!
    Und es wird wieder anders werden, denn nichts ist für immer.
    Nimm es an, wie es ist, würd ich mal sagen….
    Sch… auf was sollte ich jetzt am besten tun, was wäre jetzt richtig, was sinnvoll…
    Sch… auf alles, schrei Gott – irgendwann schreit Er zurück 😆

    Drück dich, würd dich gerne trösten… weiß aber auch nicht wie, denn ich kann ja nix ändern, an dem, was ist….

    Alles Liebe

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  2. Liebe Katrin,
    du bist ein Mensch und wir Menschen haben das gelegentlich. Die Frage „Warum gerade ich?“ lässt sich wohl nie ganz abstellen und gelegentlich muss man sie auch mal zulassen.

    Ich wollte dir eins schon lange sagen: Ich finde es unglaublich mutig, wie du mit deinem Schiksal umgehst, ich stelle es mir verdammt schwierig vor, als junge Frau im Altenheim zu leben und du siehst das meistens voller Humor und Zuversicht. Toll! Liebste Grüße Ela

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  3. Liebe Katrin,
    Neid, neidisch zu sein, ist ein Übel. Ein Übel für einen selber, weil nur das vermeintlich Negative(Positive) hervor geholt wird. Wir vergleichen andere mit unserem Selbstbild, dass wir von uns gezimmert haben.
    Was bewirkt denn Neid, er verschleiert den Blick für das reale Leben, meines Gegenübers. Viel, viel schlimmer sind die Folgen solcher Empfindungen. Missgunst, Rache, Ablehnung, Vermeidung, Einsamkeit, Frust.
    Wie wäre es denn mit einem gesunden Vergleich, (ohne Neid). Wie sieht es denn bei dem anderen tatsächlich aus? Was besitzt er denn wirklich. Wird er geliebt. Erfährt er die Wertschätzung, wie wir. Was hat er an Vorteilen, welche sind seine Nachteile.
    Das wichtigste scheint mir zu erkennen, wie müht er sich ab, um eine solche Fassade aufrecht zu halten. Betrachtet ich Neid, so ist er der Mantel / Tuch, unter dem ich mich verstecke, um mir nicht eingestehen zu wollen, dass die Fähigkeiten, die mir verloren gegangen sind, nur einen geringen Teil von dem ausmachen, um neue Möglichkeiten zu schaffen.
    Meine/ unsere Kreativität ist doch nicht erkrankt, sondern unsere Seele hat Schaden genommen. Lassen wir ihr doch Zeit zu gesunden.
    Die, die du liebst, liebe sie uneingeschränkt. Sie bedürfen deiner Liebe. Liebe ist Leben. Sie kommen zu dir um mit dir zu teilen, nicht um dich zu demütigen.
    Der November ist ein wunderschöner Monat. Es ist die Zeit zur Einkehr.
    LG. Monika

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  4. Hallo Katrin!

    Ich habe den Winter noch nie gemocht, egal, ob November oder Januar. Wenn keine Sonne scheint, ich nur Grau in Grau sehe, werde auch ich unausstehlich. Am liebsten würde ich diese triste Jahreszeit verklagen oder mich im Bett verkriechen. Und dann höre ich Leute, die sagen: „Ich freue mich schon, wenn es zu schneien beginnt.“ Ich frage mich, was am Schnee so schön ist (?), was an der Kälte so schön ist oder einer Schneeballschlacht. Was ist daran so schön? Und jetzt noch etwas restlos Empörendes: Da fragt mich doch glatt eine Russin , ob ich sie nicht mal besuchen will. Ich lernte sie in einem Fortbildungskurs kennen.
    „Wo wohnst du?“, fragte ich sie.
    Und sie antwortete: „Sibirien.“ Sie nannte mir auch die Stadt. Sie war tatsächlich glücklich, mit ihrem scheiß Sibirien. „immer gute und trockene Luft, Roman.“ Ehrlich: Ich hätte ihr eine reinhauen können. Sie wusste genau, dass ich Kälte hasse. Vermutlich sagte sie es deshalb, um mich ärgern zu können. Ja was soll man denn da tun? Da steht man doch mit dem Rücken zur Wand! Anschließend zeigte sie mir auch noch Fotos. Das gab mir den Rest. Sibirien dürfte, meiner Schätzung nach, 2 Lichtjahre lang und 2 Lichtjahre breit sein. Es war eine einzige Tragödie.

    Alles Gute!

    Liebe Grüße,

    Rom

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  5. Ich kann deine dunkle Stimmung und auch den Neid nachvollziehen. Seitdem ich gehbehindert bin, habe ich auch immer wieder solch dunkle Phasen, manchmal regelrechte schwere Depressionen. Es fällt ungemein schwer, sich damit abfinden zu müssen, dass man in seinem Bewegungsradius, seinem körperlichen Tun eingeschränkt ist. Vor allem, wenn man in früheren Jahren überaus aktiv gewesen ist, z. B. viel Radfahren, Bergwandern, Schwimmen, Laufen betrieben hat. Vor drei Wochen kam ich nicht einmal mehr den breiten, gut ausgebauten, wenige hundert Meter langen und nicht allzu steilen Wanderweg zu einem Berggipfel hoch, den ich früher verächtlich als „Touristen-Autobahn“ betitelt hatte…
    Seit einigen Wochen befinde ich mich nun in einer Psychotherapie. Ein Rat, den ich immer wieder erhalte, ist: Schreiben. Die Wut, den Frust, die Trauer und Fassungslosigkeit zu Papier bringen bzw. in die Tasten hauen. Was wir Beide ja ziemlich intensiv seit langem schon tun.
    Mir vorzuhalten, dass es immerhin Menschen geben würde, die weitaus schlechter dran seien als ich, hilt kein bisschen, im Gegenteil, das verstärkt die negativen Empfindungen nur.
    Jedem wird vom Universum, vom Leben ein gerüttelt Maß an Prüfungen auferlegt. Vielleicht sind diese dunklen und neidvollen Stunden die Tests, die man uns auferlegt hat? Vielleicht hilft es ein wenig, es so zu sehen? Den festen Willen, vielleicht sogar „Ehrgeiz“ zu entwickeln, bei diesen Prüfungen möglichst gut abzuschneiden? 😉
    *Lieb-drück* ❤

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  6. Katrin, ich druecke hier kein „like“, denn es ist nicht etwas, das mir gefaellt. Was nicht heisst, dass es mich nicht auch manchmal ueberfaellt. Ich denke, das passiert jedem Menschen von Zeit zu Zeit, egal ob behindert in irgend einer Richtung, oder absolut nicht. Und noch viel eher passiert es, wenn es draussen so grau und mies ist. Ich denke, es sind Zeiten, durch die wir ganz einfach durchmuessen, um wieder „normal“ weiter zu machen. Unter „normal“ hier verstehe ich den taeglichen Trott, und auszukommen, mit dem was bei einem nicht in Ordnung ist.
    Alles Gute und dass du diese Augenblicke oder Zeiten wieder in den Griff bekommst. Ich habe ja hier bei dir schon oefters gelesen, dass du auch gerne lachst und freundlich bist zu anderen. Ich hoffe, das hilft dir auch „freundlich“ zu dir selber zu sein.

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  7. Liebe Katrin,
    sehr gut kann ich Deine Mißstimmung nachvollziehen, denn der Freiheitsentzug ist schwer zu ertragen!
    Neid jedoch, heißt für mich mißgünstig zu sein und daß ist ein Gefühl, dass ich so nicht kenne! Denn viele Menschen zahlen für ihre vermeintliche Freiheit mitunter einen hohen Preis!
    Gut, dass bringt mir jetzt kein besseres Gefühl, dennoch ist ja alles wieder relativ!
    Also ich glaube jetzt einfach mal, dass Du nicht neidisch bist, sondern einfach nur furchtbar verletzt, weil Du in dieser anhängigen Situation bist und es gibt eben Tage, an denen Du damit gut umgehen kannst und dann eben Tage wo alles bitter aufstößt! Und dass ist absolut Dein volles Recht!
    Es ist super was Du mit Deinem Blog auf die Beine stellst, man Du warst sogar im Fernsehen, Du bewegst was und machst aufmerksam und dass ist super! Während Andere untätig auf dem Sofa rum lümmeln und schon einen viereckigen Kopf von der Glotze haben! Und dann bist Du auch noch die gute Seele für Deine Mitbewohner, also wenn dass nichts ist Katrin, dann weiß ich auch nicht!
    Du machst einen tollen Job!
    Und dann noch, bitte verzeih mir das jetzt, Du hast sogar eigenes Personal!🙊😉
    Also, schrei Dein Frust ruhig raus, ich hol Dich wieder runter!😜

    Liebe ❤ Grüße Babsi

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