Update 7: Frau K.

Gestern war ich dreimal bei Frau K., meinem Sorgenkind.

  1. Morgens nach dem Frühstück:
    Sie schlief noch; sie wird immer weniger :-/
  2. Am späteren Vormittag:
    Die Zimmertür die sonst immer weit offen steht, war geschlossen. 😲  Ein gewaltiger Schrecken durchfuhr meine Glieder… ooO( sie wird doch nicht.. )
    Als eine Dame des Sozialdienstes den Gang entlang kam, bat ich sie, für mich nach zu schauen.

    Es war gerade eine Pflegerin bei Frau K. und wusch sie, war mitten in der Pflege.
    ..oO( G.s.D.! ) Ich sagte, ich würde draußen warten.

    Einige Zeit später kam dann Frau K.s Lieblingspflegerin aus dem Zimmer. Sie sagte mir, ich könne nun herein gehen.Also rollte ich ins Zimmer: „Guten Morgen, Frau K., guten Morgen!“Sie lag mit geschlossenen Augen ermattet in den Kissen.Aber ich wusste ja, dass sie nicht schlief. 😉

    „Ich bin’s, Katrin, warten Sie… ich rolle mal etwas näher… dann können Sie mich besser sehen“, sagte ich und rollte an die Seite des Bettes. Da öffnete sie ihre Augen, zwinkerte etwas und versuchte mich zu fokussieren. Dann erhellte ein breites Strahlen ihr Gesicht! 🙂 Ich war jetzt nah genug, dass ich ihre Hand fassen konnte. Sie hielt mich ganz fest. Ich streichelte die Hand. Ihr Gesicht entspannte sich.

    Da kam eine Dame von der Hauswirtschaft und brachte eine Tasse voll mit Tomatencreme-Suppe. Sie begrüßte Frau K. und stellte die Tasse auf ihren kleinen Tisch am Bett.
    „Die Suppe ist allerdings noch sehr heiß! Da müssen Sie noch etwas warten, bis sie die trinken können“, sagte sie. Dann musste sie weiter.

    „Tomaten-Suppe! Lecker!“, sagte Frau K. mit brüchiger Stimme, „Heiß!““

    Ich berührter die Tasse. Ui! Sie war noch sehr heiß!

    Die Hauswirtschafterin hatte das Radio angestellt. Es liefen lauter Schlager. Lieder, die Frau K. gerne mag. Dann kam „Blau ist der Enzian“

    Begeistert sang Frau K. mit brüchiger Stimme mit. Sie kennt den ganzen Text! Ich fiel nur immer bei „Blau, blau, blau ist der Enzian“ mit ein. Frau K. war so glücklich!

    „Durst“, sagte Frau K., als das Lied vorbei war, „Wasser!“

    Ich reichte ihr ein Wasserglas. Es war halb voll. In einem Zug trank sie es leer. Ich nahm ihr das leere Glas wieder ab, füllte es neu und stellte es wieder auf den Nachttisch. Erneut testete ich die Temperatur der Suppe. Hmm, sie war lecker! Und schlürf-bereit! Ich hielt ihr die schwere Tasse an den Mund. Ich musste aufpassen, dass ich selber nicht aus dem Rolli kippte! Glücklich probierte Frau K. die Suppe. Mit einigen Pausen schaffte sie fast ½ der Tasse! Zwischendurch gab es immer wieder Wasser. Am Ende waren wir beide ziemlich geschafft.

Ich schickte ihr eine Handvoll Luftküsse und verabschiedete mich. Frau K. war ermattet zurück in ihre Kissen gesunken und winkte müde… aber mit einem strahlendem Gesicht!

18 Gedanken zu “Update 7: Frau K.

  1. Frau K. begleitet mich durch dich, in meinem Alltag. Wenn ich die ersten Zeilen lese, dann zieht sich unweigerlich mein Herz zusammen. Es ist eine Nähe entstanden, die mit fühlt. Ich will sagen, schon mit ängstig, denn das Unvermeidbare ist nicht aufzuhalten, sondern es ist wie ein Schatten im Raum. Du Katrin bringst Licht herbei, ein warmes Leuchten.
    LG.Monika

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