Was macht das Leben lebenswert?

Diese Frage stellte ich am Donnerstag den anderen Bewohnern beim Treffen der Jungen Gruppe.

Ja, ich hatte meinen nachdenklichen, gr√ľblerischen Moment. ūüėü Wir gingen auf Vollmond zu (der war Freitag). Da bekam ich fr√ľher immer meine Regel. Zu Zeiten der monatlichen Blutungen war das auch immer so. Man bezeichnet das auch als PMS (pr√§menstruelles Syndrom).

Seit ich die Chemo hinter mir habe, bekomme ich meine Regel nicht mehr. Die Stimmungsschwankungen  rund um Vollmond sind jedoch geblieben. *seufz*

Auf jeden Fall stellte ich diese Frage am Donnerstag in der Jungen Gruppe. Das ‚JUNG‘ ist auch eher relativ. Aber auf alle F√§lle sind wir j√ľnger, als der Durchschnitt der Bewohner.

A. ist 39.
J. ist 39.
Ich bin 48.
H. ist 50.
U. ist 52.
D. ist 57.
M. ist ebenfalls 57.
I. ist Anfang 60.

Es war spannend zu sehen, wer wie auf die Frage reagierte!

Nicht jeder sagte etwas dazu. Aber diejenigen, die etwas sagten, fanden ihr Leben auf jeden Fall lebenswert!

„WOW!“, dachte ich, „Wir sind alle im Pflegeheim gelandet, da wir alle nicht mehr selbstst√§ndig leben k√∂nnen. Wir ben√∂tigen alle Hilfe. Und dennoch schaffen wir es sehr unterschiedlich, mit dieser Situation klar zu kommen.“

 Mir ist meine Unabhängigkeit sehr wichtig! Allerdings mache ich mir mein Leben dadurch unnötig schwer. Das ist ziemlich dumm von mir. Da scheint ein Umdenken meinerseits fällig zu sein!

20 Kommentare zu „Was macht das Leben lebenswert?

  1. Als Blogger, Coach, Personalreferent, Bruder, Sohn, Onkel… glaube ich, die Abwesenheit von Druck und Zwang machen das Leben lebenswert. Gerade an Weihnachten, wenn jeder so sein darf, wie er ist. Weihnachten ist leider, leider nicht so mein Ding, gerade weil zwischen den Jahren hochkommt, was unter dem Jahr schief gelaufen ist.

  2. Ich habe gerade einen wunderbaren Ausschnitt aus einem Vortrag von Vera Birkenbihl gesehen, in dem es darum ging, in uns selbst und gerade in unseren vermeintlichen Schwächen unsere Stärken zu entdecken.
    Das war sehr interessant. Wenn du magst, kann ich gerne den Link heraus suchen. Diese Frau war so inspirierend und motivierend, möge sie in Frieden ruhen.

  3. Ich wusste nicht, dass eure junge Gruppe so gro√ü ist. Das hat mich erst mal erschreckt. Deine Stimmungsschwankungen verstehe ich nat√ľrlich voll und ganz. Du bist eine K√§mpferin und wirst sicher w√ľtend, wenn etwas nicht mehr so geht, wie du es dir vorgestellt hast. Trost kann ich dir leider keinen geben aber absolute Bewunderung.

  4. Liebe Katrin,
    Ananda, h√§tte es / ich nicht besser sagen k√∂nnen. Die Stimmungsschwankung tr√§gst du noch zirka 6-10 Jahre. Ein Leichtes, wenn man wei√ü ein Ende ist abzusehen. Das Leben, haben wir uns nicht gegeben. Es ist ein Geschenk einer h√∂heren Macht. So sehe ich es. Weil es uns geschenkt wurde, d√ľrfen wir damit pfleglich umgehen. Auch wenn wir es so nicht h√§tten haben wollen. Glaube mir, ich hadere auch manchmal mit meinem Leben, weil ich nicht immer die Qualit√§t bekomme, die ich mir vorstelle. Wie alles im Leben gibt es ein f√ľr und wieder. Schauen wir mal auf welcher Seite was steht und wieviel Kraft bleibt f√ľr eine Verbesserung. In diesem Sinne, einen sch√∂nen Tag.
    Monika

  5. Ich glaub nicht, dass das irgendwas mit dumm zu tun hat.
    Ganz im Gegenteil РIch finde du gehst bewundernswert um mit deiner Lage РSo manch einer wäre schon in Depression, Untätigkeit, Verzweiflung und Hader gefallen.
    Das ist doch nun mal auf deutsch gesagt eine ganz sch√∂ne Schei√üe, kein wirklich eigenes Zu Hause zu haben, sich nicht bewegen zu k√∂nnen, wie man will und „die Krankheit noch dazu“ ūüėČ
    Ich hab dir das ja irgendwann vor ein paar Monaten mal gesagt – ich danke Gott auf Knien, dass ich Parterre wohne, sonst h√§tte ich auch ein paar Monate im Pflegeheim verbringen d√ľrfen.
    Und wie auch schon gesagt – Ich bin sehr viel weniger eingeschr√§nkt als du und ich werd wieder werden – habe also nur einen kleinen Geschmack davon bekommen, wie es sein kann….

    Andererseits glaube ich daran, dass uns Gott, das Leben, wie immer man es nennen will, Krisen, Probleme, Krankheiten etc…. beschert in dem Ma√üe, wie wir es – so gerade noch ūüėČ – nutzen k√∂nnen um was draus zu machen, was draus zu lernen.
    Je größer das Problem umso größer die Ehre, denn das heißt, das Leben traut es uns zu.
    Und das ist wahrlich kein „Buddhismus f√ľr Besserverdienende“, ich hab schon einiges durch in diesem Leben….

    Geduld mit sich selbst – schwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiierig….
    Erst mal alles annehmen – die eigenen „Dummheiten“, Unzul√§nglichkeiten etcpp…..
    Es ist immer ein Prozess….

    Ich kann nur sagen, wiederholen РEs ist mir eine Ehre, mit dir in Kontakt zu sein, denn ich find dich ganz große Klasse!
    … und aus meiner Sicht kannst du ruhig mal etwas mehr queckern und mengeln – √§√§√§h – meckern und quengeln, wollt ich sagen …
    Immer raus damit – sch…. doch drauf, was andere davon halten…. guck dir an, wie gejammert wird √ľber weit weniger Schwieriges…. oft hilft es, die Dinge in Worte zu fassen, sich von der Seele zu reden/ schreiben…
    Dass du mutig und tatkräftig bist, immer wieder aufstehst, dich nicht hängen lässt, daran wird eh keiner zweifeln, der ein bisschen was von dir mitgekriegt hat!

    Bin heut am Herzchen und Bl√ľmchen verteilen…. mal gucken, was ich f√ľr dich Sch√∂nes finde…

    http://www.animaatjes.de/bilder/s/sonne/zonsmile.gif

    Möge die Sonne immer wieder aufgehen in deinem Herzen

    Alles Liebe von Ananda <3

  6. Liebe Katrin, ich finde Deinen Wunsch nach Unabh√§ngigkeit nachvollziehbar, bist Du doch eine intelligente Frau, die immer so gelebt hat. Und inzwischen hast Du ja auch Dein Leben umorganisiert, indem Du aktiv im Heim den anderen Mitbewohnern hilfst, soweit Du kannst. Ich glaube, jeder fragt sich ab und an, gerade in Krisenzeiten, was das Leben lebenswert macht und manchmal sieht man das Ende des Tunnels nicht. Trotzdem ist es da und uns hier bist Du sehr wichtig, das sp√ľrt man an den Kommentaren! Das sollte es zumindest zus√§tzlich etwas lebenswert machen.

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