Von Aleppo nach Krefeld

Das Gerhard Tersteegen Haus setzt sich seit einiger Zeit für Flüchtlinge ein. Vor circa einem Monat konnte es Herrn X.Y. aus Syrien ein unbezahltes, dreimonatiges Praktikum anbieten.

Herr Y. floh mit seiner Frau und dem erst 5 Monate alten Sohn, als die Bomben seine Heimatstadt Aleppo in Schutt und Asche stürzten und Zivilisten zwischen die Fronten im Bürgerkrieg gerieten.

Der Fluchtweg war  lang und entbehrungsreich. Zu Fuß ging es über die Türkei, dann mit einem Boot nach Griechenland, schließlich wieder zu Fuß über Mazedonien, Serbien und Ungarn. Dort wurden die ganzen Flüchtlinge erst einmal für 2 Tage ins Gefängnis gesteckt. Dort gab es nicht einmal Milch für den 5 Monate alten Säugling. Doch dann ging es weiter nach Deutschland, nach Passau.

Von Passau wurden die Flüchtlinge weiter verteilt. So kam die Familie Y. nach Krefeld. Sie landete zuerst in einer Notunterkunft mit vielen anderen Flüchtlingen. Privatsphäre gab es dort nicht.

Notunterkunft Lübecker Weg

150 Flüchtlinge aus verschiedensten Ländern mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten waren dort untergebracht.

Nach drei Wochen in der Notunterkunft wurde der Familie eine eigene kleine Wohnung angeboten. Herr Y. strahlte, als er mir das erzählte. Jetzt kann er endlich an seinem Plan weiterarbeiten.

Er hat einen syrischen Schulabschluss zum Bachelor of Mechanic. Er möchte gerne mit seiner Familie in Deutschland bleiben und Arbeit in einer großen Auto- oder Eisenbahnfabrik oder ähnlichem finden. Dann kann er vielleicht ein wenig zurückzahlen an die Deutschen, die ihn so gut aufgenommen haben, meinte er.

17 Gedanken zu “Von Aleppo nach Krefeld

  1. Liebe Katrin,

    was Du hier berichtest, mag ja zutreffen. Nur sollte man auch bedenken, dass unsere „Mutti“ es war, die damals, etwa vor 10 Jahren, in der Weltgeschichte, auf Kosten des Steuerzahlers, herumreiste und überall verbreitete, dass wir Deutschen qualifizierte Fachkräfte brauchen. Das war schon mal eine glatte Lüge. Wie haben hier, in unserem Land, genügend qualifizierte Leute, die aber nicht eingestellt werden, weil ein Inder sich mit dem PC „leichter tut“, was natürlich ein fürchterlicher Blödsinn ist. Da gibt es Programmierer, Softwarehersteller und was weiß ich noch alles. Nein, ich bin kein Rassist, aber, ich bin der Meinung, dass man da schon die Kirche im Dorf lassen muss. Zu jener Zeit gab es eine Reportage namens: „Die Lüge von den Facharbeitern.“

    Weißt Du, liebe Katrin, erstmal sollten sich die Politiker Gedanken darüber machen, wie man Obdachdachlosen hilft, wie man Hartz-IV-Empfänger auf den richtigen Weg bringt, wie man Rentnern das Leben erträglicher macht. Es kann nicht sein, dass ein 70 bis 80jähriger Zeitungen austragen oder Taxifahren muss, nur deshalb,um über die Runden zu kommen. Es ist genug Geld da, aber, wenn`s für Waffen ausgegeben wird, für sinnloses Zeug, dann wundert mich überhaupt nichts mehr.

    Liebe Grüße,

    Rom

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  2. Wunderbar! Ich freue mich für die Familie! Im Frühjahr 2000 war ich bei einer Studienreise durch den Libanon und Syrien dabei und habe mich in Syrien verliebt. Ein wunderbares Land. Aleppo hat mich von der Atmosphäre her sehr an Rom erinnert, die TV-Bilder vom Krieg in Syrien haben mir sehr weh getan. Aleppo – die Traumstadt, in der Muslims, Christen und Juden einmütig zusammen lebten- wunderbar!

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  3. Pingback: Von Aleppo nach Krefeld — Meine Erlebnisse im Altenheim | effifanblog

  4. Herr Gallinger, ich wette, Ihnen sind bis vor kurzem, sagen wir mal einem Jahr oder so, die Obdachlosen, die Hartz-IV-Empfänger und die von der Armut bedrohten alten Mitmenschen so ziemlich am A… vorbei gegangen. Und Ihre Art der „Argumentation“ erinnert mich schon sehr an das, was Pegidioten, AfD-Anhänger und sogenannte „Besorgte Bürger“ so von sich geben… Stimmt’s, oder habe ich recht?

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    • Ich glaube nicht, dass ich mich von Dir beleidigen lassen muss! Ich war selber über 10 Jahre Hartz-IV-Empfänger, hatte keinen Pfennig/Cent in der Tasche, habe eine Krebsbehandlung hinter mir, das volle Programm, und sah das Leid der Menschen. Auch heute setze ich mich noch für solche Menschen ein, die überhaupt nichts haben. Ferner bin ich kein AfD-Anhänger. Schreibe nicht, wenn Du von nix `ne Ahnung hast. Du hast mit absoluter Sicherheit nicht das mitgemacht, was ICH mitgemacht habe. Also: Ich hoffe, jetzt ist Ruhe im Karton, liebe „Freidenkerin.“

      Rom

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  5. Es ist sicher nicht gut, das Unglück der Menschen gegeneinander aufzurechnen. Wer ist unglücklicher? Wäre x weniger unglücklich, wenn y weniger Glück gehabt hätte? Besser ist, sich mit jedem zu freuen, der in seinem Unglück ein wenig Glück hatte. Das, so hoffe ich, trifft sowohl für die Flüchtlingsfamilien zu, die den Krieg überlebte und eine Bleibe fand, wie für Herrn Gallinger, der eine Krebserkrankung überlebte. Beide sind gleich wichtig, beiden ist Glück zu wünschen, und dass ihre Lebensträume Erfüllung finden. So meine ich.

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  6. Diese Art der Diskussionen führen dazu, dass sich viele Menschen garnicht mehr äußern und darin sehe ich eine riesen große Gefahr, denn dann brodelt es im Untergrund! Solange ich aber weiß, wie mein Gegenüber denkt habe ich doch noch die Möglichkeit eines fairen Austausches und Handelns.

    In einer Demokratie darf man auch gegen etwas sein, was die Mehrheit vielleicht befürwortet.
    Wichtig dabei ist immer, der Ton und die Seriosität des Meinungsaustausches muss gewahrt bleiben!
    Sonst sind auch die Befürworter einer Angelegenheit, auf ihre vermeintlich gut gemeinten Ansichten, radikal und triften dann in Böswilligkeiten ab.

    Man sollte die Problematiken, die uns zur Zeit Dauer beschallen, mal ganz ohne die Medien und im größeren Rahmen, dass heißt die wahren Probleme der ganzen Bevölkerung mit allen Nationalitäten, beleuchten.

    Und zum Abschluss, was glaubt Ihr denn da draußen, was passiert wenn Deutschland mal in die Situation wie Griechenland käme, weil das Finanzwesen wegen Überlastung und Korruption (Gibt es auch in Deutschland, bis in die höchsten Kreise) auf allen Ebenen kollabieren würde? Und wenn die jungen Studierenden (Aller Nationalitäten in Deutschland) gar keine Perspektive mehr hätten? Dann wäre keine Hilfe, für die ganze Welt, mehr möglich!
    Deswegen muss man schon auch mit Besonnenheit und Weitsichtigkeit auch die Einwanderungsfragen und Situationen regeln.

    Für mich ist mit diesem Kommentar jetzt, dieses Thema beendet und ich widme mich lieber wieder der Kunst.
    Ich leiste mit liebem und friedlichem Gedankengut meinen Beitrag! Und wünsche mir dies auch von allen zugewanderten Menschen!

    ❤ Grüße an Alle Babsi

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