Wetttrinken

Trinken, Flüssigkeitsaufnahme, ist sehr wichtig! Das Pflegepersonal hat ein Auge darauf, dass die Bewohner genug trinken. Gerade bei den Senioren ist das wichtig. Denn das Durstgefühl nimmt im Alter ab. Außerdem haben die Senioren Angst vor nächtlichen Toilettengängen oder Angst vor dem Trinken aufgrund von Inkontinenz bzw. Prostatabeschwerden. Schluckstörungen und die damalige Erziehung: „Beim Essen wird nicht getrunken!“ machen, dass wenig getrunken wird.

Letztens bemühte sich eine Pflegerin, eine sehr betagte Bewohnerin zum Trinken zu verleiten.

Frau L. saß im kleinen Speisesaal oben auf dem Wohnbereich. Sie hatte scheinbar gerade das Frühstück hinter sich. Vor ihr standen aber noch eine Tasse und zwei Gläser, jeweils scheinbar unangetastet. Eine große Tasse mit Milchkaffee, ein Glas Wasser (wahrscheinlich um Medikamente einzunehmen) und ein Glas mit Fruchtsaft.

Wetttrinken

Die Pflegerin zog besorgt die Stirn in Falten und forderte die Bewohnerin auf: „Frau L., trinken Sie etwas!“

Die Bewohnerin lächelte, nahm ein Glas mit Saft in die Hand und meinte: „Ja, das werde ich tun.“ Sie führte das Glas zum Mund, lächelte und sagte: „Das ist wichtig.“ Dann lächelte sie wieder, nahm aber nicht einmal einen winzigen Schluck.

Die Pflegerin sah aus, als hätte sie sich am liebsten die Haare gerauft!

Doch dann hatte sie eine Idee! Sie setzte sich zu Frau L. an den Tisch, nahm ein Glas für sich, goss Wasser ein und sagte zu Frau L.: „Dann wollen wir mal sehen, wer sein Glas als erste leeren kann!“

Frau L. blickte ganz interessiert auf: „Ach… Sie trinken auch?“

Die Pflegerin nahm ihr Glas und hob es hoch: „Also…dann…“

Frau L. hatte ihr Glas ja schon erhoben.

„… LOS!“, kam das Kommando von der Pflegerin und ruck-zuck hatte sie das halbe Glas geleert.

Frau L. schaute interessiert zu…

… und …

… lächelte.

🙂

Zu wenig Flüssigkeit bei älteren Menschen

Ernährung im Alter – PflegeWiki

17 Gedanken zu “Wetttrinken

  1. Mir schien diese Möglichkeit öfters besser, als stur immer zu bitten/aufzufordern, doch bitte etwas zu trinken. Und bei Wasser aus dem Hahn nahm ich auch den Menschen, die zu Hause wohnten, kaum etwas weg, was im häuslichen Bereich durchaus auch mitbedacht werden muss. Da, wo ich wusste, dass es jeden Tag sehr schwierig wird, nahm ich mir auch etwas Eigenes mit. Ganz wichtig erscheint mir zu wissen (oder es heraus zu finden; Vorsicht: Geschmäcker können sich auch ändern, oftmals mögen Senioren oder Menschen in de Finalphase süße Getränke und Speisen am ehesten), was die Person gern trinkt. Mir zum Beispiel würde bei Kaffee oder Milch alles hochkommen.
    Leider habe ich in meiner Beruflichkeit aber auch Schreckliches erlebt, Kollegen, die den Bewohnern…ja, bitte vorsichtig sein beim lesen, wer aus der Branche kommt und nicht gerade seine Ausbildung erst absolviert hat, weiß, dass es so was gibt (leider!!!! :-(( ) …die Nase zugehalten haben oder den Mund mit Gewalt aufgepresst haben…oh ja, man erlebt Schlimmes, auch in vermeintlich guten Häusern. Das heißt nicht, dass es überall so läuft, auch mir ist, wie Dir, liebe Katrin, sehr daran gelegen zu vermitteln, dass es auch gute Häuser gibt!! Andererseits habe ich eben auch immer wieder erlebt, dass eben „alle“ Saft oder Wasser bekamen…ein Herr, mit Hinlauftendenz und schon ziemlich dement, konnte immer wieder ermuntert werden..der eine Schluck dann…das war zu wenig und auch zu meiner Zeit hatten wir schon arge Personalzustände, also war eine engmaschige Ermunterung natürlich (!) möglich, aber eben schwer. BTA´s hatten wir damals noch nicht oder kaum, wenn sich ein Haus eine Kraft leisten konnte. Bis ich auf die Idee kam, und roten Tee angeboten habe..eigentlich mehr aus „ich weiß auch nicht mehr weiter“-Anbieterei, aber bei Tee kam eine Zustimmung, was nichts heißen musste. Tatsächlich konnte ich diesem Herrn damit helfen, er bekam so fast immer (außer bei den Kollegen, die es eben besser wussten, seufz) eine große Kanne roten Tee´s und wir mussten nur noch ab und zu einschenken…
    Da sieht man, das es wichtig ist zu schauen, was vielleicht besser geht.
    Aber auch Flüssigkeiten im Essen zählen zur Flüssigkeitsaufnahme, saftiges Obst (z.B. Melone, aber auch Apfelsinen, o.a.), Götterspeise, Milchsuppen, Cremesuppen…manchmal ist dieser Weg leichter zu besteigen, denn eine dauernde Frust-Situation letztlich auf beiden Seiten tut niemandem gut.
    Liebe Grüße und…ein danke schön für Deine stetige Bloggerei, ich freue mich jeden Tag! 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Hi 🙂

    In deinem über dich kann man nicht kommentieren, also schreib ich einfach mal hier 🙂
    Bin grad mal „auf dich gestoßen“ und war erst mal so berührt, dass ich ganz schnell wieder zu gemacht hab und erst mal spülen gegangen bin 😆
    Nu steht das angefangen da und ich muss dir jetzt doch erst mal schreiben 😉
    Berührt deshalb, weil ich zur Zeit krankheitshalber ein paar Monate-Retreat zu Hause habe – und das große Glück habe, Parterre zu wohnen, sonst hätte ich diese Monate auch in einem Pflegeheim verbracht.
    Und bei mir isses ja nur für ne Zeit ….
    Ich bin nich so der große fünfhundert Blogs-Folger, denn ich möchte nur da folgen wo ich mich auch wirklich für interessiere und das is hier definitiv der Fall.

    MS sagt mir auch ein bisschen was, das „kenn“ ich von einer Freundin.

    Und oben der Text hat mich auch direkt berührt.
    Im Krankenhaus wo ich da letztens war – neben mir im Bett – eine ältere Frau, teils geistig fit, teils durcheinander – die is nur im Krankenhaus gelandet, weil sie sie im Heim haben quasi verdursten lassen, kam total dehydriert da an.
    Bei der wär ich eh fast ausgeflippt – vertrocknen lassen war nicht das Einzige… um die hat sich da wohl keiner gekümmert…
    Ich weiß, dass es für die Pflegekräfte in den Heimen nicht leicht ist, dass die sehr unter Zeitdruck stehen, das bestimmt kein lauer Job ist …
    Und das mit dem Trinken bei älteren Leuten – jaaaaaa, das kann einen schon den letzten Gedulds-Nerv kosten 😉

    So – dann werd ich jetzt mal aufs Folgen-Knöpfchen drücken – hab ich nämlich auch schon mal vergessen und mich dann gewundert, dass da nix kam 😆

    Liebe Grüße von Ananda

    Gefällt 1 Person

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