Die Kölnerin ist aktiv wie selten

„HäääääääääääääääääääeeeeeeeeeeeeeeeeeejjjjjjjjjjjjjjjjjjjjjoKKKKKKKKKKKKKKKKKKKK
WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄRRRRRRRRRRRRRRRRRRR sindddddddddddddd
aLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLeeeeeeeeeeeeeeee
Jecke
Jecke
Jecke

DÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ HELLLLLLLLLLLLLLLLLLLLMUT SOLLLLLLLLLLLLLLLLLL komme…….
DÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ HEEEEEEEEEEEEEEEEELLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLMUT

So singt sie, schreit sie, ruft sie mit unglaublicher Ausdauer
nur wenige Meter von meinem Zimmer entfernt

und weil es zur Zeit sehr warm ist, haben wir alle unsere Türen weit geöffnet.

Dazwischen ertönen immer wieder Kraftausdrücke. Sie flucht schlimmer als ich es mir je hätte vorstellen können.

Auch ihre Unterhaltungen mit den unterschiedlichen Stimmlagen (Vater – Mutter  Kind???) fehlen nicht. Könnte ich das nur stundenweise hören, wie das Personal, dann könnte ich daran vielleicht Gefallen finden…………. aber ich bin 24 Stunden am Tag hier…………. ich wohne hier!

*mit tiefer Stimme*DU AAAAAAAAAAAAASCHLOCH

ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHHHHHHHHHHHH

DDDDÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ HELLLLMUT

Jecke Aschloch

DU ASCHLOCH!!!!!!!!!!!!!!!!!

Zwischendurch donnert es ganz laut, als schimpfe der Himmel.

Jetzt regnet es. Der Himmel weint.

Und ich?

Ich schreibe.

48 Gedanken zu “Die Kölnerin ist aktiv wie selten

  1. OoOoh, das ist harter Tobak – gibt es wirklich keine Möglichkeit die Dame zu separieren? Dass sie umzieht, in ein Zimmer das eventuell schallisoliert ist?

    Ihr, als Mitbewohner habt doch das Recht, ungestört in euren Zimmer zu sein. Da merkt man wieder, dass man zwar die Augen zumachen kann, aber die Ohren kann man nicht einfach schließen…

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    • Ich glaube echt, dass ich da besonders empfindlich bin. Die Türen zu den Zimmern sind ziemlich schalldicht. Aber wenn man die Tür offen lässt, weil es so heiß ist…. Oder man lässt die Tür der Kölnerin tagsüber generell offen, damit sie noch etwas ‚am Leben teilnimmt‘ (O-Ton Pflegerin). Schließlich sei sie ja komplett bettlägerig.

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  2. Krass, was ihr da aushalten müsst. Und ich frage mich immer, was würde ich schreien, sagen, tun, wenn mich so eine Krankheit im Griff hätte. Wo kommen die Ausdrücke her? Warum mussich schimpfen? Wie war das Leben des Menschen vor der Krankheit, was wrd da an die Oberfläche gespült?
    Und dann „stillegen“ – Würde – Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden? Total schwer, da zu entscheiden. Aber irgendeine Lösung muss gefunden werden. Nur welche? Welche Lösung hilft den leidtragenden Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern und ist zugleich Menschenwürdig dieser Frau gegenüber?

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  3. In meiner Nachbarschaft gibt es einen Trunkenbold, der immer dann, wenn er in den frühen Morgenstunden sein Quantum intus hat, in der Straße auf und ab torkelt und dabei im Zehn-Minuten-Rhythmus spitze, hohe Schreie ausstößt, die mir selbst bei geschlossenen Fenstern durch Mark und Bein fahren. Wenn ich anderntags frei habe, kann ich das gelassen hinnehmen, nicht jedoch, wenn ich arbeiten muss. Da geistern mir dann schon mal Gewaltphantasien durch den Kopf: Ich steh‘ jetzt auf, schlüpf in meinen Jogginganzug, nehme meinen Baseballschläger, geh zu dem Kerl und sag ihm, wenn er nicht augenblicklich Ruhe gibt, dann schlage ich ihm den Schädel ein. :-/

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  4. Ach, ich kann gut nachvollziehen wie es dir geht! So einen Fall hatten wir vor 4 Jahren auch, da wurde ununterbrochen Mama oder Hilfe gerufen. Das wurde immer schlimmer, alle auf der Station waren nervlich sehr! angespannt. Damals hatte ich noch Zeit (wie es ja auch eigentlich zu meinem Job gehört) und habe mich teilweise fast den ganzen Nachmittag nur mit ihr beschäftigt, damit wenigstens mal paar Stunden Ruhe herrscht. Oft hab ich gefragt, warum schreist du dauernd? Sie hat gemeint: weis ich auch nicht! und Zack: Mamaaaaaaaa Da musste ich dann schon auch mal grinsen.
    Auch bettlägerige können ab und zu im Pflegerollstuhl mobilisiert werden, damit sie z.B. An der Kaffeerunde o.ä. Teil nehmen können! Leider hat das Personal immer weniger Zeit für immer mehr Aufgaben, dabei wäre einfach Aufmerksamkeit oft so wichtig!
    Ich hab letzte Woche meinen Job gekündigt, weil ich in dem ganzen System keinen Sinn mehr sehe. Ich renne nur noch durch die Gegend und hab kaum Zeit mich intensiv mit den Bewohnern zu beschäftigen. Dabei sollten die Betreuungsassistenten doch die Seele pflegen, was der Pflege ja nicht mehr möglich ist.
    Ich bin traurig, weil ich meinen Job schon sehr gern gemacht habe, aber wenn alle immer stur mitmachen wird sich nix ändern.
    In deinem Fall: ab und zu mal für eine Stunde Oropax in die Ohren, dann hörst du auch mal schlecht 😉
    Liebe Grüße, Andrea

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