Woher wissen Sie das?

Manchmal tun mir die Bewohner Leid, wenn sie Demenz haben und alles mögliche vergessen.

Als ich gestern Abend Frau A. den heutigen Beitrag frisch ausgedruckt überreichte und sagte:

„Das ist für Sie. Das ist Ihre Geschichte!“

nahm sie die Blätter in die Hand, las, blickte dann auf und sagte mit gerunzelter Stirn:

„Ja. Das stimmt. Woher wissen Sie das?“

„Na, das haben Sie mir doch alles gestern erzählt“, sagte ich.

„Hab ich das? Na ja, dann stimmt das auch!“

20 Kommentare zu „Woher wissen Sie das?

      1. die Frauen in diesem Jahrgang wußten es nicht anders.
        Obwohl ich bei meinen Sterbebegleitungen nicht wenige erlebt habe, die es im Nachhinein traurig fanden und es gerne anders gehabt hätten.

      1. ich habe ihn auf Netflix gesehen. Er ist zwar ein wenig Hollywood, aber trotzdem so beeindruckend, dass ich sehr lange danach noch darüber nachgedacht habe. Ich weiss nicht, ob er inzwischen in Deutschland auf Netflix ist….

  1. das ist ein interessantes Beispiel für Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis! Bei deiner Bekannten gibt es einerseits den Speicher mit all den Erinnerungen, der ger nicht vom Vergessen betroffen ist, und andererseits die Gegenwart, die nicht mehr wahrgenommen und „behalten“ wird. Warum wohl? Vielleicht finden die alten Menschen, dass die Gegenwart keine wichtigen neuen Impulse mehr setzt? dass das Wesentliche ganz und gar in der Vergangenheit liegt?

  2. Puh, ich habe kürzlich „Still Alice“ gelesen. Da geht es um eine 50jährige Professorin, bei der Alzheimer diagnostiziert wird. Das Buch hat mich richtig mitgenommen. Es ist so tragisch, was diesen Leuten passiert. Die Mutter einer guten Freundin vergisst u.a. immer, dass ihr Mann vor über einem Jahr gestorben ist. „Wir müssen noch auf Pablo warten. Er kommt bestimmt gleich… wo bleibt er denn?“ „Mama, Papa ist doch gestorben.“ Herzzerreißend 😥

      1. Ich wollte eigentlich den Film sehen, aber das Buch gab es bei amazon neulich als Angebot. Und ich glaube, ich kann mir den Film gerade nicht auch noch geben. Mich hat die Geschichte echt mitgenommen. Am meisten eigentlich, dass ihr Mann solche Schwierigkeiten hatte, ihre Krankheit zu akzeptieren. Wie schrecklich das sein muss.

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