Reichssegelflugschule Hummerich – Teil 2

Das Grunau Baby II spielte zu meiner Zeit keine nennenswerte Rolle. Mit meinen 1,89m Körpergröße, hatte ich Kopfprobleme. Auch bei den anderen Flugschüler war sie nicht sehr beliebt, obwohl sie eine bessere Aerodynamik und damit besseren Gleitwinkel hatte.
Weitere Maschinen waren zu dieser Zeit nicht vorhanden . Gegen Ende des Lehrgangs bekam die Flugschule einen neuen „Kranich 2(?)“. Ich erhielt den Auftrag mit 3 weiteren Flugschüler das Flugzeug aufzurüsten. Es sollte beim nächsten Lehrgang zum Einsatz kommen. Erprobt werden sollte der Windenstart.
Mit einer SG38 die „C“ zu fliegen, wäre ja auch unmöglich gewesen.
Mit einem Kranich allerdings auch. Irgend eine Spitfire, Thunderbold oder Lightning P38 hätte sie zu dieser Zeit sicher schnell vom Himmel geholt.

Zurück zum Gelände:
Es kam -wenn auch nicht oft- vor, das der Wind aus Osten blies. ( Von wehen kann in der Eifel bekanntlich keine Rede sein) Dann wurde am Koret geschult. Das war eine Schinderei. Der Hang war sehr steil. So steil, das keine noch so große Mannschaft das Flugzeug den Hang hinaufzuschieben in der Lage war. Deshalb war oben an der Hangkante eine Umlenkrolle an einem Erdspieß befestigt, über die ein Stahlseil lief. Sechs Mann liefen mit dem Seil bergab und zogen so den SG mit dem Kuller hoch.
Aber dann kam das Problem für den Piloten! Platz nehmen und anschnallen.
Man stelle sich einmal vor: Eine SG38 steht mit der Schnauze nach unten auf einem Bahndamm. Der Neigungswinkel vielleicht 50°. Dann nehmen Sie Platz auf dem offenen Sitz und schnallen sich an. Dabei durfte man sich aber nicht auf die Pedale des Seitenruders abstützen! Dann kam der Sturzflugstart!
Die „Gummihunde“ liefen los – bergab und im richtigen Moment rief der Pilot „los“. Dann kam das, was kommen musste: Die komplette Seilmannschaft fiel auf die Nase und kullerte den Abhang hinab, bis man irgendeinen Halt fand um sich wieder aufzurappeln.
Das war kein Sport für „Weicheier“. Aber auch der Pilot musste kämpfen. Startüberhöhung war strickt untersagt, war aber in diesem Fall
nicht immer einzuhalten. Bei der Beschleunigung und der großen EWD der SG38
ließ sich das Steigen über Starthöhe nicht vermeiden. Dann aber sofort in die Linkskurve, um zum Landefeld zu fliegen. Dabei bestand natürlich die Gefahr des
Strömungsabrisses. Den galt es zu vermeiden.
Schulung am Koret war Knochenarbeit. Aber Gottseidank blies der Wind aus NW oder West.

Ende Teil 2

©Bewohner1 (Name über Katrin-musikhai zu erfahren)

10 Gedanken zu “Reichssegelflugschule Hummerich – Teil 2

  1. Liebe Katrin, ich war letzte Woche auf der Suche nach dem Ostheopathen sowie Krankengymnastik unten in „Ihrem“ Altenheim auf Ihren Blogg gekommen und habe voller Spannung und Interesse all die tollen Berichte gelesen und verfolgt.Ich bewundere Ihre Art des Schreibens und lese nun fast jeden Tag die kommenden Mitteilungen.Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute . Chrisi

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