Praktikum

Immer wieder haben wir Praktikanten bei uns im GTH. Meist ist das eine Win-win-Situation. Die Praktikanten leisten eine sinnvolle Tätigkeit.

Sie sind hier als 1-Euro Jobber, vermittelt durch die Jobcenter.

Oder im Rahmen eines Schülerpraktikums um den Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder in ein Studium zu überbrücken.

Das GTH wiederum hat für wenig Geld meist motivierte Helfer. Das ist in Zeiten des Personal- und Finanzen-Mangels eine gute Unterstützung.

Heute will ich von einer sehr engagierten Praktikantin im Speisesaal berichten.

Ich rief sie heute an unseren Tisch und fragte sie ein wenig aus: „Machen Sie ein Schülerpraktikum bei uns?“

„Ein Überbrückungspraktikum. Ich werde erst einmal zwei Monate hier sein“, sagte die junge Dame.

„Kommen Sie von der Vera Beckers Schule?“, wollte ich wissen. Vera Beckers ist ein Berufskolleg. Dort werden Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte über Bildungsangebote, Schullaufbahnen und berufliche Bildungswege informiert und beraten. Dort kann man auch verschiedene Schulabschlüsse nachholen.

Die Praktikantin gestand: „Ich habe die Schule ohne Abschluss verlassen. Ich bin erst 16. Nun muss ich erst einmal 2 Monate ein Überbrückungsraktikum machen. Aber ich habe gesagt Alles außer Schule!

Ich gebe zu, ich war sehr erstaunt! Sie macht auf mich einen sehr engagierten, fleißigen Eindruck. Zudem hat sie auch einen guten Überblick über die Situation im Speisesaal. Wer benötigt Hilfe? Wer bekommt was? Wo wird meine Hilfe im Moment gebraucht? Was ist zu tun,wenn alle Bewohner erst einmal versorgt sind?

Ich wünsche ihr, dass sie ihren Weg findet!

Wir brauchen mehr junge Leute wie sie!

Hartz4

Schülerpraktikum

17 Gedanken zu “Praktikum

  1. wieder sehr informativ und anregend. Die herkömmliche Lern- und Bewertungs-Schule ist für manche (viele) junge Menschen ein Alptraum, weil sie dort eigentlich nichts Rechtes mit ihrer Jugendkraft, ihrer Kontaktfreude, ihrer Hilfsbereitschaft anfangen können. Eure Praktikantin sagt das sehr deutlich: alles außer Schule.

    Gefällt 3 Personen

    • Alles außer Schule ? Na ja, dieses Rezept führt dann dazu, dass es in einer Gesellschaft keine qualizifierten Menschen mehr gibt. Wer braucht schon Leute, die von irgendetwas irgendwas verstehen ! Zum Beispiel in Katrins Heim gibt es dann nur noch Menschen, die zwar sehr nett sind, aber von Medizin keine Ahnung haben, für die Physiotherapie braucht es auch eine Ausbildung, also weg damit. Diätküche ? Nein, nur keine Fakten, das machen wir nach Gefühl …… usw usf

      Gefällt 1 Person

      • Der Spruch ‚Alles außer Schule‘ stammt von einer noch unreifen Teenagerin. Das ist nicht das, was ich propagiere. Aber ich finde es sehr positiv, dass man ihr die Chance gibt in die Arbeitswelt hinein zu schuppern.
        Natürlich braucht es Ausbildungsstätten / Schulen / Universitäten , um die jungen Menschen zu klugen Fachleuten werden zu lassen. Aber nicht jeder kann da problemlos den üblichen Weg beschreiten. Manche erreichen auf Umwegen ihr Ziel. Das muss nicht schlechter sein. Aber sie müssen die Chance dazu haben.

        Gefällt 2 Personen

    • Nur vom Gehalt her betrachtet, mag das stimmen. Doch es gibt auch die Chance, wieder in die Arbeitswelt hinein zu kommen. Es ist besser einen 1-Euro-Job zu machen und dadurch anschließend den ‚Dreh‘ zu bekommen, einen Job in der Arbeitswelt zu bekommen, als TV-glotzend auf dem Sofa zu sitzen und sich selbst zu bemitleiden. Auf jeden Fall besser für das Selbstwertgefühl. Das sagen die 1-Euro-Jobber, die hier arbeiten.

      Gefällt 2 Personen

      • Liebe Katrin, ja, ich kann es sehr gut verstehen, dass jemand das Bedürfnis hat in die Arbeitswelt zu schnuppern,(wieder) unter Leute zu kommen und dass 200-300 mehr in der Tasche einen Unterschied ausmachen.

        Aber jede Medaille hat zwei Seiten: diese “Jobs” treiben die Gehälter für “normale” Jobs in diesen Bereichen noch weiter hinunter und führen dazu, dass die soziale Schicht des Prekariats immer größer wird. Die deutsche Wirtschaft boomt, aber die Armen werden immer ärmer und die Mittelschicht rutscht immer weiter nach unten. Wer profitiert sind die ohnehin schon Reichen, die immer reicher werden und der gesellschaftliche Graben zwischen Arm und Reich wird immer breiter und tiefer. Jetzt möchte ich nicht sagen, dass die 1euro-Jobs daran schuld sind, aber sie zeigen deutlich wohin der Hase läuft: echte Arbeitsleistung gegen Scheinbezahlung.
        Und als Endergebnis gibt es dann eine Pension von der niemand leben kann.
        Trotzdem einen schönen Frühlingstag !

        Gefällt 2 Personen

      • Erst einmal musste ich ‚Prekariat‘ nachschlagen.

        „Prekariat ist ein soziologischer Begriff für eine soziale Gruppierung, die durch Unsicherheit im Hinblick auf die Art der Erwerbstätigkeit ihrer Mitglieder gekennzeichnet ist. Die Bewertung dieser Unsicherheit als „prekär“ akzentuiert den Aspekt, dass Lebensverhältnisse schwierig sind, bedroht werden oder zum sozialen Abstieg führen können.[1] Mit dem Begriff Prekariat werden Gruppierungen bezeichnet, die aufgrund ihrer Lebensumstände sozial abgestiegen sind bzw. von einem sozialen Abstieg bedroht sind, wobei diejenigen Eigenschaften und Tendenzen akzentuiert werden, die die Gruppe als prekär konstituieren.[2] – Wikipedia“

        Aha… ja, ich stimme dir in allem Gesagten zu. Ich rege mich selber immer wieder darüber auf, dass der Graben zwischen Arm und Reich immer größer wird. *seufz *

        Danke für deine rege Teilnahme an diesem (und an anderen) Beitrag, fürs Kommentieren. Dadurch ‚lebt‘ ein Blog!

        Und nun genießen wir den Frühlingstag! ⛅️

        Gefällt 1 Person

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