Ich traute meinen Augen kaum!

Letztens war ich im kleinen Speisesaal oben auf meinem Wohnbereich (WB) und unterhielt mich mit den Bewohnerinnen, die fast immer oben bleiben. Ich verbringe manchmal einige Minuten dort und verkürze ihnen ein wenig die eintönige Zeit.

Sie sind schon seit einiger Weile nicht mehr unten im Speisesaal. Nur zu besonderen Veranstaltungen wie zu Konzerten oder Feiertagsfesten lassen sie sich nach unten bringen. Alleine schaffen sie das nicht mehr. Ihre Kräfte haben nachgelassen.

Auf der einen Seite des kleinen Speisesaals sind Fenster. Durch sie blickt man hinaus auf den Balkon des WB. Dort macht das Personal schon mal eine kurze Pause. Außerdem treffen sich dort die Raucher.

Plötzlich faszinierte mich das, was ich dort erblickte!

Dort saßen ein Pfleger und ein Auszubildender zusammen mit einer Bewohnerin. Die Bewohnerin ist ein eher ’schwieriger Fall‘. Sie schreit oft die ganze Etage zusammen oder flucht oder stößt laut unanständige Wörter aus. Es ist manchmal erschreckend, wie eine Krankheit einen Menschen verändern kann. :-/

Doch was konnte ich nun beobachten? Die drei starrten auf ein Smartphone. Der Auszubildende wischte und drückte darauf herum. Dann hielt er es der Bewohnerin hin. Die brach mit einem Mal in lautes Gelächter aus. Der junge Mann lachte ebenfalls.

„Zeig mal her!“, sagte der Pfleger und wollte begierig auf das Smartphone schauen. Er bekam das Gerät und wollte ebenfalls etwas damit machen. Dann wischte und drückte er darauf herum. Wieder war schallendes Gelächter das Ergebnis. 😀

Jetzt wollte der junge Mann sein Phone zurück und seinerseits sehen, was den Kollegen zum Lachen gebracht hatte. Er kicherte, als er es sah. „Nicht schlecht! Guck mal!“, meinte er und zeigte das Smartphone der Bewohnerin. Die lachte laut und frei heraus. Ganz normal!

Jetzt ließ es mir keine Ruhe mehr. Ich musste auf den Balkon und sehen, was da so viel Spaß machte. Ich rollte mit meinem E-Rolli auf den Balkon und sprach den Pfleger an: „Was ist hier los? Was ist so lustig?“

„Das müssen Sie T. fragen“, sagte er und deutete auf den Auszubildenden, „er hat sich eine neue App auf sein Handy geladen.“

„Was für eine App ist das?“, fragte ich T..

„‚Face Warp'“, klärte der mich auf, „Damit kann man Fotos verzerren und verziehen. Das Ergebnis ist dann zu komisch!“ 😀

Und schon machten er und die Bewohnerin ein neues Foto, zeigten mir das Ergebnis und wir lachten alle! 😀

Google Bildersuche - Zur Wiederverwendung gekennzeichnet

Quelle: Google Bildersuche – Zur Wiederverwendung gekennzeichnet – face warp

So hatte der junge Mann es mithilfe der modernen Technik geschafft, der Bewohnerin ein freies, lockeres Lachen zu entlocken.

9 Gedanken zu “Ich traute meinen Augen kaum!

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