Stress – Dinge ändern sich

Zur Zeit ist ziemlich viel Stress im GTH. Die knappe Personalbesetzung muss unheimlich viel Arbeit erledigen und gerät an ihre Grenzen. Dadurch dass wenige Angestellte viele Aufgaben erledigen müssen, verschiebt  sich der übliche Zeitplan.

Normalerweise bekamen die Bewohner, die auf den Wohnbereichen essen, ihr Mittagessen um 11.30 Uhr. Diejenigen Bewohner die mobil genug sind nach unten in den Speisesaal zu gelangen, sei es aus eigener Kraft oder weil sie in ihren Rollis nach unten gebracht werden und alleine essen können (denen das Essen nicht angereicht werden muss), bekamen ihr Mittagessen um 12.00 Uhr.

Da unten Bewohner an insgesamt acht Tischen in Tischgemeinschaften mit ihren Speisen versorgt werden müssen, ist jeden Tag ein anderer Tisch als erster dran. So bleibt es gerecht und keiner kann sagen, er bekäme immer als letzter etwas zu essen.

Bis einschließlich Januar 2016 war immer je eine Hauswirtschaftskraft auf jedem WB für die Versorgung der dort lebenden Bewohner zuständig.

Seit dem 01.02.2016 erhalten die Bewohner, die auf den Wohnbereichen essen ihre Speisen im sogenannten ‚Tablettsystem‚. Dazu werden unten in der Küche die Tabletts fertig zusammengestellt und in große Speisentransport-Wagen für Tablettverteilung geschoben. Diese schweren Wagen muss eine Hauswirtschaftskraft auf die Wohnbereiche schieben und dort dann die Tabletts verteilen. Dabei ist eine Kraft immer für zwei WBs zuständig. Das bedeutet für die Bewohner, dass sich die Zeiten, wann ihnen die Speisen zugeteilt werden, immer wieder ändern.

Erst wenn alle Wohnbereiche ihre Tabletts bekommen haben, sind die Bewohner unten im Speisesaal dran. Daher kann die Zeit von 12.00 Uhr nicht mehr eingehalten werden. Ich erschien gestern erst um 12.17 Uhr unten und man hatte noch nicht mit der Essensausgabe begonnen.

Eigentlich finde ich es gut, wenn sich die Zeit fürs Mittagessen etwas nach hinten verschiebt. Aber man sollte klare Informationen an die Bewohner ausgeben, damit sie selber entscheiden können, ob sie lange untätig unten sitzen wollen, bevor das Essen auf dem Tisch steht, oder ob sie erst ab 12.15 Uhr unten sein wollen.

24 Kommentare zu „Stress – Dinge ändern sich

  1. Leider, es scheint überall so zu sein. In „unserem Heim“ haben aufgrund einer solchen Situation gleichzeitig 6 Pflegekräfte gekündigt. Es geht ihnen jetzt vielleicht besser, woanders ( oder auch nicht), doch diese Botschaft wird leider auf dem Rücken der Patienten/Bewohnern ausgetragen. Ein alter Mensch kann solche Dinge nicht verstehen.
    Libe Grüße

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  2. Euren Beiträgen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Es ist wirklich eine Sauerei, wenn am Personal gespart werden muss, weil das Heim sonst nicht überlebensfähig ist. Denn wo sonst sollte man sparen? Am Essen? am Gesundheitsdienst? Wie wäre es mit einer symbolischen Protestaktion, damit die Öffentlichkeit informiert wird, bevor es noch schlimmer wird mit den Einsparungen?
    Liebe Grüße und hoffentlich wird es nicht schlimmer. Euer Chef muss wirklich ein wunderbarer Mensch sein, dass er all die Schwierigkeiten versucht zu bewältigen.

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    1. Was glaubst du wie viele Protestaktionen es gibt? Ändert sich was? In den Köpfen muss sich was ändern. Menschen müssen menschenwürdig ver- und umsorgt werden. Das sollte angemessen bezahlt werden. Die Gesellschaft wird älter und damit pflegebedürftiger. Die sozialen Berufe müssen aufgewertet werden, der Mensch und sei er alt, behindert oder krank, muss als Mensch gesehen und nicht als die kranke Lunge, der Rollstuhlfahrer, der Demente oder Blinde gesehen werden.

      Ganzheitlichkeit ist ein starkes Wort – doch wer hält sich dran?

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    2. Hallo Petra,

      Der von Dir angesprochene Großverdiener wird das nicht zu sehen bekommen weil er sich im Pflegefall die Privatklinik bzw das Pflegeheim mit Hotelcharacter leisten kann. Dort wird er grenzenlos gut versorgt werden. Diese Leute schweben in ganz andren Dimensionen und bekommen das doch gar nicht mit was in einem normalen Pflegeheim passiert.

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      1. Ja leider, aber wir müssen auch darüber nachdenke, dass Großverdiener irgendwann auch mal Pflegebedürftig werden könnten oder ins Krankenhaus müssen. Dann sehen sie die Überforderung der Kräfte und sehen hoffentlich auch, dass diese Arbeit notwendig und wichtig ist – nicht nur neue Autos und Reisen nach Karabadingsbums…

        ich reg mich auf – das tut mir nicht gut. Aber der Allgemeinheit und soziale Arbeit muss sich lohnen – denn sonst werden wir von Robotern versorgt! SSS
        satt, sauber, still

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