Herr R. ist krank

Am Samstag wollte ich endlich mal wieder mit Herrn R. Schach spielen. Ich rief ihn nach dem Frühstück an. Doch da meldete sich eine leidende Stimme. Herr R. war krank!

„Nein. Heute nicht. Mir geht es nicht gut. Mein Blutdruck spinnt“, sagte er auf meine Frage, ob er mit mir Schach spielen wolle.

„O je!“, sagte ich, „Soll ich Sie einfach mal besuchen kommen, einen Krankenbesuch machen?“

„Is mir egal…“, war die Antwort.

Hmpf… erst dachte ich, wenn es egal ist, dann komme ich nicht. Doch dann machte ich mich doch  auf den Weg.

Er lag unter der Decke im Bett. Sofort sagte er: „Es tut mir Leid…“

„Ach Quatsch! MIR tut es Leid, dass es Ihnen nicht gut geht! Aber ich wollte doch mal eben vorbeischauen“, erwiderte ich ganz entrüstet. Ganz der Gentleman, mein Schachpartner.

„Wir spielen eben  ein andermal. Werden Sie erst mal wieder fit!“

5 Gedanken zu “Herr R. ist krank

  1. Ich finde es immer wieder beeidruckend, wie du dich um andere kümmerst. „Mir egal“…. ich wäre nicht hingegangen, doch wie oft steckt hinter so einem Satz „wäre schön, aber ich möchte dich nicht zwingen“.
    Und du gehst hin, springst über den Schatten und wieder ist die Welt ein wenig heller und freundlicher

    Gefällt 3 Personen

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