Es tut so weh…

Samstagnachmittag wurde das Wetter noch mal richtig schön. Also dachte ich mir, ich sollte noch mal raus an die frische Luft fahren. Ich packte mich gut ein und machte mich auf den Weg. Ich rollte in Richtung Bahnhof, dann den Ostwall entlang. Mein Blick ging von rechts nach links und wieder zurück. Ich sah, dass tatsächlich viele Geschäfte aufgegeben worden waren. Manche Ladenlokale standen leer. In andere waren Billig-Shops eingezogen. Ich fuhr immer weiter.

Dann dachte ich plötzlich: „Ach, die Ewig-Baustelle-Ostwall scheint beendet zu sein! Es fahren wieder Autos in beide Richtungen!“ Es hatte ja auch lang genug gedauert!

Ich rollte den ganzen Bahnsteig entlang, sah, dass bereits zwei der neuen Glasscheiben kaputt sind und überquerte dann den Ostwall bei UdU.

Dann rollte ich die Rheinstraße entlang Richtung Dionysiuskirche (dem Wahrzeichen der Stadt).

Es hat sich sehr viel geändert in der Stadt, seit ich dort zuletzt unterwegs war. Und dann ging es los. Dann überkamen mich die wehmütigen Gefühle. Dann schwappt es plötzlich über mir zusammen.

<das kannst du alles nicht mehr machen> <da kannst du nicht mehr hin… zu viele Stufen> <das war einmal und wird nie wieder sein> <verloren> <Verlust> <vorbei> <AUS>

Wenn man da nicht aufpasst, zieht einen dieser Strudel immer tiefer herunter. Es tut so weh…

Aber das will ich nicht! Mein neues Leben hat so viel Neues zu bieten, das ich früher gar nicht kennen gelernt hätte. Es gibt neue Hobbys, neue Bekanntschaften, neue Einsichten, … es ist spannend!

17 Gedanken zu “Es tut so weh…

  1. Ein schöner Text, sehr stimmig die Bilder: Neues und Altes siehst du, manches geht schon wieder kaputt – und in deinem Innern spiegeln sich die äußeren Dinge im Gefühl: Du fühlst, wie einiges für dich unwiderbringlich vorbei ist, anderes an die Stelle getreten ist, Neues, manches Schöne und manches Schwierige. Möge das Schöne überwiegen, Katrin! Liebe Grüße Gerda

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  2. Tja, alles verändert sich….
    Immer wenn ich mein Klavier sehe, heule ich… 😦 Es geht abwärts bei mir, die Kraft wird immer weniger…trotz Physio, Motomed etc… Na ja… Schlecht!
    Wenn ich aber meinen Sohn sehe, wie er seinen Weg geht, bin ich stolz und glücklich und dankbar. Gut!
    Ein Auf und ein Ab.
    Liebe Katrin, ich wünsche Dir trotz allem ein gutes Neues Jahr 2016!

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  3. So emotional und ehrlich geschrieben. Diese Gefühle und Gedanken haben sicher viele von uns in der anderen Lebensform. Ich wünsche nur, daß das umdenken ebenso gelingt. Ich neige leider dazu, zurück zu schauen,dann kommt Traurigkeit, Angst,Verzweiflung. Du sprichst Mut zu. Danke

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  4. So geht es mir auch immer wieder.
    Schon beim letzten Chorausflug im letzten Sommer. Paderborn, eine riesige Treppe führt direkt zum Dom. Wir aber mussten den Umweg nehmen. So hatten wir auch den Dom nicht besichtigen können. Die Zeit reichte nicht.
    Aber zur Abfahrt waren wir pünktlich.
    Liebe Grüße Bärbel

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  5. Hallo, liebe Katrin, Du tapfere. Ich wünsche Dir, dass Dir dieser Aufblick immer wieder gelingen darf. Neben dem, was schwer und mühsam und traurig ist, dankbar zu bleiben, für das Viele, das gut ist. Eine hohe Kunst. Manchmal sage ich meinen Patienten, wenn sie mit gebrochenem Arm über das Unglück ihres Unfalls nachsinnen, es hätte ja noch viel schlimmer kommen können, und der Kopf und die Beine sind noch heil und ganz oft lächeln sie dann und sehen wieder, was neben dem Unglück doch noch ein bisschen leuchtet. Das klingt banal und ich habe es selbst schon mit zusammen gebissenen Zähnen buchstabieren müssen, aber es verändert tatsächlich die Perspektive. Farbe und Gutes für diesen Tag wünsche ich Dir!

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