Selbsteinschätzung

Es ist immer schwer, sich selbst und seine Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Das gilt vor allem, wenn man eine Einschränkung hat, wo die Tagesform sehr schwanken kann, wie zum Beispiel bei Multiple Sklerose.

Ich habe den Hang, mich und meine Fähigkeiten und Kräfte oft zu ÜBER-Schätzen. Das merke ich meist erst dann, wenn ich übertrieben habe. 😦

Mittlerweile habe ich schon eine Menge gelernt. Ich überspanne den Bogen nicht mehr so oft. Ich höre eher auf meinen Körper.

Wenn aber ein großes Wunschdenken dazwischen funkt, setzt die Vernunft auch schon mal aus.

Oder es fällt mir schwer, einzusehen, dass ich vieles einfach nicht mehr kann, was ich einmal konnte. Sogar einmal sehr gut konnte.

Dann kommt die Wut 😬 und danach die Trauer. 😢

Im Prinzip ist das etwas, was dem Menschen mit dem Älterwerden passiert. Ich sehe das bei meinen Eltern. Doch die gehen auf die 80 Jahre zu.Bei mir ist es einfach viel zu früh!

18 Gedanken zu “Selbsteinschätzung

  1. Die Devise ist: Haushalten und tägliches Üben, um die verbliebenen Kräfte zu schulen – große Sprünge sind nicht mehr drin. Das ist bitter, aber Medizin gegen Illusionen. Deine alten Eltern können nicht dein Maßstab sein. Deinen Maßstab kannst du nur in dir selbst festlegen: die bin ich jetzt – die kann ich werden, Schritt für Schritt, geistig, seelisch, körperlich.
    Dies gilt für jeden, also gilt es auch für mich. Liebe Grüße zum Neuen Jahr! Gerda

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  2. Rauslassen – lass sie raus die Wut. Es ist verständlich! Jammere, klage – aber verharre nicht darin. Du hast soviel Mut und du kannst so viel. Guck, was du kannst!

    Ja, ja, leicht geredet! Ich mache es selber nicht anders. Mit Fibro bin ich auch sehr tagesabhängig und muss doch die Junioren versorgen. Ich mache dann das, was notwendig ist… Ach Mist, blöde Ratschläge, die nützen dir nichts – komm, sei traurig (((Katrin)))

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  3. Es ist wirklich nicht leicht, mit Einschränkungen zu leben. Nun sind meine eher psychischer Natur, damit also noch einmal anders gelagert. Aber der zentrale Punkt bleibt, glaube ich, gleich: Verdamme dich nicht zusätzlich zu dem, was du nicht kannst, auch noch für die Gefühle, die das in dir auslöst. Denn dann leidest du am Ende doppelt. Wut und Trauer haben ihre Berechtigung und fordern ihren Raum. Und den sollen sie auch einnehmen können. Die Selbstregulierung kommt dann von ganz alleine.

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