Sonntagsspaziergang im November

Am Sonntagvormittag hatten wir wundervolles Wetter. Es war recht kalt geworden, doch die Luft war klar und der Himmel blau und sonnig. Langsam glaubt man daran, dass sich der Winter nähert. Das Wetter weckte in mir den Wunsch, gut eingepackt raus zu fahren.

Doch erst einmal rief ich bei meinen Eltern an, fragte sie, was sie denn für den Tag geplant hatten.

„Och… wir hatten vor, durch die gute Luft und Sonne spazieren zu gehen“, sagte mein Vater.

„Ja, das Wetter ist toll“, pflichtete ich ihm bei, „Wie wäre es, wenn ihr zu mir kämt und wir gemeinsam eine Runde drehen würden?“

„Das wäre eine gute Idee! Dann machen wir uns sofort auf den Weg!“

Gesagt, getan! Eine halbe Stunde später traten wir gemeinsam hinaus in die Sonne.

In der Zwischenzeit hatte ich mir überlegt, wohin wir gehen könnten. Ich wollte den zwei Weltreisenden eine neue Route anbieten. Da fiel mir die Johanneskirche ein. Ich hatte Anfang Oktober schon einmal ein Bild davon gezeigt.

Es war eine gute Idee. Wir kamen bei dem schönen Novemberwetter dort an und umrundeten die große Kirche erst einmal. Dabei stellten wir fest, dass es eine Rampe gibt, die zum Eingang führt. Dann merkten wir, dass nach und nach immer mehr Menschen zur Kirche kamen und diese betraten. Das weckte unsere Neugier.

„Lasst uns mal in die Kirche gehen!“, meinte meine Mutter.

Das taten wir. Uns bot sich beeindruckender Anblick. Die katholische Kirche St. Johann Baptist wurde 1892-94 erbaut und ist der größte Kirchenbau der Stadt Krefeld (Fassungsvermögen etwa 3000 Personen). Natürlich waren keine 3000 Personen anwesend. Aber es waren eine Menge Leute gekommen, um an der angekündigten Eucharistiefeier am Christkönigssonntag teilzunehmen. Und es trudelten immer noch weitere Gottesdienstbesucher ein.

Für mich als evangelische Christin war das alles sehr fremd und sehr interessant!

8 Gedanken zu “Sonntagsspaziergang im November

  1. Oh ja, das kann ich gut nachvollziehen, dass dir das fremd gewesen ist! Auch wenn Katholiken und Protestanten im Prinzip eine Religion teilen, sind die Abläufe drumherum so etwas von unterschiedlich, dass man sich durchaus als totaler Fremdling fühlen kann, wenn man dem beiwohnt.

    Aber umgekehrt geht das auch: ich werde nie den fast schon entsetzten Blick einer Katholikin vergessen, als nach einer besonders gelungenen Gesangsdarbietung im evangelischen Gottesdienst auf einmal applaudiert wurde. Die muss sich wie unter Heiden gefühlt haben ;-).

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      • Oh, das habe ich noch nie gehört! Finde ich aber eine wirklich gute Sache!

        Was ich auch toll fand: als ich letztes Jahr in einer Klinik war, gab es in der angeschlossenen Kapelle immer eine Abendvesper der verbliebenen vier oder fünf Ordensschwestern (altersmäßig irgendwo zwischen „sehr alt“ und „mal sehen, ob die morgen auch noch da ist“. Wenn denen mal was daneben ging, etwa ein Liedeinsatz oder so, haben die ganz herzlich über sich selbst lachen können. Ich finde, Religion und Kirche sollte generell etwas lockerer werden. Dann ließen sich vielleicht auch manche Nachwuchssorgen leichter lösen.

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