Alles in mir schreit und wütet

Ich hatte gerade mal wieder einen dieser total unpassenden Entgleisungen im Speisesaal.

Ich wurde laut,
zerdepperte einen Teller,
setzte den Tisch unter Tee-Überflutung…
und verließ dann wutentbrannt
andere Bewohner anrempelnd den Saal
und verschwand im Aufzug,
mein Tablett mit meinem Abendbrot auf den Knien.

WAAA-RUMM???

Ich fühlte mich wieder einmal nicht wahrgenommen,
keiner Hilfe würdig,
scheinbar zu gesund aussehend,
um mir Hilfe zukommen zu lassen.

Aber dann waren plötzlich alle Hauswirtschaftshilfen da.

Das funktioniert nur dann, wenn ich mich daneben benehme.

Also benehme ich mich ab und zu daneben.

Aber ich fühle mich nicht gut dabei. Kaum hatte ich den Speisesaal verlassen, flossen die Tränen.

Ich war so wütend! Auf mich! Auf die besch…… Krankheit! Ich bin voller Wut… Hass… Neid… Eifersucht… … … Mitleid!!!

kostenlose Vektorgrafik von pixabay

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Ich benehme mich wie ein kleines Kind. Nicht wie eine Frau, die nächste Woche 48 Jahre alt wird!

71 Gedanken zu “Alles in mir schreit und wütet

  1. Ich verstehe dich liebe Katrin und ich erlebe es mit einem Arbeitskollegen, der ein totaler Aufschneider ist. Ich würde ihn am liebsten Treten und anschreien, aber nein, ich beherrschte mich und setzte ihm klar Grenzen und sagte ihm bei welchem Verhalten er bei mir gleich aus dem Sitzungszimmer fliegt…heute war er wie ein Lamm…mal schauen wie lange es anhält.
    Sonst Trete ich dann auch mal, oder Schreie!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ach Menno, ich würde mir für dich wünschen, dass du dich nicht im Nachhinein noch selbst dafür fertig machst, dass du dich nicht so benommen hast, wie andere es von dir erwartet haben. Du hattest in der Situation deinen Grund! Und du hattest in der Situation starke Gefühle, die gesehen werden wollten! Auch wenn die Form nicht so war, wie andere es von dir erwartet haben, so war es in dem Moment das, was du gebraucht hast.

    Morgen gehst du hin und sagst den Hauswirtschaftshilfen, dass es dir Leid tut. Das gebietet wohl schon die Höflichkeit. Aber bis dahin versuch dir selbst zu sagen, dass es keine andere Wahl für dich gab, als deiner Wut, deiner Eifersucht und deiner Unzufriedenheit Luft zu verschaffen.

    Wir hatten gerade erst die alten Leute, wie sie es auch manchmal tun. Und nicht immer auf angemessene Weise. Das darfst du auch für dich in Anspruch nehmen! Auch wenn du erst 48 Jahre alt wirst.

    Ich würde mich freuen, wenn ich dich einmal in den Arm nehmen und drücken dürfte.

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    • Dem schließe ich mich an, denn genauso habe ich es beim lesen auch empfunden.
      Mädel (ich darf das doch sagen? Bin ja nur unwesentlich jünger), es ist wichtig und richtig, dass „Sowas“ mal rauskommt.
      Es zeigt, dass Du fühlst, dass Du bist, lebst… alle anderen haben auch mal Wut im Bauch.
      Wer die nicht rauslässt, kriegt Bauchweh, Kopfschmerzen, Rückenverspannungen und irgendwann wird jede Seele trüb, wenn sie sich „verstecken“ soll.
      Also, die helfenden Hauswirtschafterinnen werden Dir Deine Entschuldigung ganz sicher abnehmen und sich freuen, dass Du so bist wie Du bist.
      Echt, authentisch, freundlich und ein liebenswürdiges „Mädel“ 😉
      PS: Grüß mal die Wirtschafterinnen unbekannterweise und sag ihnen ein Dankeschön von mir;)
      GLG Kat

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  3. Menschen, die auch mal ausrasten, können durchaus seelisch gesund sein :-).

    Im Ernst: Weißt Du, wie oft ich mir wünsche, mal das zu tun, was Du beschreibst?
    Ich kann das nicht. Ich wirke immer ruhig und absolut ausgeglichen. In letzter Zeit werde ich häufig von Menschen geärgert, einmal im Netz per Stalking (!) und auch einmal in der Realität.
    Ich weine nicht.
    Ich schreie nicht. Ich löse die Konflikte gern „adäquat“, suche die Gespräche und bin ja ach so harmoniebedürftig.

    Mist …, ich würde gern mal so richtig aus mir rausgehen, mich hinterher darüber ärgern, rot anlaufen und mich wegen plötzlich normalisierten Blutdrucks danach hinlegen müssen.
    Nein, ich denke und denke und denke und kann dann schlecht schlafen. Kaum jemand bekommt was mit, weil ich lächle. (Hat diese Frau überhaupt Probleme?)

    Alles ist gut, Katrin.
    Du hast auch mal das Recht auf Wut und Neid und Eifersucht.

    Eine liebe, tröstende Umarmung

    Sylvia

    Gefällt 3 Personen

  4. Das ist doch völlig verständlich, dass du gelegentlich einmal ausrastest. Und ehrlich gesagt, das geht wahrscheinlich den meisten von uns so. Du solltest mich einmal toben sehen, wenn der alte Schlepptopp mal wieder nicht so will, wie ich das gerne hätte. 😉 Ich hab‘ schon mal eine Büchse mit Süßstoff-Pastillen vor lauter Wut gegen die Wand geschleudert – und bin anschließend mich selbst verfluchend stundenlang durch’s Zimmer gekrochen, um gefühlte hunderttausende Süßstoff-Tablettchen wieder einzusammeln… 😉
    *Lieb-drück* ♥

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  5. Was keine Miete zahlt, muss raus. Also raus damit. Kleine Kinder schmeissen sich auf den Boden und brüllen lauthals, am besten noch mit Beinen und Armen schlagend….Wenn ich den Punkt habe, dann kannst du hier erleben, wie ganz leise viele Türen zugehen und es mucksmäuschensstill im Haus ist. Wenn ich dann telefoniert habe, kommen sie wieder. Ich habe früher im Chor gesungen, wenn ich tief Luft hole, dann haben die Nachbarn auch was von….

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  6. Liebe Katrin,
    es ist sehr gut, dass du deine Gefühle rauslässt – ja, auch die Wutgefühle. Ich wünschte, ich könnte das. Runterschlucken ist nämlich gar nicht gesund und du hast sowieso schon genug, was du ertragen musst. Deshalb lass es zu, die meisten Menschen (jedenfalls die, die darüber mal nachdenken) verstehen das. Das siehst du ja auch an den Kommentaren hier.
    Du hast ein Recht darauf wahr- und ernstgenommen zu werden!!!!!
    Herzliche Grüße zu dir ❤
    Regina

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  7. Liebe Katrin,
    das innere Kind will eben auch mal raus. Wir alle wünschen uns mal Aufmerksamkeit und bekommen sie genau in diesem Moment nicht. Ob dein Verhalten richtig oder falsch war ist völlig egal, da sich Emotionen und Gefühle ihren Weg suchen wann im er Sie wollen. Dagegen sind wir meist machtlos.

    Beherrschen geht auch nicht immer und das ist auch nicht tragisch, solange niemand ernsthaft zu Schaden kommt. Im Prinzip schaden wir uns damit nur selber, weil es uns belastet.. Ich hoffe dir geht es heute besser, ich drücke dich mal aus der Ferne und ziehe immer noch meinen Hut vor dir, das du das alles so gut meisterst. Ich würde wahrscheinlich viel öfter ausrasten, denn ich bin ein ungeduldiger und freiheitsliebender Mensch. Du machst das ganz toll, das zeigst du jeden Tag mit deinen Beiträgen.

    LG Chrissi

    Gefällt 1 Person

  8. Liebe Katrin, Du musst Deine Wut auch mal rauslassen, ich finde das völlig in Ordnung. Du hast nur das eine Leben und dieses ist durch diese Krankheit ausgebremst, es ist und bleibt zum Haare raufen. Wir müssen nicht immer funktionieren und den Helden spielen. Ich nenne diese Momente bei meiner (natürlich lange nicht so gravierenden) Krankheit meine „depressiven Sekunden“. Meine Familie kennt das und dann darf ich auch mal kurz heulen, aber alle wissen, es ist gleich vorbei….Ja und dann gehts weiter, man muss sein Leben eben so nehmen, wie es ist, es ist DEINS!!Ich drück Dich aus der Ferne und schick Dir einfach einige Sonnenstrahlen….

    Gefällt 1 Person

  9. Ich hab mir auf meine Blog auch gerade ein paar Gedanken zur Wut gemacht und bin so jetzt auch auf deinen Post gestossen. Ich glaub halt, dass wir viel zu sehr von uns erwarten, nie wütend zu sein, vor allem wir Frauen (wobei es nun einfach mal eine menschliche Grundemotion ist), und es daher dann umso stärker aus uns hervorbrechen muss, um sich Gehör zu schaffen. Ist ja eigentlich auch nur gesund… Ein Warnzeichen, dass da was ist, das angeschaut werden will. Wir wollen wohl alle nie wütend sein, sind’s aber halt doch. Und wenn wir es uns selbst besser erlauben könnten, müssten wir’s auch anderen nicht so übel nehmen… Ich hoffe, du kannst da gelassener und gütiger mit dir umgehen und deiner Wut vielleicht auch schon früher Platz machen. Alles Liebe dir!

    Gefällt 1 Person

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