Langsamkeit

Hubertus Schott / pixelio.de

Hubertus Schott / pixelio.de

Gestern hatte ich mit U. ein sehr interessantes Gespräch über die Geschwindigkeit der Dinge.

Wir zwei unterscheiden uns in diesem Punkt sehr. Ich gehöre zu denjenigen, die schnell sind. U. ist er eine Meisterin der Langsamkeit.

So düse ich mittlerweile gekonnt und schnell mit meinem E-Rolli durchs Haus. Auch mit meinem Aktivrolli bin ich über kurze Strecken flott unterwegs.

U. rollt mit ihrem Aktivrolli gemächlich über die Flure des GTH. Immer wieder hält sie an, um sich mit allen möglichen Leuten zu unterhalten. Dann rollt sie im Zeitlupentempo weiter. Auch draußen ist sie sehr vorsichtig unterwegs.

„Was soll ich schneller sein? Ich habe hier doch alle Zeit der Welt!“, sagte sie, „Außerdem riskiere ich draußen doch, ein Auto zu rammen, wenn ich schneller wäre. Die Bürgersteige sind doch alle zur Straße hin abgeneigt!“

„Das ist richtig, dass die Bürgersteige eine ziemliche Neigung aufweisen“, stimmte ich ihr zu, „aber mit der Zeit bekommst du Übung und kannst es besser einschätzen, wie viel Schubkraft du den einzelnen Rädern geben musst!“

„Ja, kann sein, aber warum? Warum sollte ich schneller sein?“

Wir kamen da also auf keinen gemeinsamen Nenner. Letztendlich ist das alles wohl eine Frage des Temperaments.

Einladung zur Langsamkeit bei zeit.de

Leistungsdruck: Ein Hoch auf die Faulheit bei spiegel.online

20 Gedanken zu “Langsamkeit

  1. Ich gehöre tendenziell auch zu den schnellen Menschen, weil ich in vielen Dingen ungeduldig bin. Aber auf andere Art kann ich U.’s Argumentation nachvollziehen. Die Frage ist wahrscheinlich weniger eine des Temperaments als eine dessen, was am Ziel auf einen wartet. Wenn ich dort etwas finde, was mir Spaß macht, was mich motiviert, dann habe ich es eiliger, dorthin zu kommen. Ich weiß ja nicht, wie es bei U. da so aussieht.

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  2. im Geschäftsleben, auf der Straße gehöre ich auch zu den schnellen.
    In der Kunst, Kultur, der Natur und in der Liebe ( richtig verstehen) gehöre ich zu den langsamen Genießern.
    Diese Blanace habe ich gerne gelernt.
    Der Genuß dabei ist, dass ich hier nicht nur mich, sondern auch andere Beschenke.

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  3. Ich bin da eher auf U.’s Seite. Gemach, gemach, das ist meine Devise. Wer sich Zeit lässt, kommt genauso ans Ziel, unter Umständen sogar besser als jemand, der es eilig hat. Mittlerweile kann ich nicht mehr nachvollziehen, wieso etliche Mitmenschen mit Vollgas zur Straßenbahn oder dem Bus hetzen, nur, um ihn nicht zu verpassen. Wozu das? In fünf Minuten kommt bereits kommt die nächste Bahn, der nächste Bus! Und inzwischen kann ich’s mir an der Haltestelle bequem machen, eine freche Krähe gegenüber vor dem Bäckerladen beobachten, oder eine kleine Katze im Fenster darüber, die neugierig umher späht, oder die alte Frau, die voller Behagen vor dem Supermärktchen einen Rosenstrauß auswählt…
    Beeile ich ich, muss ich mich voll auf den Weg konzentrieren, und nehme so die vielen kleinen Dinge ringsum nicht, oder nur sehr flüchtig, wahr. Dann bin ich am Ziel atemlos und abgehetzt, und die erste Viertelstunde über nicht recht ansprechbar. Mit Ruhe und Gemütlichkeit – so wie der Bär Balu im „Dschungelbuch“ komme ich ebenso dahin, wo ich hin will, und bin gut drauf, und strahle nach allen Seiten. 😉

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  4. An sich bin ich eher eine schnelle – jedoch durch so manche Krankheit und durch meine Junioren werde ich immer wieder ausgebremst. Das tut gut, das tut mir gut. So komme ich zum Überlegen und huddle nicht. Wenn ich allerdings etwas zu erledigen habe, dann geht’s rasant ab bei mir.

    Eine meiner liebsten Langsamkeiten ist es dem Himmel, auf dem Rücken liegend, zuzugucken.

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  5. Schnell oder langsam. Jede und Jeder sollte den Takt seines Lebens finden. Das ist so wie bei Frühaufstehern und Langschläfern, bei Spontanen und Planern, bei …. . Die Liste liese sich fortsetzen.
    Das Tolle ist, sich auf den Anderen einzulassen und damit auch noch etwas mitzunehmen.
    Also, wenn ich U. wäre, würde ich dich zum Briefkasten und Einkaufen schicken, da bist du ja viel schneller. Dann hätte ich noch mehr Zeit, langsam durch die Gänge zu fahren und mich zu unterhalten 😉

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