Lebenslügen der heutigen Zeit

Diesen Beitrag schreibe ich, um mir selber etwas klar zu machen:

Man muss sehr aufpassen, dass man den Lebenslügen unserer heutigen Zeit keinen all zu großen Glauben schenkt. Denn sonst ziehen sie einen schnell runter. 😦

Du kannst alles erreichen, wenn du nur willst und dich genug anstrengst!

Das ist so eine Lebenslüge. Oder? Kann der Gelähmte also wieder laufen, wenn er nur genug will und sich genug anstrengt? Kann der Blinde wieder sehen? Der Taube wieder hören?

Nicht wirklich. Aber wenn man meint, man strenge sich nur nicht genügend an, dann geht schon allein deshalb nichts mehr, weil man seine ganze Kraft in ein Ziel investiert, dass wortwörtlich nicht zu erreichen ist.

Menschen sind unterschiedlich gestrickt. Manche sind ehrgeizig, sind heile-Welt-Menschen und suchen den Fehler immer nur bei sich. Das trifft auf mich zu. Dazu kommt, dass ich auch immer glaube, ich sei schuld, wenn etwas nicht klappt. Diese elendige Schuld-Frage… 😦

Doch letztendlich muss man seine Wahrnehmung ändern. Schon fängt der Satz

Du kannst alles erreichen, wenn du nur willst.

an, zu stimmen.

Schau nicht immer auf das, was du NICHT erreichen kannst.

Frage dich, WAS du erreichen kannst.

Setze dich nicht unter Druck.

Schau nach VORN, nicht ZURÜCK.

Dann tun sich plötzlich neue Wege auf, die du nie gefunden hättest, wenn alles so geblieben wäre, wie es mal war.

Natürlich gibt es immer wieder schwierige Momente. Die Beine sind schwer. Die Blase hält nicht. Im Kopf ist es neblig. Du hast wieder Doppelbilder. Du hörst, was andere alles machen, tun, können und fällst wieder in das UND-ICH?-Loch.

Das ist OK. Es geht auch wieder vorbei. Du bist eben nicht perfekt. Und das ist gut so! 😉

(Das ist eine weitere Lebenslüge: PERFEKTION sei anzustreben. Dieser unterliegen viele MS’ler.)

Du bist wie du bist, mit all deinen positiven und auch negativen Seiten. Und so wie du bist, ist es gut. Du wirst nicht besser sein oder besser leben, wenn du perfekt bist, perfekt funktionierst.

Frei nach Klaus Wowereit:

Ich bin wie ich bin – und das ist gut so!

31 Gedanken zu “Lebenslügen der heutigen Zeit

  1. Perfektion – das ist für mich die größte aller Lebenslügen. Denn die gibt es nicht. Wer von anderen verlangt, perfekt zu werden, ist höchst grausam und auch herzlos, denn er setzt seine Mitmenschen unnötig unter Druck und verlangt Unmögliches…
    Du bist ein ganz wundervoller Mensch, Katrin, und ich bin sicher, Viele denken so wie ich. Du bist „perfekt“, so wie du bist. ❤

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  2. Du kannst alles erreichen, was dir möglich ist. Jeder Mensch hat irgendwelche Einschränkungen, körperliche, geistige und was es sonst noch gibt. Jedoch im Rahmen der eigenen Möglichkeiten steckt eine Menge Potential.
    Katrin, du bist doch ein prima Beispiel dafür, was möglich ist.
    Ich denke, und das aus Erfahrung, manchmal rennt man falschen Zielen hinterher und ist dann traurig und frustriert. Wenn man sich aber wieder auf den eigenen Weg besinnt, dann ist Vieles möglich.
    LG sk

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  3. Anstrengen …, was für ein schreckliches Wort! Wir strengen uns an, den ganzen Tag. Wir strengen uns an, um den Alltag zu bewältigen, um Geld zu sparen (=gönnen uns zu wenig), um zu arbeiten, die Kinder zu erziehen, gesund zu werden – das Leben ist ein einziges ANSTRENGEN. Warum sollte ich dieses Wort noch dazu verwenden, mich anzustrengen, um gewisse Ziele zu erreichen? Schließlich sind es die eigenen Ziele und Wünsche und keine Pflicht. Hören wir ein wenig auf, uns anzustrengen, eröffnen sich uns ganz neue Dimensionen. Ist unser Herz aufgeschlossen, dann brauchen wir diese unsägliche Anstrengung nicht.

    Du bist gut so wie Du bist, liebe Katrin. Wenn nur mehr Menschen so wären – die Welt wäre um einiges weniger ANSTRENGEND!

    Eine innige Umarmung von

    Sylvia

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  4. PERFEKTION ist eigentlich ein völlig sinnloser, schwammiger Begriff: wer definiert denn die Kriterien nach denen man „perfekt“ ist ?? ist es denn möglich es allen recht zu machen ?? muss man es denn allen recht machen ??

    Man kann NICHT alles erreichen, was man will und je eher man das zur Kenntnis nimmt desto eher kann man sich mit jenen Dingen beschäftigen, die man wohl erreichen kann und unter denen sicher auch viele sind, die glücklich machen. Und darauf kommt es doch an, zu versuchen glücklich zu sein, wodurch ist ja eigentlich egal …..
    Wie siehst du das ?

    Gefällt 3 Personen

  5. Das Streben nach Perfektion ist das Übel in unserer Zeit. Jeder Mensch egal, ob gehandicapt oder nicht, egal ob Analphabet oder Professor kann nur innerhalb seiner eigenen von Gott gegeben Grenzen versuchen, sein Bestes zu geben, was aber nicht jeden Tag gleichgut gelingen kann. Man kann versuchen, diese Grenzen kurzzeitig zu überschreiten, aber dass kann nicht auf Dauer funktionieren, weil man sich und dem was man erreichen will eher schadet als nützt.

    Leistungsgedanke und das Steben nach Perfektion hin oder: Es wird immer Menschen geben, die etwas besser oder schlechter können als man selber! Wenn sie aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes gegeben haben und es hat nicht geklappt, ist ihnen nichts vorzuwerfen.

    Die Unterschiedlichkeit und die Vielfältigkeit von uns Menschen ist das, was das „Mensch sein“ ausmacht.

    Gefällt 3 Personen

  6. Streben nach Perfektion, ja – aber nur nach der Perfektion, die deine Möglichkeiten zulassen. Ich kann mich nicht nach dem Leben der Anderen richten. Ich muss mein eigenes Leben auf die Reihe bringen, und das so gut wie möglich. Katrin, du wächst so oft über dich hinaus, du bist auf deine Art perfekt.

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  7. Liebe Katrin,
    Hatte es schon mal vor einiger Zeit kommentiert.
    Dieses Wort ist vollkommener Quatsch, niemand dürfte es aussprechen.
    Es gibt nichts perfektes.
    Nicht mal das Anstreben sollte versucht werden.
    Sein Bestes geben ist richtig und hier bleibt es beim Versuch.

    Im Leben,
    sich die Freiheit und Zeit nehmen zum
    Achtsamsein,
    gegenüber Anderen,
    dem Schönen
    dem Glück
    und und

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  8. ALS macht es noch schlimmer.
    Wenn ich 10 Minuten gelaufen bin, soooo langsam. Dann kann ich die Treppe nicht mehr normal – wie ich sie gehe – raufgehen. Dann streikt sogar der bessere rechte Fuß. Den muss ich dann schräg über die nächste Stufe schieben, dass es überhaupt aufwärts geht.
    Wenn die Flurtreppe geschafft ist, bleibe ich erst einmal eine halbe Stunde sitzen, um danach die Treppe in der Wohnung zum PC hochzukraxeln.

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