Unglücklich und wütend

Momentan bin ich sehr schwer zu ertragen. Ich habe Angst vor der nächsten Chemo. Dadurch sind meine Nerven noch angespannter und dünner als sonst.

Ich kann es nicht ertragen, von anderen, gesunden Menschen und ihren ach so tollen Erlebnissen zu hören. Obwohl ich es ihnen eigentlich gönnen sollte. Ich will das momentan einfach nicht hören. 😒

Im nächsten Moment fühle ich mich schlecht. Nicht einmal meiner Schwester, meinen Eltern gönne ich das, was ich nicht haben kann.

Ich könnte mich mit ihnen freuen. Aber nein. Ich werde zerfressen von Neid und Missgunst.

Ich werde so wütend! Ich möchte dann am liebsten irgendetwas kaputt machen! Zerstören! Ich rase mit meinem E-Rolli los… ohne Rücksicht auf Verluste. Möchte etwas rammen, zerkratzen, zerstören… Jemandem Angst einjagen… Und richte letztlich die ganze Zerstörungswut gegen mich selbst. 😢

Kratzer am Rolli, blaue Flecken und Kratzer an meinen Armen und Beinen sind die Folge. – TOLL!!!

Wie alt bin ich??? Bald 48??? Ich verhalte mich wie ein kleines, trotziges Kind! 👶

50 Gedanken zu “Unglücklich und wütend

  1. Liebe Katrin, deine Wut darf raus. Schreie tobe, weine nur dann kannst du dich davon befreien. Ich denke das du kein neidvoller Mensch bist, das du jedem alles gönnst, deshalb stehen dir solche Phasen und Momente auch zu. Ich drück dich auch mal aus der Ferne und wünsche dir nur das Beste, Schönste und Tollste, Grüßle Chrissi

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  2. Ja, Katrin, reinfressen bringt wirklich nichts…lass es raus und gut ist!
    Geht mir ähnlich.
    Andere leiden stillschweigend und kommen sich ja sooo abgeklärt vor. Wieder andere meinen, die MS sei sogar ein Gewinn gewesen, sie könnten sich jetzt mehr auf das Wesentliche konzentrieren.
    Tja, jedem das Seine!
    Ich kann dieser MS so gar nix Gutes abgewinnen, sie hat mein Leben zerstört! Zwei Psychotherapien konnten da nichts ändern daran. Es ist, wie es ist.
    Aber zu dieser Chemo: bringt die noch was? Ausser Nebenwirkungen?
    Sodele. Ich wünsche Dir noch alles erdenklich Gute und noch ein schönes Wochenende!
    Leider ist es viel zu heiß…. da kann man ja nur kirre werden!!!
    Ich will endlich HERBST…….

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  3. Der Ärger und die Wut müssen raus!
    Der Ärger ist sinnlos, das weißt du vom Kopf, und auf wen sollst du auch wütend sein, aber er ist nun mal da und muss raus. All die schlechten Gefühle müssen raus. Gesteh sie dir zu, sie sind nur ein kleiner Teil von dir, nur manchmal gewinnen sie die Oberhand. Wenn du dich schlecht deswegen fühlst, gibst du ihnen zuviel ….. Wichtigkeit (ich weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken soll).

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  4. Ich kann es (glaube ich) gut verstehen, wie Du Dich fühlst.
    Meine Schwester war seit ihrem 3. Lebensjahr (Epilepsie) krank. Ab der Pubertät ging es ihr von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat etc. schlechter. Zuerst viel sie immer öfters hin, konnte dann irgendwann gar nicht mehr gehen, geschweige denn stehen. Ihre Sprache wurde immer verwaschener, Außenstehende konnten sie gar nicht mehr verstehen u. wir als Familie nur noch ganz schwer. Dazu kam noch Tremor in den Händen und anderen Körpergliedern sowie Demenz.
    Irgendwann bekam sie eine Magensonde, da sie nicht mehr richtig schlucken konnte und sie ihre ganzen Medi´s an manchen Tagen nicht mehr runter bekam.
    An einigen Tagen war meine Schwester (Pflegestufe 3) unausstehlich. Ich war manchmal auch nicht gerecht zu ihr und im nachhinein denke ich immer, ich hätte mich in manchen Situationen anders verhalten müssen. Ich habe ihr nach einigen Streits zwischen uns immer wieder gesagt, ich bin nur sauer auf diese Sche…-Krankheit und nicht auf Dich. Ich hoffe, sie hat es auch so verstanden. Ich hoffe es sehr, weil wir haben oft gekuschelt und das Kuscheln zwischen ihr und mir fehlt mir sehr…. :-/
    Weihnachten werden es zwei Jahre wo meine Schwester gerade 5 Tage nach ihrem 33. Geburtstag uns für immer verlassen hat.
    Was will ich Dir damit sagen, eigentlich nur, dass Deine Familie Dich versteht, wenn Du so bist wie Du jetzt bist. Meine Schwester wurde von meinen Eltern gepflegt, ich war vor und nach meiner Arbeit auch immer da, um bei der Pflege zu helfen. Das Kuscheln mit meiner Schwester hat mich für vieles belohnt, ich habe es genossen. Ich habe meine Schwester immer für ihren Mut bewundert u. ich habe das Gefühl, Du bist auch eine starke Frau.

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  5. Liebe Katrin,

    WARUM hast Du solche Angst vor der nächsten Chemo? Bei mir war es so: Sie sagten mir, morgen sei Chemo. Ich sagte: „Na und?“ Ich hatte vor der Chemo keine Angst. Sie war meine beste Freundin. Ich sagte mir: „Du bist gut zu mir, du wirst mich heilen!“ Natürlich, man kann Krebs nicht mit MS vergleichen, aber, Angst bleibt ja Angst! Und Krebs bleibt Krebs. Ich wollte auch nichts ZERSTÖREN. Meine Leidensgenossen saßen da und schauten ihre Schnürsenkel an. Weit und breit, sah ich kein lächelndes Gesicht. Die Leute waren neidisch auf mich. Aber, dazu bestand kein Grund, weil ich ja auch betroffen war. Nur: Mir war es wurscht. Nein, nein, ich hatte auch fürchterliche Schmerzen, aber, das sagte ich den Anderen ja nicht, weil ich nicht wollte, dass sich eine depressive Stimmung breitmacht. Ich weiß nicht, ob ich Dir damit helfen kann: Um mich zu überraschen, mich zu ängstigen, da gehört schon mehr dazu! Es geht mir am Arsch vorbei!

    Liebe Grüße,

    Rom

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  6. Moin Trotzkind,
    lase es raus, es ist total ok. So lange es nur Kratzer am Rolli gibt-so what.
    Besorg Dir mal ein Würgehandtuch.
    Du bist kein Neider, sondern Du gibst Kraft und hast durchaus das Recht mal Sch. zu schreien und gegebenenfalls auch mal ungerecht zu sein.
    Viel Kraft und wenig Übelkeit bei der Chemo.
    Schönes Wochenende.
    Tschö
    Robert

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  7. Weißt du was? Mir geht’s grad genauso. Dabei bin ich einigermaßen gesund und nur ‚Semibetroffene‘ Aber jetzt in diesen heißen Tagen kommen wir nicht von der Miste, sitzen hier fest…

    Aber das ist nichts gegen deine Angst. Lass die Wut raus, schreie, du musst nicht immer stark sein – denn stark sein ist starr und irgendwann zerbrichst du dran! Ich mag dich sehr!

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  8. Wie ein kleines, trotziges Kind, das sagte mein Mann, als ich nicht raus wollte bei der Hitze.
    Ich habe geheult ohne Ende.
    Als wir dann endlich unterwegs waren, meinte er: Fröhlich sein! Und ich fing wieder an zu heulen.
    Irgendwann konnte ich ihm klarmachen, dass er bitte andere Themen aufgreifen soll.
    Ab dann ging es.
    Dir wünsche ich bessere Nerven.
    deine Bärbel

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  9. Ich finde nicht, dass deine Reaktion etwas damit zu tun hat, ob du nun bald 48 Jahre alt bist, oder doch eher 48 Monate. Du hast alles Recht, dich schlecht zu fühlen, vielleicht auch Neid zu fühlen. Wenn das Leben einem Zitronen gibt, dann kann man nicht in jedem Moment Limonade daraus machen. Ganz einfach, weil man ansonsten zu manchen Zeiten in Limonade ertrinken würde!

    Du bist eine ziemlich toughe Frau, die alleine mit diesem Blog hier schon ganz viel geschafft und ganz viel Aufmerksamkeit und Bewusstsein erzeugt hat. Aber du bist auch die Katrin, die manchmal einfach die Schnauze voll hat! Und ich finde es toll, dass du auch diese Seite an dir mit uns teilst.

    Und letztlich ist es wohl auch diese Seite, die in harten Zeiten die Kraft zum Weitermachen in sich birgt. Also zeig dieser Chemotherapie die Zähne, zeig der Welt, dass du Kraft hast und sei einfach so, wie du bist!

    Auch mit bald 48 Jahren!

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  10. Ich gebe den anderen Recht. Es ist völlig in Ordnung, dass du mit dieser Situation phasenweise so umgehst. Denn es ist ja eine schwierige, unklare Situation und das macht uns Menschen oft Angst, welche sich dan in gewisse Aggressionen umwandelt. Ich werde an dich denken und wünsche dir alles alles Gute und dass deine körperlichen und seelischen Kräfte weiter so für dich da sind.

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  11. Liebe Katrin ….
    wir sind aus dem Urlaub zurück und ich „überfliege“ (alles) was ich so verpasst habe …
    manches mehr, anderes weniger (du verstehst?… 😉 )

    Auch ich kann dein „UNglück“ und deine „Wut“ nachempfinden…. wenn auch aus einem anderen Beweggrund….
    ….. du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie neidisch ich oft auf all diejenigen bin, welche noch ihre Großeltern oder Eltern haben und es nicht zu schätzen wissen, dass diese Menschen noch da sind…… wenn diese Leute Leute dann darüber maulen, weil sie Mama, Oma, Opa sonntags besuchen MÜSSEN ….. am Liebsten würde ich diesen Leuten an die Gurgel packen, möchte sie schütteln, sie rütteln …. und fragen, ob es ihnen ZU GUT geht?!

    Ja! Es gibt diese Tage, da bin ich unglücklich und wütend und gönne den anderen nicht, dass sie ihre Lieben noch um sich haben ….. also in diesem Sinne: Howdy Partner! – Fühl sich umarmt!

    Ganz liebe Grüße ….. Katja

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