Die letzten Erdbeeren?

Am Samstag brachte mir noch einmal Rudi von der Pforte ein Pfund Erdbeeren mit, als er zum Dienst erschien. Er ist wirklich eine Seele von Mensch, hat mir schon öfter Erdbeeren mitgebracht und will dafür nie Geld sehen. Er sagt, er mache das gerne, solange die Beeren so günstig sind.

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Also bedankte ich mich ganz herzlich und ging auf mein Zimmer um die Beeren zu putzen. Anschließend wollte ich zu U. fahren und das Obst mit ihr und Frau W., mit der sie ein Zimmer teilt, genießen.

Das ganze wurde eine sehr lustige Angelegenheit. 🙂 Beide lagen noch auf ihren Betten, obwohl es schon auf drei Uhr zuging. Frau W. lag unter ihrer gelben Kuscheldecke. Bis zum Hals hatte sie diese hochgezogen.

„Möchten Sie eine Erdbeere?“, fragte ich sie. Sie sah mich fragend an. „Möchten Sie eine Erdbeere?„, wiederholte ich lauter.

Sie strahlte. „Nein“, sagte sie.

Wirklich keine?

„Hm… na ja… wenn sie eine übrig haben…“

Na klar. Ich wollte sie eigentlich mit ihrer Zimmernachbarin essen… aber sie schläft noch…„, verriet ich. Ich hörte es jedoch schon verdächtig hinterm Vorhang, der U.s Schlafecke vom restlichen Zimmer abtrennt, rumoren. 🙂

„Ich schlafe überhaupt nicht!“, protestierte U.. Ich musste grinsen. 😀

Frau W. hustete.

Möchten Sie noch eine zweite Erdbeere… eine gegen Husten?„, fragte ich sie.

Sie hustete weiter, schaute mich aber an: „Nein!…. Gegen Husten?… Na ja… dann… ja… eine gegen Husten!“ Ich reichte ihr eine weitere Erdbeere.

Jetzt hatte sich U. ganz hinter ihrem Vorhang hervor gewagt. Sie schwang die Beine über die Bettkante. „Ich komm ja schon! … Huch! …“

O man, typisch U.! Sie lebt manchmal recht ungestüm und unvorsichtig! Nach einiger waghalsiger Kletterei erreichte sie ihren Rollator und eine gefühlte Ewigkeit später auch einen Stuhl am Tisch. Dann… und erst dann… bekam sie Erdbeeren von mir. 😉

Irgendwie haben sich da zwei liebenswerte Chaoten als Zimmergenossen gefunden! Sie passen gut zusammen!

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