Treue – Wahre Freunde

Erst in einer Zeit der Unruhe kann man Treue erkennen.

Konfuzius (551 – 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph


Ein weiser Mann! Ich kann diese Aussage wunderbar auf mein Schicksal, meinen Lebensweg anwenden. Denn erst, wenn man aus dem ’normalen‘ Alltag, Leben, herauskatapultiert wird, erweisen sich treue Freunde.

Bald bin ich zwei Jahre hier im Heim. Ich musste mein früheres Leben, meinen früheren Alltag hinter mir lassen:

  • Stock
  • Rollator
  • Arbeit futsch
  • Aktivrolli
  • befristete Rente
  • Rente unbefristet
  • Waldhornspiel nicht mehr möglich
  • Sport erst nur noch eingeschränkt möglich,
    dann nur noch Krankengymnastik
  • Flötenspiel nicht mehr möglich
  • Autofahren geht nicht mehr
  • Laufen geht nicht mehr → E-Rolli
  • Lesen geht nicht mehr
  • Schreiben per Hand unleserlich bis unmöglich
  • Wohnung aufgegeben
  • alte Umgebung, Nachbarschaft weg
  • alte Bekannte / Freunde???

Das ist dann der Punkt, wo sich wahre Freunde gezeigt haben. Ich stelle fest, ich habe tatsächlich einige. Nicht unbedingt die, von denen ich es gedacht hätte. Aber es sind viele treu an meiner Seite geblieben.

  • Zwei ehemalige BiVis aus der Gruppe für junge, neubetroffene MS’ler in der DMSG-Krefeld, die ich mal geleitet habe, besuchen mich regelmäßig.
  • Eine ehemalige Flötenschülerin aus Krefeld, jetzt wohnhaft in Süddeutschland, schickt mir regelmäßig Post (Briefe und Karten von der Oommh Katze), ruft an, besucht mich, wenn sie in Krefeld ist.

  • Eine ehemalige Schulfreundin, mittlerweile wohnhaft in den USA, ruft an, schreibt, findet Platz in ihrem strammen Terminkalender um mich zu besuchen, wenn sie mal wieder in Krefeld ist.
  • Ein Freund aus meiner Zeit in Münster ruft an, schickt Mails und folgt meinem Blog. 😉
  • Der Pfarrer aus meiner ehemaligen Gemeinde besucht mich immer wieder und steht mir mit Rat und Tat zur Seite.
  • Eine ehemalige Arbeitskollegin aus meiner Zeit als Apothekerin im Münsterland besucht mich ein Mal im Jahr.
  • Zwei Studienfreundinnen rufen nach wie vor sporadisch an und denken an meinen Geburtstag. Sie waren auch schon jede hier im Heim zu Besuch. Und das, obwohl sie Mann und Kinder haben und viel zu tun.
  • Eine Freundin, die ich mal auf einer der letzten Urlaubsreisen kennengelernt habe, schreibt, ruft an, kommt ein Mal im Jahr zu Besuch.
  • Eine ehemalige Nachbarin hatte ich tatsächlich vergessen. *Asche auf mein Haupt*

Sollte ich jemanden vergessen haben, nehmt es mir bitte nicht übel!

Tatsächlich sind es unglaublich viele, liebe Menschen! Es tut gut, das zu sehen, mir das bewusst zu machen!

Außerdem hält meine Familie fest zu mir, besucht mich, erledigt Behördengänge, Besorgungen für mich wenn nötig, ist einfach immer wieder für mich da.

Daher möchte ich euch allen ganz doll DANKE sagen!

12 Gedanken zu “Treue – Wahre Freunde

  1. Ja liebe Katrin, so sieht es aus. Nur die wahren Freunde und Familienmitglieder bleiben…. Aber: Man lernt auch viele neue Leute kennen, die man sonst nie getroffen hätte….. und ich bin froh, DICH in meinem alten, neuen Leben getroffen zu haben.. !!!

    Liebe Grüße, Deine Christine! 🙂

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  2. Katrin, ich möchte nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Ja, manchmal möchte man einen Stein ins Fenster werfen. Aber: Du weißt, wahrscheinlich auch, wie`s mir geht – das habe ich Dir ja mal geschrieben. Ich habe keine Antwort auf all Deine Fragen. Ich bin auch kein HELLSEHER. Ich habe gelernt, nein, ich habe mir antrainiert, anderen Menschen zu helfen. Es tut gut, ein DANKE zu hören. Es sind die kleinen Dinge, auf die man achten sollte: Ein Lächeln, eine Freundschaft, Kontakte pflegen, alles zu hinterfragen, Rätsel zu lösen, sich Wissen anzueignen und ein Ziel vor Augen zu haben … Hättest Du das früher gekonnt? Damit meine ich, was Du JETZT machst? Hättest Du das zustande gebracht? Nein, wahrscheinlich nicht!

    Ich möchte damit sagen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt – auch ein Stück verrostetes Eisen kann seine Reize haben, wenn man weiß, aus welchem Blickwinkel es man betrachten muss!

    Liebe Grüße,

    Rom

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  3. Hallo Katrin, ja du hast recht, ist doch schön, wenn es Leute gibt, die an einen denken. Auch wenn sie weit entfernt sind, und man sich gar nicht persönlich kennt. Dafür ist das Netz unersetzlich, du hast das ja auch schon mal beschrieben, dass du dadurch Möglichkeiten hast, mit der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. Freut mich für dich!
    Gruß und schönes Wochenende!

    Günter Hermann

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