Was macht meine singende Nachbarin?

Schon ganz zu Anfang meines Blogs erzählte ich von meiner singenden, kölschen Nachbarin. Das ist mittlerweile über ein Jahr her. Ich weiß, dass ich damals dachte, das würde sich bestimmt bald wieder geben.

Als ich eine Pflegerin fragte, seit wann die Nachbarin denn schon singe, sagte sie: „Ach, schon lange, zumindest seit ich hier arbeite und das ist schon über vier Jahre .“

Ich schauderte und zog es vor, ihr nicht zu glauben.

Tja… nun werde ich in zwei Wochen selber schon zwei Jahre hier wohnen und sie singt immer noch!

Doch der Gesang hat sich geändert. Er ist nicht mehr so kräftig. Die Stimme ist sehr brüchig geworden. Brüchig, tief, scheppernd, monoton.

Dazu kommt, dass sie fast immer auf dem Zimmer bleibt, davon die meiste Zeit im Bett. Ich höre, wenn das Pflegepersonal kommt um das Essen zu bringen und anzureichen. Um sie zu pflegen. Dann hört sie mit ihrem monotonen Gesang kurzfristig auf.

Zum Gottesdienst hat man sie schon lange nicht mehr nach unten gebracht. Nur zu manchen Festen wird sie in den Speisesaal oder in den Garten gebracht. Doch meist hält sie nicht lange durch. Dann muss sie wieder zurückgebracht werden.

Ich gebe zu, die starre, manchmal fluchende, singende Frau flößt mir ein wenig Angst ein. Andererseits tut sie mir unendlich Leid. Manchmal ist das Leben sehr unbarmherzig! 🙁

Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung
(DED) e.V.

Veröffentlichungen der Demenz-DED

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