Zwei der sieben Todsünden

Am Montag schrieb ich so weise, so klug. Und dann holen mich meine Sünden wieder ein und ich zerreiße mich.

Die katholische Kirche kennt sieben Todsünden, für die man nach dem Tod für alle Zeiten in der Hölle schmort. Es sind:

1. Hochmut (Stolz, Übermut)
2. Geiz (Habgier)
3. Neid (bzw Eifersucht)
4. Zorn (Wut, Rachsucht)
5. Wollust
6. Völlerei (Maßlosigkeit)
7. Trägheit

Nun bin ich nicht katholisch, habe also keine Angst vor der Hölle. Aber zwei dieser Todsünden fressen auch meine Seele auf, nämlich

3. Neid (bzw Eifersucht)
und
4. Zorn (Wut, Rachsucht)

Ich weiß, dass diese Charaktereigenschaften mir überhaupt nicht gut tun. Ich weiß, dass es überhaupt nichts bringt, wenn ich wüte und tobe, weil ich mich ungerecht behandelt fühle.

Alles basiert letztendlich auf der Trauer um den Verlust so vieler Dinge durch die Multiple Sklerose.

Soviel zur Erklärung.

Doch ich will diese Gefühle überwinden! Denn sie tun mir nicht gut. Doch wenn ich der Psychologin in der Psychotherapie lausche, denke ich immer: „Das werde ich NIE schaffen!“

Und ob! Ja, ich schaffe das!!!

Sieben Todsünden

Angst essen Seele auf

20 Gedanken zu “Zwei der sieben Todsünden

  1. Liebe Katrin,

    woher weißt Du denn, ob Dir diese Charaktereigenschaften nicht gut tun? Wer sagt das denn? Glaubst Du dass Psychologen die besseren Menschen sind, nur weil sie Psychologie studierten? Glaubst Du, dass ein Psychologe ALLES weiß? Ich, zumindest, kenne Psychologen, die den Beruf verfehlt haben, schon allein deswegen, weil sie sich nicht in andere Menschen hineinversetzen können.

    Liebe Grüße,

    Rom

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  2. Liebe Kathrin,
    7 Todsünden . . du meine Güte, das ist kein Maßstab, für mich nicht, egal ob katholisch, evangelisch oder sonstwas !
    Wir sind Menschen, die sind nun mal anfällige für diese Gefühle, schlimm werden sie nur, wenn sie die Oberhand gewinnen und man dann nur noch eine Marionette davon ist !
    Ansonsten glaube ich, man muss sich mit den jeweiligen Gefühlen auseinander setzten, sie möglicherweise akzeptieren und lernen damit um zu gehen.
    Wie heißt es so schön : “ das Leben ist kein Ponyhof . . .“
    Mach dir nicht zu schwere Gedanken mit „deinen “ Neid und Zorn Gefühlen, du kannst mit Sicherheit damit leben, das schaffst du !
    ♥liche Grüße

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  3. Liebe Katrin,

    als ich Ihren Beitrag vom Montag gelesen hatte, da spürte ich ein inneres Unbehagen: „Toll wäre es schon, wenn es denn so wäre!“ Oder: „Schöne Worte von Frau Sickert!“

    Ich denke, der Mensch hat so ein „Oben“, wie Kopf und Verstand, aber auch ein „Unten“, wie Brust-, Bauch- und Herzgefühle (der „Vulkan“ wohnt auch da unten!). Die „Oben“ können mit denen „Unten“ in Kontakt kommen; die „Unten“ können zwar hören, aber nicht reden; sie müssen gespürt werden. Wenn Sie am Montag nach Ihrem Blogbeitrag die „Unten“ gefragt hätten, „Wie geht es euch denn jetzt gerade?“ – welche Brust-, Bauch- und Herzgefühle wären wohl nach ein paar Minuten aufgetaucht?

    „Hölle“ hin, Todsünden her, ebenso die „Psychologen“. Sie dürfen neidisch und zornig sein! Oder sind Sie gar die „Heilige Katharina“? Es geht um Sie, „Sie sind Sie“ oder besser klingt „Du bist Du“. Hinter all den Todsünden steckt Kraft und Energie, steckt das Leben selber! Und diese Kraft brauchen Sie gerade in ganz besonderem Maße, diese Kraft brauche ich ebenso für mich, diese Kraft brauchen wir alle zum Leben. Sie müßten sich geradezu wundern und bestürzt sein, wenn Sie diese Kraft und Energie nicht erleben könnten.

    Ich wünsche Ihnen, daß Sie diese Kraft annehmen können – um dann neue Wege zu suchen, zu finden und sie dann zu begehen.

    Einen ganz lieben Gruß

    Rudi

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  4. Liebe Katrin,
    bei jedem von uns Ms lern kommt mal Wut, Zorn oder Neid auf. Sei es auf den eigenen Körper oder sein Unvermögen einige Dinge nicht mehr so auszuführen wie im „normalem Leben“. Das ist menschlich und zeichnet Dich aus. Du hast Gefühle und nicht immer nur positive. Ich denke das steht uns allen zu….. herzliche Grüße, Deine Christine!

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  5. Natürlich wirst du es schaffen, auch weiterhin an dir zu arbeiten, Katrin. Ganz ausmerzen werden wir allesamt unsere Fehler und Schwachstellen allerdings nie können. Wie heisst es doch so schön in einem uralten Evergreen: „Wir sind alle kleine Sünderlein…“ 😉 Aber wir können uns unserer Fehler bewusst werden, ihnen sozusagen ins Gesicht sehen, lernen, mit ihnen umzugehen. Und da bist du auf dem besten Weg, liebe Katrin… 😉

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  6. Und andere Leute kennen keinen Zorn, keine Wut, keinen Neid ? Das ist doch zutiefst menschlich, da muss man doch nicht gleich mit Selbstgeißelungen beginnen.Wer ist denn so perfekt niemals wütend oder neidisch zu sein ?? Wichtig dabei ist doch, wie man damit umgeht und vor allem auch, wie man mit sich selbst umgeht. „Sünden“, „ausmerzen“ klingt ja ganz schrecklich ! Neid und Zorn zu fühlen, kann doch wohl nicht so schrecklich sein solange man nicht seinen Mitmenschen damit schadet !!
    Ich bin bekennende Agnostikerin und kann das gar nicht nachvollziehen, wieso denn ein gütiger und barmherziger Gott so ein Berserker sein soll, der nicht versteht, dass es Emotionen wie Neid und Zorn nun einmal gibt. Ganz zu schweigen davon woher Menschen die Überheblichkeit nehmen über andere zu richten und noch dazu darüber welche Gefühle und Emotionen jemand hat

    Gefällt 2 Personen

  7. Ob Todsünde oder nicht (als Katholikin habe ich mit dem Begriff sowieso meine Probleme), das sind menschliche Gefühle, die uns prägen. Und zu seinen Gefühlen soll man stehen, sie rauslassen und benennen. Nur so kann man sich damit auseinandersetzen, nach dem Warum fragen und damit vielleicht anders umzugehen lernen.

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  8. Liebe Katrin,
    Du hast so wunderbare Kommentatoren hier. Das macht mich ganz sprachlos.
    So kann ich mich den meisten „Vorrednern“ anschließen. Ein klein wenig möchte ich noch hinzufügen:
    Stell Dir vor: Ich bin bekennende Humanistin und habe Fehler und sehe die Fehler bei anderen Menschen. Es stört mich nicht, auch nicht mein Ehrgeiz. Warum es so ist? Jede ungute Eigenschaft (absichtlich verwende ich nicht den Begriff „schlecht“) hat ihre guten Seiten. Bin ich zornig, so habe ich die Möglichkeit, mich „abzureagieren“ oder anderen Menschen Grenzen aufzuzeigen. Bin ich neidisch, habe ich die Möglichkeit, strebsamer zu werden oder auch, mir wieder meine eigenen guten Eigenschaften vor Augen zu führen. („Haben die Menschen, auf die ich gerade neidisch bin, diese guten Seiten?“ 😉 )
    Orientiere Dich lieber an den Lebenden und denen, die gern Mensch sind als an Dogmen.
    Psychologen können gut und hilfreich sein, müssen es aber nicht. Du bist klug und kannst „filtern“.
    Fühl Dich umarmt, Sylvia

    Gefällt 1 Person

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